Podiumsdiskussion: „Ist Essen politisch?“ 3.12.2019

Essen ist politisch! Was tun für eine (klima-)gerechte Ernährung

Veranstaltung · Di., 3.12.2019 · HS 15.02 ReSoWi Zentrum · Graz

Klimaschutzziele – wie etwa eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 oder 2 Grad – sind kaum ohne eine radikale Änderung der Landnutzung und unserer Ernährungsgewohnheiten erreichbar. Woran liegt es, dass unsere Ernährung so klimafeindlich und ungerecht ist? Und welche Maßnahmen sind auf politischer Ebene zu setzen, um die notwendigen tiefgreifenden Veränderungen zu erreichen und gleichzeitig eine sichere und sozial gerechte Versorgung mit gesunden Lebensmitteln zu garantieren?

Diese Fragen diskutierten:

  • Dipl.-Ing. Dr. phil. Willi Haas, Institut für Soziale Ökologie, BOKU
  • DrIn. Ulli Klein, Landwirtin, Kleine Farm (solidarische Landwirtschaft)
  • Dr.med. Veronika Kerschbaumer (Foodsharing)
  • Sandra Krautwaschl, Landtagsabgeordnete, Die Grünen Steiermark

Moderation: Mag.a Andrea Pavlovec-Meixner, Gemeinderätin, ALG/Die Grazer Grünen

Vor einem vollen Hörsaal hielt zuerst Dr. Willi Haas zum Einstieg in die Materie einen interessanten Eingangsvortrag. Er zeigte auf, welchen Einfluss unsere Ernährung (vor allem der Fleischkonsum) mit der Klimaerwärmung zu tun hat. Die Landwirtschaft ist einer der Hauptemittenten von CO2 und Methan.

In mehreren Gesprächsrunden gaben danach die Diskutanten ihre Statements ab. Vom Verein Foodsharing Graz war die „Botschafterin“ Veronika Kerschbaumer eingeladen. Foodsharer retten Lebensmittel, die sonst weggeworfen werden würden und leisten so einen wertvollen Beitrag für weniger Verschwendung aber auch Bewusstseinsbildung. Frau Dr. Kerschbaumer gab ein leidenschaftliches Plädoyer ab, gegen den Wahnsinn der der Lebensmittel-Überproduktion und den achtlosen Umgang mit Essbarem. Von allen weggeworfenen Lebensmitteln in den USA und Europa könnte man locker alle Hungrigen dieser Welt ernähren! Sandra Krautwaschl von den Grünen erklärte dann noch, was die Politik tun könnte, um dieser Verschwendung Herr zu werden bzw. wie eine Änderung unserer Essgewohnheiten zur Klimarettung beitragen könnte.

Das Fazit dieser Veranstaltung war wohl, dass Essen definitiv politisch ist und jeder von uns darüber nachdenken sollte, ob wir nicht weniger Fleisch und überhaupt mehr lokale Biolebensmittel essen könnten.

Anschließend bot ein köstliches Foodsharing-Buffet mit geretteten Lebensmittel noch Möglichkeiten zum Diskutieren.

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