Was ich gerne antworten würde …
Krisenstimmen: In dieser Rubrik ist Platz für eine andere Art der Annäherung an die Klimakrise, die Klimakatastrophe, den Klimakollaps. Keine wissenschaftlichen Artikel, keine Energiespartipps – hier wird der Frage nachgegangen, wie es uns eigentlich mit der Krisenstimmung geht. Und das in Form von Texten, die einmal eher erzählerisch, einmal eher nachdenklich oder ganz poetisch daherkommen können. Immer auf der Suche nach dem, was zwischen den Zeilen steht.
Frei übersetzt von: https://metabolizingcollapse.substack.com/p/what-i-wish-i-could-say-about-collapse
An diejenigen, denen ich nie von meiner existenziellen Angst erzählt habe.
„Wie geht es dir?“, werde ich gefragt.
‚Ausgelaugt. Wenn ich aufwache, denke ich an den Kollaps. Wenn ich einschlafe, denke ich an den Kollaps. Jeder Tag ist vom Wissen geprägt, dass wir am Rande der Zeit stehen, am Abgrund. Es ist der Hintergrund jeder Nachricht, jedes Problems. Du denkst, es ist schlimm, aber es wird besser werden? Ich weiß, dass es das nie wirklich wird.‘
„Gut, ich freue mich aufs Wochenende!“, antworte ich.

„Wie geht es dir?“, werde ich gefragt.
‚Erschöpft. Aufgepeitscht von einer Kultur, die Super Bowls statt prächtiger Eulen verehrt. Die Werbesekunden ticken vorbei, triefen vor Geld und Einladungen zum Shoppen wie ein Milliardär und Plastikmüll soll unsere Seelen nähren. Wo sie Shows namens „Feuerland“ zur Unterhaltung erfinden, während sie die Spektakel ignorieren, die das Feuer nähren.‘
„Müde, bin die ganze Nacht wach geblieben, um dieses großartige Spiel zu sehen! Was für ein Nervenkitzel!“ antworte ich.
„Wie geht es dir?“, werde ich gefragt.
‚Betäubt. Jeden Tag Bomben. Ein weiterer Tag im Krieg. Entschuldigung, Kriege, im Plural, aber wer zählt schon mit? Wenn ich die Leichen zählen würde, wenn ich ihr Leid zuließe, würde ich noch lange in einem Leben leiden, das es noch gar nicht gibt. Wir hätten nicht hier sein sollen. Mindestens sieben Milliarden von uns hätten nicht hier sein sollen. Wer von uns muss gehen? Der Kloß in meinem Hals will einfach nicht verschwinden.‘
„Gut, wie immer viel zu tun“, antworte ich.
„Wie geht es dir?“, werde ich gefragt.
‚Ich wurde auf dem Oberdeck der Titanic geboren, nachdem sie bereits den Eisberg gerammt hatte. Vielleicht gehöre ich zu denen, die als Letzte ertrinken, aber ich habe aus dem Fenster geschaut und die Leichen im Wasser gesehen, treibend auf zerbrochenen Eisschollen. Ich setze mich an den Tisch, setze meinen Einsatz und bekomme ein neues Blatt. Ich lache mit meinen Freunden und meiner Familie, wir sind überwältigt von unserem Glück. Sie haben nicht nach draußen geschaut, und ich erwähne nicht, was ich gesehen habe. Ich spiele weiter, aber ich höre immer noch die Schreie.‘
„Ich versuche einfach, dankbar für alles zu sein, was ich habe“, antworte ich.
Frei übersetzt von: https://metabolizingcollapse.substack.com/p/what-i-wish-i-could-say-about-collapse (by Kavi, 13.2.2024)
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