Unser Jahresrückblick 2017

Indem 2017 für uns ein außergewöhnliches Jahr war, das uns aus unseren alten eingefahrenen Strukturen gehörig rausgerissen hat, möchten wir es ein wenig festhalten, einerseits für euch, aber auch für uns, damit der Alltag dieses besondere Jahr nicht verdrängt oder unbedeutend macht.

bea: 
Wow – hatte ich schon jemals so ein Jahr? Ich denke nicht. Zwar war zum letzten Jahreswechsel mein Wunsch nach aktiver Veränderung bereits sehr groß und ich war sicher schon quasi auf direktem Weg, aber wo das alles tatsächlich hinführt, war mir bei weitem noch nicht bewusst. Die Reise ist zwar noch lange nicht zu Ende, aber es ist alles schon viel konkreter und realistischer geworden.

Schön, dass ich mit Andrea im Februar 2017 eine Gleichgesinnte getroffen habe, die ebenso motiviert und auch selbstlos einfach anpackt und tut. So konnten wir innerhalb von 14 Tagen unser Baby, unsere Homepage ‚Nachhaltig in Graz‘ aus dem Boden stampfen. Dachte ich zunächst, jetzt wird es ruhiger, wusste Andrea schon: „Jetzt geht’s erst richtig los!“ So flossen (und fließen) viele Arbeitsstunden voller Recherche, Planen und Schreiben der Beiträge in unser Projekt. Es wuchs und wuchs. Daneben engagierte ich mich ja auch weiter bei den offenen Bücherregalen, bei Foodsharing und bei diversen Verschenk-Events.

Die heurigen Höhepunkte waren sicher, dass wir es bei den Aktionstagen Nachhaltigkeit schon unter die Highlights geschafft haben und dann schließlich doch vor allem der Klimaschutzpreis, zu dessen Teilnahme mich mein Sohn erst überzeugen musste. Die Phase zwischen Nominierung und Verleihung war zwar nicht so wirklich meines (das Fernsehen, das Bitten um Stimmen, …). Aber auch das war sehr lehrreich für mich: was macht man nicht alles, wenn einem die Sache wichtig ist? Also, danke Jakob, dass du mir den Link geschickt hast! A-propos: meine Familie verdient wirklich meinen großen Dank, denn sie unterstützen meinen Traum, sei es nun, ob mein Mann mir fast jedes Wochenende frei schaufelt, damit ich möglichst viel für die Webseite machen kann, einer meiner Söhne ist auch mitunter für grafische Komponenten verantwortlich und der andere murrt auch nicht (oder nur selten), obwohl er ab und zu mangels Zeit zB 3 Tage lang Kartoffelgulasch essen muss.

Sehr gut gefallen haben mir meine Schulvorträge zum Thema Nachhaltigkeit gegen Jahresende. Hier kann ich zwei Leidenschaften verbinden: Arbeiten mit Kindern & Jugendlichen und Umweltschutz.

Noch nie habe ich so viel gearbeitet wie 2017 und noch nie war ich so glücklich damit! Aber ich kam auch manchmal an meine Grenzen, allen und allem gerecht zu werden – das neben einem normalen Job ist nicht immer einfach. Es gab auch einige negative Erlebnisse, Skeptiker und Menschen, die einem aus den verschiedensten Gründen nicht wohlgesonnen sind. Ehrlichkeit und Respekt stehen vor allem im Social Media auch trotz diesem wichtigen Sujet anscheinend nicht an oberster Stelle. Es ist eine gute Schule, durch die ich hier gehe. Indem mir nämlich die Sache so viel wert ist und ich so viel Herzblut reinstecke, lerne ich auch hier, mit diesen negativen Herausforderungen umzugehen. Schön ist aber, dass wir viel mehr positive und motivierte Menschen kennenlernen, die auch schon in verschiedene Richtungen sehr aktiv sind und Hoffnung geben.

