VORTRAG: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft

Der Vortrag von Österreichs führender Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb von der Boku Wien wurde von Ernährungssouveränität Österreich organisiert und fand am 23.10.2017 an der Uni Graz statt.

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Vortrag
Im Vortrag ging es um Klimawandel, seine Folgen und den größeren Kontext, in dem dieser steht. Zu Beginn des Vortrags wurde auf alle Fakten eingegangen, über die sich die österreichischen Klimaforscher einig sind. Dazu zählen die messbare Klimaerwärmung und die Hauptursache CO²-Ausstoß durch fossile Brennstoffe. Der Temperaturverlauf der letzten 2000 Jahre war zwar immer Schwankungen unterworfen, zur Zeit sind wir aber weit über dem bisherigen Maximum angelangt.

  • Die CO²-Konzentration in der Atmosphäre beeinflusst das Ausmaß der Sonneneinstrahlung, die von der Erde wieder abgestrahlt werden kann.
  • Das Abschmelzen der Polkappen und der Gletscher führt ebenso zu weniger Abstrahlung der Sonneneinstrahlung ins Weltall.

Ein sich selbst verstärkender Prozess wird in Gang gesetzt, weil aufgrund der Erwärmung zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen (zB. durch das Auftauen von Permafrost) und durch das Abschmelzen der Pole und Gletscher weniger Wärme reflektiert wird. Das ‚business as usual-Szenario‘, bei dem vorausgesetzt wird, dass alles so weiter läuft wie bisher, rechnet mit einer globalen Klimaerwärmung um 3,8% bis zum Ende des Jahrhunderts. Allerdings erwärmen sich die Ozeane langsamer als die Landmassen, daher liegt die Erwärmung in Österreich über diesem Wert. Auch die große Anzahl der Gletscher beziehungsweise deren Abschmelzen führt zu einer höheren Erwärmung in Österreich im Vergleich zum globalen Durchschnitt.

Die Berechnungen der Klimaforscher basieren nicht auf statistischen Prognosen sondern auf werden anhand physikalischer Grundgesetze simuliert. Im weltweiten Vergleich zeigen sich bei den Ergebnissen der Klimaforscher zwar leichte Unterschiede aber im großen und ganzen deuten alle in die selbe Richtung:

Folgen des Klimawandels

  • Der Anstieg des Meeresspiegels führt zu einem Landverlust, im Mittelmeer wäre das zB die Stadt Alexandrien. Diese Entwicklung führt zu Migration und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu häufigeren Kriegen um Land, Nahrung und Ressourcen.
  • Zunehmende Wetterphänomene und ihre Auswirkungen wie heißere Sommer, kaum Frühling, mehr und stärkere Gewitter vor allem zu ungünstigeren Jahreszeiten und darauffolgende Überschwemmungen entstehen durch die Varianz.
  • Schäden am Ökosystem wie die Austrocknung der Moore, Aussterben diverser Pflanzenarten zB in tropischen Hochlandwäldern und das Verschieben der Lebensräume von Tieren sind kaum abzuschätzen.

Probleme für die Landwirtschaft

  • Bisher angebaute Pflanzen wie zB die Fichte, die in der österreichischen Forstwirtschaft vorwiegend genutzt wird, finden nicht mehr das ideale Klima vor.
  • Starke Regen und Gewitter sowie lang andauernde Trockenphasen wechseln sich ab und führen zu verstärkter Bodenerosion und Missernten.

Wege zur Emissionsreduktion

  • Bedarf für emissionsintensive Güter senken
  • Erhöhte Ressourcen-Effizienz
  • Maßnahmen wie zB Biolandbau
  • Technologien mit geringer Emission zur Energie- und Wärmeerzeugung

Auch Geoengineering wurde kurz angesprochen. Der Begriff Geoengineering bezeichnet vorsätzliche und großräumige Eingriffe mit technischen Mitteln in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe der Erde. Zum Geoengeneering hatte Frau Helga Kromp-Kolb eine ‚lustige‘ Meldung parat: „Der Mensch neigt dazu Dinge, die er nicht haben will zu vergraben, aber wir wissen ja, dass das immer wieder hochkommt.“

Österreichischer Sachstandsbericht Klimawandel 2014
Zusammenfassung für Entscheidungstragende
Koordinierende LeitautorInnen:  Helga Kromp-Kolb, Nebojsa Nakicenovic, Karl Steininger

Österreichischer Sachstandsbericht Klimawandel 2014 Komplettversion
1097 Seiten – 34 MB
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Wir müssen Maßnahmen ergreifen, die zu einem nachhaltigeren Lebensstil führen.
Nachhaltigkeit muss günstiger und einfacher werden.

 

Ein Kommentar:

  1. Ich habe dazu noch einen interessanten Bericht bei DW (staatliche Auslandsrundfunk der ARD) gefunden.
    TITEL: Klimarettung mit mehr Humus im Boden?
    http://www.dw.com/de/agrarwende-klimaschutz-landwirtschaft-fleisch-d%C3%BCnger-pestizide-soja-weltern%C3%A4hrung/a-41053045

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