Klimawandel und Extremwetter: Die interaktive Karte von Carbon Brief

Was zeigt die interaktive Karte von Carbon Brief?

Um den Überblick über das schnell wachsende Forschungsfeld der Attributionsforschung (Ursachenforschung) zu behalten, hat Carbon Brief alle veröffentlichten Studien darüber, wie der Klimawandel extreme Wetterereignisse beeinflusst hat, erfasst. Das Tool „Mapped: How climate change affects extreme weather around the world“ von Carbon Brief sammelt Forschung zu Extremwetter und Klimawandel auf einer interaktiven Weltkarte. Es zeigt nicht bloß Wetterdaten, sondern die Ergebnisse wissenschaftlicher Attributionsstudien – also Untersuchungen dazu, ob der Klimawandel ein Ereignis wahrscheinlicher oder stärker gemacht hat.

Laut Carbon Brief umfasst die aktuelle Version (Mitte Mai 2026) 967 Extremereignisse und Trends aus 819 Studien. In 85 Prozent der erfassten Fälle wurde ein Einfluss des menschengemachten Klimawandels festgestellt; meist wurden Ereignisse dadurch wahrscheinlicher oder intensiver.

Carbon Brief

Link zur Map: https://interactive.carbonbrief.org/attribution-studies/
E-Mail: info@carbonbrief.org

Datengrundlage

Die Grundlage ist eine öffentlich zugängliche Datensammlung von Carbon Brief. Sie enthält unter anderem Ereignisname, Jahr, Region, Ereignistyp, Attributions-Ergebnis, Publikationsjahr, Quelle, Link und Kurzbeschreibung der jeweiligen Studie.

Berücksichtigt werden sowohl wissenschaftliche Fachpublikationen als auch schnelle Erstanalysen, etwa von World Weather Attribution. Carbon Brief bezieht außerdem ausgewählte Arbeiten anderer Forschungsgruppen ein.

Wer hinter dem Projekt steht

Carbon Brief ist keine Forschungseinrichtung im engeren Sinn, sondern ein journalistisches und datenorientiertes Fachmedium, das wissenschaftlich fundiert über Klimawandel, Energie und Klimapolitik berichtet. Es arbeitet aber mit einem Team aus Journalist*innen, Datenleuten, Visualisierungsexpert*innen und wissenschaftlichen Fachautor*innen sowie mit einem internationalen Kreis externer Fachredakteur*innen.

So funktioniert die Karte

Die Karte lässt sich nach Ergebnis oder Ereignistyp filtern. Wer auf Regionen oder Länder klickt, bekommt die zugehörigen Fälle angezeigt und kann sich bis zu den einzelnen Studien durchklicken. Praktisch ist auch die durchsuchbare Tabelle unter der Karte. Damit lassen sich gezielt Länder, Jahre oder verschiedene Extremwettertypen recherchieren.

Für Österreich wurden bisher zwei Extremwetterereignisse untersucht:

  • Hitzewelle im September-Oktober 2023: Ergebnis: „schwerwiegender oder wahrscheinlicher“
    „Dies verdeutlicht, welch ein außergewöhnliches Ereignis die Abfolge der Monate September und Oktober 2023 in Wien war und dass dies nur durch den vom Menschen verursachten Klimawandel möglich wurde.“
  • Starkregen in Wien, August 2024: Ergebnis: „schwerwiegender oder wahrscheinlicher“
    „Obwohl die Zeitreihe der extremen Niederschläge keinen signifikanten statistischen Trend aufweist, verkürzt die Berücksichtigung der durchschnittlichen Temperatur in der mittleren Troposphäre die Wiederkehrperiode von 700 auf 300 Jahre, was darauf schließen lässt, dass der Klimawandel die Häufigkeit solcher Ereignisse erhöht.“

Warum Attributionsstudien wichtig sind

Das Tool macht sichtbar, dass Klimawandel nicht nur ein abstrakter Langzeittrend ist, sondern bei vielen Extremereignissen bereits heute messbar mitwirkt. Gleichzeitig zeigt es auch die Grenzen der Forschung: Nicht jedes Ereignis ist bereits untersucht, und manche Regionen sind deutlich schlechter abgedeckt als Europa, Asien oder Nordamerika.

Quellen:

  • https://www.carbonbrief.org/interactive-how-climate-change-shapes-food-insecurity-across-the-world/
  • https://climate.copernicus.eu/sites/default/files/custom-uploads/2530%208GA/Presentations/Extreme%20event%20attribution,%20a%20utilisation%20perspective%20for%20decision-making%20communities_Amy%20Waterson%20(UK%20MetOffice).pdf
  • https://www.worldweatherattribution.org/methods/
  • https://climate.mit.edu/explainers/climate-change-attribution

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