Das Sackerl

Ich hab vielleicht 2x in meinem Leben (und ich bin immerhin 46) ein Plastiksackerl an der Kassa gekauft. Nicht unbedingt, weil ich nicht wollte, dass es im Meer landet. Das war kein Thema vor 30 Jahren. Zu den anfänglichen Gründen kamen noch einige hinzu. Hier also meine gesammelten Gründe kein Plastiksackerl zu kaufen.

Es kostet etwas – warum soll ich etwas kaufen, das ich nicht brauche?
Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich daher verpflichtet, den Verbrauch bis 2019 auf 90 und bis 2025 auf maximal 40 Taschen pro Kopf zu reduzieren. Bei 0,20 Cent pro Sackerl wären das bei 90 Sackerl € 540,- und bei den 40 Sackerl € 240 Euro in meiner Einkaufslebenszeit. Es gibt also Leute, die tatsächlich so viel Geld für etwas ausgeben, das man nicht wirklich braucht?

– Die Werbung auf den Sackerl – Zahlen damit man Werbung machen darf?
Ich fand Werbung schon immer problematisch. Der Einfluss, der damit ausgeübt wird ist auf jeden Fall zu hoch. Ich halte es da mit dem Spruch: ‚Nix kaufen wofür Werbung gemacht wird.‘ Klappt natürlich nicht immer, aber fürs Werbung machen auch noch zahlen geht zu weit.

– Das Chaos – in der Sackerlschublade
Viele Leute preisen die Vorzüge einer Sackerlschublade oder heben gefaltete Sackerl in einem Sackerl auf. Man hätte jederzeit ein Sackerl bereit. Wenn man mal etwas entsorgen müsse, jemandem etwas mitgeben muss oder sonst keinen passenden Behälter hat. So würden die Sackerl wieder einem sinnvollen Dasein zugeführt werden. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Der Inhalt der Sackerl wird immer mehr und wenn man eines braucht, ist die passende Größe eh nicht dabei. Also einfach drauf verzichten. Wenn man gerne Messie ist, kann man ja sinnvolle Dinge sammeln. Bücher, Geschirr und Pflanzensamen kann ich sehr empfehlen.

– Das schwarze Gold – ein problematischer Rohstoff
Als zartbesaiteter Teenager mit ölverschmierten Vögeln konfrontiert zu sein führt dazu, dass man sich wünscht das Erdöl möge sofort versiegen. Die Schwierigkeiten mit diesem Stoff, der mehr Fluch als Segen scheint, haben sich vermehrt. Politisch, ökologisch und wirtschaftlich fühle ich mich getrieben, möglichst wenig davon zu nutzen. Es gibt auch genug Produkte aus Erdöl, die wir (momentan noch) dringend benötigen. Daher: Keine Einkaufssackerl für mich aus Erdöl.

– Die Haltbarkeit – das Material nicht das Sackerl
Plastiksackerl brauchen zwar bis zu 400 Jahre zum Verotten (was auch immer damit gemeint ist) aber nur Sekunden um zu reißen. Und das tun sie leidenschaftlich dann, wenn sie in Benutzung sind. Beim Heimtragen des Einkaufes entweder durch die scharfe Kante eines Behälters oder weil das letzte Produkt ein Produkt zu viel war. Da lobe ich mir meinen Einkaufskorb (zwar geerbt aber schon aus Metall und Kunststoff), der würde mir sowas nie antun.

(Anmerkung: Das alles gilt natürlich auch für Papiersackerl.)

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