Ein Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität
Heute, am 2. April, am ersten offiziellen Tag des Zu-Fuß-Gehens in Österreich, wollen wir die zahlreichen Vorteile dieser ursprünglichen Fortbewegungsart beleuchten und aufzeigen, welche Bedingungen geschaffen werden müssen, um das Gehen sicher und attraktiv zu gestalten – sowohl in Städten als auch auf dem Land. Was braucht es, um das Gehen wieder mehr zu fördern?
Vorteile des Zu-Fuß-Gehens
Zu-Fuß-Gehen ist mehr als nur eine Art der Fortbewegung. Es ist gesund, umweltfreundlich und fördert die Lebensqualität. Hier sind einige der wichtigsten Vorteile:
1. Gesundheitliche Vorteile
- Körperliche Fitness: Regelmäßiges Gehen stärkt Muskeln, Herz-Kreislauf-System und Knochen. Schon 30 Minuten täglich können das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und Osteoporose senken.
- Mentale Gesundheit: Gehen reduziert Stress, verbessert die Stimmung und kann Depressionen vorbeugen. Es wirkt meditativ und fördert die geistige Klarheit.
- Längeres Leben: Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig zu Fuß gehen, länger und gesünder leben.

2. Ökologische Vorteile
- Klimafreundlich: Gehen ist emissionsfrei und spart Ressourcen – ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes.
- Platzsparend: Fußverkehr benötigt weniger Infrastruktur als motorisierte Verkehrsmittel und trägt zu einer lebendigeren Stadtgestaltung bei.
3. Soziale und wirtschaftliche Vorteile
- Kosteneffizienz: Es entstehen keine direkten Kosten für Benzin, Tickets oder Wartung. Lediglich Schuhe werden stärker abgenutzt.
- Stadtgestaltung, Gemeinschaft & Lebensqualität: Zu Fuß gehen fördert soziale Interaktionen und belebt öffentliche Räume. Eine Stadt profitiert immens von Fußgängerinnen und Fußgängern. Straßen und Plätze werden lebendiger und aktiver. Im Vergleich zu parkenden Autos ist viel weniger versiegelter Platz nötig.
- Wirtschaftsbelebung: Auch die lokale Wirtschaft profitiert: Geschäfte in der Stadt werden eher aufgesucht, als wenn man mit dem Auto ins Einkaufszentrum am Stadtrand fährt. Auch soziale Kontakte werden durch das Zufußgehen ermöglicht, für viele Menschen in Zeiten der Einsamkeit und des Rückzugs sehr wichtig, um auch psychisch gesund zu bleiben. Kurz: Eine Stadt wird durch mehr Zufußgehende lebenswerter.
Voraussetzungen für sicheres und attraktives Gehen
Damit das Gehen für alle sicher und angenehm ist, sind bestimmte infrastrukturelle und organisatorische Maßnahmen erforderlich. Diese unterscheiden sich je nach urbanem oder ländlichem Kontext. Um das Zufußgehen zu fördern, bedarf es einer Kombination der Maßnahmen, die die Infrastruktur verbessern und jener, die das Bewusstsein für die Vorteile des Gehens (siehe oben) stärken.
1. Infrastruktur in Städten
- Breite Gehwege: Gehsteige sollten ausreichend breit, barrierefrei und frei von Hindernissen sein (z. B. Mülltonnen oder Straßenschilder), um für alle Nutzer*innen Platz zu bieten, einschließlich Kinderwägen und Rollstühlen.
- Sichere Querungsmöglichkeiten: Schutzwege (Zebrastreifen) mit ausreichend langen Grünphasen an Ampeln sind essenziell. An stark frequentierten Straßen könnten Querungshilfen wie Mittelinseln oder Fußgängerbrücken sinnvoll sein.
- Beleuchtung: Gut beleuchtete Wege erhöhen die Sicherheit, insbesondere in den Abendstunden.
- Grüne Elemente: Bäume oder bepflanzte Flächen bieten Schatten im Sommer und verbessern die Aufenthaltsqualität.
- Kompakte Stadtplanung: Städte können durch eine kluge Raumplanung kurze Wege zwischen Wohngebieten, Arbeitsplätzen, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten fördern. Dies motiviert dazu, alltägliche Wege zu Fuß zurückzulegen.
2. Besonderheiten auf dem Land
- Baulich getrennte Wege: Auf Landstraßen sind Gehwege oder Seitenstreifen notwendig, um Fußgänger:innen vom schnelleren Verkehr zu trennen.
- Sichtbarkeit: Reflektierende Kleidung oder Warnwesten erhöhen die Sicherheit bei schlechten Lichtverhältnissen.
- Direkte Verbindungen: Wege sollten möglichst kurz und ohne Umwege gestaltet sein, um sie attraktiv zu machen.
3. Allgemeine Maßnahmen
- Barrierefreiheit: Absenkungen an Bordsteinkanten, taktile Leitsysteme für Sehbehinderte und Rampen statt Treppen sind unerlässlich für eine inklusive Mobilität.
- Verkehrsberuhigung: In Wohngebieten oder Ortszentren können Begegnungszonen oder Tempo-30-Zonen mit niedrigen Geschwindigkeitsbegrenzungen das Unfallrisiko senken und das Sicherheitsgefühl steigern.
- Aufenthaltsqualität: Sitzgelegenheiten, Trinkwasserstellen oder Toiletten fördern das Verweilen im öffentlichen Raum – besonders wichtig für ältere Menschen oder Familien mit Kindern.
Das Gehen ist nicht nur ein einfacher Weg zur Fortbewegung, sondern auch ein Schlüssel zu einer nachhaltigeren Gesellschaft. Es verbindet Gesundheit mit Klimaschutz und Lebensqualität. Um diese Potenziale voll auszuschöpfen, braucht es jedoch eine durchdachte Infrastruktur sowie ein Bewusstsein für die Bedürfnisse von Fußgänger*innen.
Quellen:
- https://steadyhq.com/en/greenkama/posts/0eb10f1b-48ed-479b-bc05-012b069613a0
- https://www.businessinsider.de/wissenschaft/10-gute-gruende-warum-ihr-oefter-zu-fuss-gehen-solltet-2016-3/
- Besser Gehen in Österreich! Masterplan Gehen 2030: https://www.klimaaktiv.at/fileadmin/Bibliothek/Publikationen/2022_Masterplan_Gehen_2030_BMK.pdf
- https://www.klimaaktivmobil.at/gemeinden/mobilitaet/fussverkehr/einmaleins-des-fussverkehrs
- https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/dp167.pdf
- https://www.wien.gv.at/neubau/masterplan-gehen
- 4.000 bis 7.000 Schritte: European Journal of Preventive Cardiology
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