Petition für faire und nachhaltige Digitalisierung in Schulen

Das Thema Digitalisierung in der Schule ist im neuerlichen Lockdown gerade wieder hoch aktuell. Neben vielen sozialen Fragen drängt sich hier natürlich auch das Thema der Nachhaltigkeit auf: bei der Produktion und Entsorgung von digitalen Geräten gibt es eine Reihe von schwerwiegenden Problemen: Raubbau von Bodenschätzen, schlechte Arbeitsbedingungen in Fabriken, hoher CO2-Ausstoß, giftige Halden von Elektroschrott.

Aufforderung an die Österreichische Bundesregierung zur Verantwortung

Das Bildungsministerium hat im Rahmen der Initiative “Digitale Schule” einen 8 Punkte Plan vorgelegt, der allen Schüler*innen ab der 5. Schulstufe den Zugang zu einem eigenen digitalen Lerngerät ermöglichen soll. Sozial sehr gut, aber auch nachhaltig?

Das NGO Bündnis Arbeitsgemeinschaft Rohstoffe, das sich für die ökologisch und sozial nachhaltige Beschaffung von Rohstoffen für digitale Endgeräte einsetzt, hat jetzt die Petition „Faire und nachhaltige digitale Geräte für SchülerInnen“ gestartet. 

Das Bildungsministerium wird darin aufgefordert, den geplanten Großeinkauf der Republik dazu zu nutzen, um ein Zeichen für Nachhaltigkeit und globale Verantwortung zu setzen.

Die Arbeitsgemeinschaft hat dazu fünf konkrete Empfehlungen ausgearbeitet:

  1. Zusammenarbeit mit Electronics Watch, einer unabhängigen Monitoring-Organisation, die den Schutz von Arbeitsrechten und die Sicherheit von ArbeiterInnen in der Lieferkette der Elektronikindustrie, sowie die Nachhaltigkeit in der Produktionskette überprüft.
  2. Kauf von refurbished Geräten, für eine deutliche Schonung der Ressourcen. Aufbereiten gebrauchter Business-Geräte reduziert CO2-Emissionen im Schnitt um 70 Prozent gegenüber der Neuproduktion eines Gerätes, da nur jene Komponenten erneuert werden, die nicht mehr funktionieren. Und es schafft Arbeitsplätze in Österreich.
  3. Garantierte Reparierbarkeit der Geräte für 5 Jahre sicherstellen, die eine längere Nutzungsdauer erreicht und so weniger Neugeräte erforderlich macht. Kooperieren Sie nur mit LieferantInnen, die bei Bedarf Reparatur- und Servicedienstleistungen anbieten.
  4. Fachgerechte Entsorgung bzw. Recycling durch ein System, indem die in den Geräten enthaltenen Rohstoffe wieder in ein zirkuläres Wirtschaftssystem zurückgeführt werden, statt auf illegalen Deponien Menschen und Umwelt zu gefährden.
  5. Die Umweltverträglichkeit sicherstellen und unvermeidbare Umweltkonsequenzen kompensieren, indem schon in der Ausschreibung des Auftrags entsprechende Kriterien enthalten sind und weiters Organisationen unterstützt werden, die die Auswirkungen des Rohstoffabbaus auf Fauna, Flora und die dort lebenden Menschen dokumentieren und kompensieren.

Hier gehts zur Petition: Faire und nachhaltige digitale Geräte für SchülerInnen

Arbeitsgemeinschaft Rohstoffe

Die AG Rohstoffe ist eine Kooperation von RepaNet, der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, GLOBAL 2000, Jane Goodall Institut – Austria, Finance & Trade Watch, Südwind, Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe) und „weltumspannend arbeiten“. Wissenschaftlich begleitet wird die AG durch die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE).

Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft Rohstoffe: https://www.repanet.at/re-use-toolbox/re-use-repathek/positionspapier-digitalisierung-und-kreislaufwirtschaft-zeit-fuer-ein-sozial-oekologisches-upgrade/
Petition: repanet.at/rohstoffe/fairegeraete/
Initiative Digitale Schule des Bildungsministeriums: digitaleschule.gv.at/digitale-endgerate-fur-schulerinnen-und-schuler/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.