Vortrag „Was uns leben lässt“

„Vom Anbauen, Ernten und Verteilen regionaler Lebensmittel“

Am 6.3.2017 fand im Pfarrsaal St. Leonhard in der Reihe „Spiritueller Montag“ ein Vortrag zum Thema „Was uns leben lässt – Vom Anbauen, Ernten und Verteilen regionaler Lebensmittel“ statt. Karl Steininger von der KFU Graz, der wie immer souverän und angenehm durch den Abend moderierte, lud dazu drei Frauen ein, die den Gästen einen sehr berührenden und motivierenden Vortrag boten:

Die drei präsentierten verschiedene Zugänge, wie auch wir Städter wieder zu mehr Ernährungssouveränität gelangen könnten.


Sarah Reindl: berichtet von den Beweggründen, den ersten richtig verpackungslosen Laden in Graz zu eröffnen, wie sie in ihrem kleinen Geschäft darauf achten, wirklich nachhaltig zu wirtschaften und vor welche Herausforderungen sie dabei aber immer wieder gestellt werden.

Anna Ambrosch: erzählt vom mitunter schwierigen Weg weg von der reinen Marktwirtschaft hin zu einer sogenannten „Gelawi“. Gelawi ist die Abkürzung für gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft. Landwirt und Mitglieder (ErnteteilerInnen) übernehmen gemeinsam Verantwortung und Risiko für die landwirtschaftliche Produktion. Dem zugrunde liegt das Prinzip der Kostendeckung und nicht der Gewinnmaximierung. Außerdem arbeitet Bio-Fuchs an der Eigenproduktion von samenfesten Sorten, das heißt, dass die Samen der Pflanzen zum Nachbau geeeignet sind (im Unterschied zum herkömmlichen Saatgut – Hybridsaatgut, welches jedes Jahr neu gekauft werden muss).


Julia Tritscher: kann einerseits einiges von den Gemeinschaftsgärten Graz erzählen, weil sie dazu eine Arbeit verfasst hat. 23 Gemeinschaftsgärten gibt es momentan in Graz, kleine und größere. Das Soziale stehe hier vor allem im Vordergrund, weniger der Ernteertrag. Gemeinschaftsgärten leisten einen positiven Beitrag zur Stadtentwicklung. Andererseits ist Julia Tritscher derzeit aber auch in der Ökologischen Landwirtschaft Attendorf angestellt. Erwachsene mit Behinderung helfen dort beim biologischen Landbau mit. Auf 1,3 Hektar werden Obst, Gemüse und Kräuter angebaut. Die Ernteerträge werden in Form von „Bio-Kisterln“ verkauft.

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