Österreichs Restmüll in Zahlen + Abfalltrennblatt der Stadt Graz

Heute (18.3.2018) ist Welt-Recycling-Tag!

Die Montanuniversiät Leoben hat ganz aktuell den Restmüll der Österreicher untersucht. Auf welche Ergebnisse kamen sie?

Zunächst produziert der durchschnittliche Österreicher pro Jahr 166 kg Restmüll, insgesamt sind das 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr, ein im EU-Vergleich eigentlich eher niedriger Wert. Die einzelnen Bundesländer schneiden hier sehr verschieden ab:

  • Vorarlberg: 80 kg Restmüll
  • Steiermark: 127 kg Restmüll
  • Wien: 289 kg Restmüll

Ein Wert von 80 kg Restmüll wäre der Idealfall (damit sind die Vorarlberger vorbildlich). In diesem Restmüll von 1,4 Millionen Tonnen sind nämlich nach wie vor andere wertvolle, wiederverwertbare Abfälle enthalten, die einem Recycling zugeführt werden könnten, nämlich:

  • Kunststoffe: 18 % (250.000 Tonnen)
  • Papier und Karton: 14 % (200.000 Tonnen)
  • Glas: 5 % (70.000 Tonnen)
  • Metalle: 5 % (67.000 Tonnen) sowie
  • einiges an Biomüll

Eine entsprechende richtige und konsequente Trennung des Abfalls schont nicht nur unsere Rohstoffe und die Umwelt, sondern auch die Geldbörse. Hans Roth, Präsident des Entsorgerverbandes (VOEB) meint, das Einsparungspotenzial durch eine genauere Mülltrennung und damit einer Reduktion des Restmülls mache alleine in der Steiermark rund 20 Millionen € aus. Laut einer aktuellen Studie des VOEB, achten zwar 85% der Österreicher auf Mülltrennung, drei von vier der unter 30jährigen sei aber unsicher, welcher Abfall in welche Tonne gehört. (Quelle: Woche Graz, 6.6.2018)

Quelle: https://www.recyclingmagazin.de/2018/03/16/80-kilo-restmuell-ist-idealgewicht/

Die Kosten für die Restmüllentsorgung werden den Bürgern bzw auch Unternehmen nämlich von den Gemeinden je nach Tonnengröße und Entleerungsintervall vorgeschrieben. Für Verpackungen aller Art zahlt man aber schon mit dem Einkauf des jeweiligen Produktes die Entsorgung mit. Landen somit Verpackungsabfälle im Restmüll, zahlt man eigentlich doppelt.

Sieht man sich die Tarife an, erkennt man, dass zB die 120-Liter-Tonne (inkl. eigener Biotonne) mit einer 2-wöchigen Entleerung im Jahr auf € 220,- kommt, wird sie nur alle 4 Wochen abgeholt, sind nur € 111,30 zu berappen. (Hinweis: den Kompostbonus erhält man, wenn man seinen Bioabfall nachweislich selbst kompostiert und keine Biotonne benötigt).

Es zahlt sich daher doppelt aus, den Abfall richtig zu trennen, den Restmüll zu minimieren und die Größe bzw die Anzahl der Restmülltonnen bzw der Abholungen zu reduzieren. Auch bei Mietwohnungen werden die Müllgebühren je nach angefallenem Aufwand direkt an die Mieter weiterverrechnet. Sinken die Müllgebühren, kommt dies dem Mieter zugute. Wir finden, es ist Zeit, eine Bestandsaufnahme durchzuführen: Mülltonnengröße, Entleerungsintervall, … und schließlich muss auch der Inhalt der Restmülltonne inspiziert und die BewohnerInnen informiert werden. Vielleicht ist eine weitere gelbe oder rote Tonne nötig, damit die schwarze kleiner werden kann? Ein wenig Arbeit, wir finden aber: es lohnt sich!

Übrigens: Im Herbst 2018 startet wiederum ein neuer Durchgang zur sehr, sehr empfehlenswerten (selbst im Jahr 2017 absolviert) Gratis-AusbildungEhrenamtlicher Abfallcoach„, in welchem man nicht nur viel Wissenswertes rund um den Abfall und der Abfallvermeidung erfährt, sondern auch tolle Exkursionen macht. Hier der Link zum Beitrag vom Jahr 2017  Ehrenamtlicher Abfallcoach – Ausbildung 2017 Engagierte TeilnehmerInnen aus den Vorjahren konnten in ihren Siedlungen bereits Müllreduktionen in Höhe von zig tausend € erreichen!

