FILM – The Green Lie

Aufklären und aufrütteln soll er, der neue, sehr wichtige Film von Werner BooteThe Green Lie“, der seit 9. März 2018 in den österreichischen Kinos spielt. Bitte ansehen!

Gemeinsam mit Kathrin Hartmann, einer Journalistin und Autorin, die bereits mehrere Bücher zu Themen des Greenwashing und Raubbau an der Natur geschrieben hat, präsentieren sie quasi in Dialogform die Schwächen des Systems: Werner Boote ist der mitunter naive Konsument, der gerne nachhaltig konsumieren möchte und laufend auf die Tricks der Unternehmer reinfällt. Kathrin Hartmann ist die Expertin und Aufklärende, aber trotzdem nicht Negative und Tatenlose.

„Mir wird gesagt, dass ich die Welt retten kann. Alles, was ich dafür tun muss, ist, nachhaltige und faire Produkte zu kaufen. Aber das ist eine Lüge“ – so startet der Film. Die Produkte, die uns nämlich als nachhaltig angepriesen werden, sind es meist – aus Gründen der Profitmaximierung der Unternehmen – gar nicht. Und genau darum geht es auch: Dass die Verantwortung für Nachhaltigkeit nicht auf den Konsumenten abgewälzt werden darf. Warum werden Produkte nicht einfach so hergestellt, dass sie weder der Natur schaden, noch Menschen ausbeuten? Kathrin Hartmann plädiert auf verpflichtende und nicht wie bisher freiwillige Prinzipien der Unternehmen, die bei Verstößen auch bestraft werden würden. Nur so könnten manche grüne Lügen beendet werden.

 

Boote und Hartmann reisen um die Welt und zeigen eindrucksvolle Aufnahmen, besuchen sogenannte „nachhaltige“ Palmölplantagen in Indonesien (abgebrannte Regenwaldflächen, um den Ölpalmen Platz zu machen) und den Braunkohle-Tagebau der Firma RWE in Garzweiler in Deutschland. Sie besichtigen die immer noch sicht- und spürbaren Folgen der Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon vom 20.4.2010 (weil BP das Öl nicht richtig entfernen hat lassen, sondern mit der Chemikalie Corexit eingesprüht hat, das das Öl tief unter Wasser drückte), die Lithium Batterie des angepriesenen Weltretter-Autos Tesla kommt auch nicht gut weg. Auch dem Globalisierungskritiker Noam Chomsky statten die beiden einen Besuch ab. Seine mahnenden aber auch motivierenden Worte: „Wir müssen an einem Systemwandel arbeiten, damit die Lügen nicht mehr nötig sind. … Wenn es so weiter geht, kommt es zur Zerstörung des Lebens. … Aber: Es ist keinesfalls hoffnungslos!“

Die Botschaft des Films ist positiv – wir sind dem Greenwashing nicht macht- und wirkungslos ausgeliefert, sondern müssen uns nur sichtbar engagieren. Auf wirklich nachhaltigen Konsum allein zu achten, reicht allerdings nicht mehr, der Spruch „dein Kassenzettel ist dein Stimmzettel“ verliert hier etwas seine Bedeutung. Weitergehender Protest, je nachdem, was man gern tut und sich zutraut, ist gefragt. Beispiele aus der ganzen Welt sieht man in „The Green Lie“: Menschen, die sich verbünden, in Initiativen engagieren und andere Menschen motivieren. Und ebenfalls wichtig: das jeweilige Engagement auch sichtbar machen! Einfach anfangen – in Graz gibt es dazu viele Möglichkeiten, die meisten findet ihr bereits auf unserer Homepage. Und sonst kontaktiert uns bitte , wir finden in einem gemeinsamen Gespräch das für euch passende Engagement!

 

The Green Lie – ab 9. März in den österreichischen Kinos

In Graz derzeit im Geidorf-Kino, Schubertkino und Royal.

Empfohlen wird der Film für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren – ist daher sehr gut geeignet für Schulklassen!

Die Eintrittskarte für die Vorpremiere am 6.3.2018 habe ich beim Gewinnspiel der Grazer Grünen gewonnen und mich sehr darüber gefreut: vielen Dank!

 

 

Vorpremiere The Green Lie 6.3.2018 Schubertkino

 

 

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