Forschung für eine klimafreundliche Verkehrswende
Das Zentrum für Aktive Mobilität (ZAM) in Graz ist ein gemeinsames Forschungszentrum der Universität Graz und der TU Graz, das sich ganz der Frage widmet, wie wir uns in Zukunft klimafreundlicher, gesünder und lebenswerter fortbewegen können. Im Mittelpunkt stehen Formen aktiver Mobilität – zu Fuß, mit dem Fahrrad und in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln – sowie die Frage, wie Städte wie Graz so gestaltet werden können, dass nachhaltige Mobilität zur naheliegenden Wahl im Alltag wird.
Interuniversitäres Zentrum von Uni Graz und TU Graz
Das Zentrum für Aktive Mobilität ist seit 2023 als interuniversitäre Einrichtung von Universität Graz und TU Graz angelegt und bündelt Expertise aus unterschiedlichen Disziplinen: von Verkehrs- und Raumplanung über Psychologie und Soziologie bis hin zu Umwelt- und Gesundheitswissenschaften. Ziel ist es, Forschung nicht im Elfenbeinturm zu betreiben, sondern gemeinsam mit Stadtverwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an praxistauglichen Lösungen für die Verkehrswende zu arbeiten.
Durch diese enge Zusammenarbeit wird aktive Mobilität als eigenes, inter- und transdisziplinäres Forschungsfeld etabliert. Das Zentrum ist zunächst für mehrere Jahre angelegt und soll in dieser Zeit wissenschaftliche Grundlagen schaffen, konkrete Projekte umsetzen und die nationale und internationale Vernetzung im Bereich nachhaltige Mobilität stärken.
Zentrum für Aktive Mobilität
Merangasse 18/I, 8010 Graz
Telefon: 0316/380-3224
E-Mail: activemobility@uni-graz.at
Website: Zentrum für Aktive Mobilität

Was unter „aktiver Mobilität“ verstanden wird
Unter aktiver Mobilität versteht das Zentrum alle Formen der Fortbewegung, bei denen körperliche Aktivität im Mittelpunkt steht: zu Fuß gehen, Radfahren, Scootern – oft auch in Kombination mit Bus, Bahn oder Bim. Im Unterschied zum motorisierten Individualverkehr geht es dabei nicht nur um die Reduktion von CO₂-Emissionen, sondern auch um Gesundheitsförderung, Lebensqualität im öffentlichen Raum und eine gerechtere Verteilung von Flächen in der Stadt.
Aktive Mobilität wird im ZAM nicht als Selbstzweck, sondern als Schlüssel zu mehreren gesellschaftlichen Zielen gesehen: weniger Lärm und Luftverschmutzung, mehr Sicherheit im Straßenraum, attraktivere Stadtviertel, sowie niedrigere Klimabelastung. Der Fokus liegt deshalb auf der Frage, wie Städte aktiv so gestaltet werden können, dass kurze Wege, sichere Infrastruktur und attraktive Aufenthaltsräume selbstverständlich werden.
Forschungsschwerpunkte: Mobilität, Raum, Verhalten
Die Forschungsprojekte am Zentrum für Aktive Mobilität decken ein breites Spektrum ab. Dazu gehören unter anderem:
- Analysen des Mobilitätsverhaltens von Bewohner:innen, Studierenden und Pendler:innen in Graz.
- Untersuchungen zur Qualität und Nutzbarkeit von Fuß- und Radinfrastruktur.
- Studien zur Verknüpfung von Mobilität mit Gesundheit, Klimaschutz und sozialer Teilhabe.
- Projekte zu Mobilitätsentscheidungen im Alltag, etwa beim Einkaufen, beim Pendeln oder auf dem Weg zur Bildungseinrichtung.
- Raumplanerische Fragestellungen: Wie müssen Straßen, Plätze und Quartiere gestaltet sein, damit aktive Mobilität attraktiv und sicher ist?
Neben quantitativen Erhebungen und Modellierungen kommen auch qualitative Methoden, Reallabore und Beteiligungsprozesse zum Einsatz. So können neue Ideen direkt im Stadtraum erprobt und gemeinsam mit Nutzer:innen weiterentwickelt werden.
Zusammenarbeit mit Stadt, Praxis und Bevölkerung
Ein zentrales Merkmal des Zentrums für Aktive Mobilität ist die enge Zusammenarbeit mit kommunalen Akteur:innen und Praxispartnern. Ergebnisse aus der Forschung sollen nicht in Berichten verstauben, sondern in konkrete Maßnahmen einfließen – etwa in Mobilitätskonzepte, Infrastrukturprojekte oder Kommunikationskampagnen.
Dazu arbeitet das Zentrum unter anderem mit der Stadt Graz, regionalen Verkehrsbetrieben, Planungsbüros, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Bildungseinrichtungen zusammen. Bürger:innen sind je nach Projekt über Befragungen, Workshops, Reallabore oder Pilotversuche eingebunden. So entstehen Lösungen, die wissenschaftlich fundiert sind und gleichzeitig an den realen Bedürfnissen der Menschen ansetzen.
Ziel: Lebenswerte, klimafreundliche Stadt Graz
Langfristig verfolgt das Zentrum für Aktive Mobilität die Vision einer Stadt, in der klimafreundliche Mobilität der Standard ist. Das bedeutet: sichere, durchgängige Rad- und Fußwegenetze, attraktive Öffi-Anbindungen, kurze Wege im Alltag und öffentlicher Raum, der nicht von Autos dominiert wird, sondern Platz für Begegnung, Grünraum und Bewegung bietet.
Die Forschungsergebnisse und Projekte aus Graz sollen dabei nicht nur lokal wirken, sondern auch übertragbar sein – auf andere Städte in Österreich und darüber hinaus. Damit leistet das Zentrum einen Beitrag dazu, die Verkehrswende wissenschaftlich zu begleiten und aktiv mitzugestalten.
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