Hier die Höhe der Gebühren 2018 der Holding Graz:

In Graz helfen die informativen Abfalltrennblätter der Stadt Graz bei der richtigen Einordnung des Abfalls. Diese sind mittlerweile in 20 verschiedenen Sprachen erhältlich. Abfalltrennblatt der Stadt Graz (Sprache deutsch)

Hier der Link zum Download der nicht-deutschsprachigen Info-Blätter (man kann sich die Abfalltrennblätter aber auch zusenden lassen): http://www.umwelt.graz.at/cms/beitrag/10088482/4851342/?aat~Abfall/_lAbfalltrennblatt_l(mehrsprachig)


Abfalltrennblatt:

 

9 Kommentare:

  1. Gabriele Sahin-Koller

    2015 habe ich den Kurs „Ehrenamtliche Abfallcoaches“, welcher übrigens gratis ist, besucht. Mit dieser Ausbildung konnte ich durch Schulung der BewohnerInnen in meiner Siedlung mit 49 Haushalten rund € 16.000 an jährlichen Müllgebühren einsparen. Die Mülltrennblätter der Holding Graz waren eine große Unterstützung.

    • Liebe Gabi, danke für die Zahlen, die ja doch sehr aufrütteln könnten (€ 15.000,-!! Wow!).
      Ich habe nun im Beitrag noch einen Absatz mit der Ankündigung zur Ausbildung zum Ehrenamtlichen Abfallcoach 2018 ergänzt. Am liebsten würde ich ja auch noch einmal teilnehmen – so toll war es letztes Jahr. 🙂
      Liebe Grüße, Beatrix

      • Gabriele Sahin-Koller

        Vielen Dank liebe Bea! Ich war schon 3 Mal dabei, wenn mein Projekt noch immer interessiert, dann bin ich auch heuer wieder dabei. Lg Gabi

        • Wenn ich niemandem den Platz wegnehme, möchte ich auch wieder dabei sein. Aber davor mache ich ganz viel Werbung für diese interessante und gewinnbringende Ausbildung! 🙂

  2. 'Gerhild Hafner

    Seit es das umweltfreundliche , verrottbare Plastik gibt bin ich einerseits glücklich über die neue Entwicklung, andererseits verunsichert wie ich das nun richtig entsorgen soll. Kann ich dieses Plastik wirklich in die Biomülltonne geben? Oder wird es aus dem Plastikmüll aussortiert und auch der Wiederverwertung zugeführt?

    • Liebe Gerhild, das ist eine gute Frage: Das sogenannte „Bio-Plastik“ soll nicht mit in die Biotonne gegeben werden, da es vor allem von normalem Plastik nicht unterschieden werden kann. Da wir in Graz landwirtschaftlich kompostieren (siehe unser Beitrag: https://nachhaltig-in-graz.at/exkursion-landwirtschaftliche-kompostieranlage-dobl-zwaring/), müssen das die Bauern händisch rausklauben. Manche Bioplastiksorten verrotten auch zu langsam und sind deshalb auch nicht für den Biomüll geeignet. Am besten ist es daher, das Sackerl in die Biotonne auszuleeren und das Sackerl in den Restmüll zu schmeißen. Im Kunststoffmüll sind sie angeblich auch nicht erwünscht, weil sie verkleben. Einen Vorteil haben diese Sackerl wahrscheinlich dennoch: sie sind aus erneuerbaren Rohstoffen gefertigt. Siehe auch unseren Beitrag zum Biomüll-Sackerl: https://nachhaltig-in-graz.at/bio-muell-sackerl/

  3. Alexandra Keckstein

    Liebeb Bea,
    gibt es in Graz eine Sammelstelle für Flaschenkorken?
    Liebe Grüße,
    Alexandra

    • Hallo Alexandra,
      ich springe da mal ein, weil ich gerade an dem Thema dran bin.
      Derzeit gibt es keine Kork-Sammlung mehr – die Holding Graz hat ihre eingestellt.
      Ich habe aber gerade dieser Tage die Firma Schiesser in Wien aufgetan, die ein Kork-Recycling-Projekt am Laufen hat.
      Vielleicht bekommen wir da in absehbarer Zeit etwas nach Graz – solange die Korken bitte selbst sammeln (wenn möglich).

      Weitere Informationen gibt’s dann voraussichtlich hier – gell, Bea?

      Viele Grüße
      Ralf

      • Hallo Ralf und Alexandra,
        vielen Dank. Wollte noch warten, bis wir alles einigermaßen geklärt bzw wir wieder Zeit für den PC gefunden haben.
        Wir haben einstweilen eine kleine Korkensammlung in unserem Verschenkladen in der Leonhardstraße 38 eröffnet – dort kann man Korken abgeben und wir schauen dann, was man am besten damit machen könnte (recyceln, basteln, …).
        Lieben Gruß,
        Beatrix

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