Ich bin überzeugt, dass ‚Nachhaltig in Graz‘ nicht nur ein Spleen und Hobby, sondern wirklich wichtig ist. Was wichtig ist, ist wertvoll und darf auch etwas wert sein. Wir sind in voller Planungsphase, die Ideen sprudeln. Die Webseite darf weiter wachsen, viele Firmen wenden sich nun schon von sich aus an uns, das Vertrauen freut uns sehr. Aber auch Initiativen melden sich, ob wir Vorträge halten mögen (Ja, mögen wir!). So endet das Jahr 2017 für mich unglaublich positiv und ich starte wieder mit viel Energie in 2018.

mo:
Ich hatte mich entschieden nachhaltiger, gesünder, müllfreier und freier zu leben. Mein persönlicher Weg war und ist der Versuch einer weitgehenden Selbstversorgung auf 1000 m² Gartenfläche. Meine Vorratskammer sieht aus, als würde ich eine Zombieapokalypse erwarten und ich habe einen Holzofen, Handmühlen und eine Essigmutter.

Dann habe ich Bea kennengelernt. In der Zero Waste Gruppe ist sie diejenige, die mir durch ihr Engagement und ihr Wissen aufgefallen ist. Egal, was kaputt ist, sie weiß, wo man es reparieren lassen kann. Der Rest ist Geschichte. Jetzt an den letzten Tagen des beinahe schon alten Jahres frage ich mich, wie es so schnell vorbeiziehen konnte. Zeit vergeht gefühlt umso schneller umso interessantere und spannendere Dinge geschehen und dieses Jahr war spannend. Meine Hochzeit im April führt zu einem der frühen Berichte für Nachhaltig in Graz und schon waren wir (auch damit) im Fernsehen und standen plötzlich auf der Bühne.

Die Online Arbeit (die ich auch beruflich mache) mag ich noch immer. Durch ‚Nachhaltig in Graz‘ wurde sie noch erfüllender und hat an Wichtigkeit gewonnen. An Webseiten basteln und neue Features dazu zu finden wie zB die Social Media Wall macht mir ungeheuren Spaß. Fotografieren war schon immer mein Steckenpferd, wobei mir Informationen transportieren schon immer wichtiger waren als anderes. Für die Webseite, die Verschenkregale, Bücheregale und Foodsharing Fairteiler kann ich das nun gut ausleben, denn hier zählt die Information. Die Organisation des Spielzeug- und Kinderbuch-Verschenkmarktes hat mir auch ungeheuer gefallen. Mit netten Menschen, schönen Sachen und tollen Büchern zu tun zu haben, ist einfach toll. Besonders liebe ich unsere Experimente zB ob man Kastanien für Waschmittel im Häcksler klein bekommt.

Ich will aber auch von den Schattenseiten berichten. Kälte, Müll und Feindlichkeit.
Kälte (jetzt im Winter) beim Einräumen, Hin- und Herräumen von Waren, Essen und Büchern macht mir zu schaffen. Ich bin ein Sommermensch 😀
Müll tut mir weh. Nicht der Müll in meinem Mülleimer, sondern das, was durch schlechte Behandlung oder Transport zu Müll wird, wenn es denn zB im Verschenkregal landet. Ausgenommen Girlanden, denn die kann auch ich nicht so verpacken, dass sie heil bleiben 😉
Feindlichkeit begegnet zwar nicht mir, aber einigen Sachen, mit denen ich zu tun habe. Ein Verschenkregal oder den Verschenkladen auf ‚böse, illegale, ausländische Schnorrer‘ zu beziehen finde ich gemein. Immerhin stand ich mit zwei Sachen aus dem Verschenkladen auf der ORF-Bühne und erhielt mit Bea den Klimaschutzpreis.

Als Rauhnacht-Fan verbringe ich diese Zeit des Jahres quasi in Klausur und so wird gegen Ende dieser Zeit der Rückblick zu einer Vorschau auf das Kommende. Ich bin also schon wieder in der Planungsphase. Garten und Nachhaltig in Graz. Ich möchte gerne …
Aber das verrate ich jetzt nicht. Ihr erfahrt es rechtzeitig 😀

 

© Fotocredit Beitragsbild: BMLFUW/Tadros

2 Kommentare:

  1. Elisabeth Kogler

    Sehr schöner Beitrag über das letzte Jahr, freue mich schon auf den Bericht für 2018 🙂

    Eine Frage: Ich habe ja dieses Kastanien-Waschmittel bekommen:
    Ich habe bei dunkler Wäsche ja schon mal ein grünes oder blaues Shirt dabei. Geht das?
    lg, Elisabeth

    • Danke für die Blumen 😉
      Grün und blau sollte kein Problem sein. Ich habe testhalber ein weißes T-Shirt nur mit den ausgesiebten Schalen gewaschen. Nach einmal waschen war kaum ein Unterschied zu einem weißen zu sehen.

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