16. Green Belt Camp 2020 – Einsatz für die Natur

Gastbeitrag von Kerstin V. – vielen Dank!

Jeder kann sich ehrenamtlich für die Natur engagieren. Auf der Webseite des Naturschutzbundes Österreich lassen sich unter „Mithelfen und Mitarbeiten“ viele tolle Projekte und Aktionen finden. Die Einsätze finden in allen Bundesländern statt und dauern unterschiedlich lange, von einem Tag bis zu einer Woche. Eine dieser Aktionen ist das „Greenbeltcamp“ *, welches bereits seit 15 Jahren jährlich in Leopoldschlag an der Maltsch (Oberösterreich) stattfindet und fünf Tage dauert. Die Maltsch, ein Grenzfluss zwischen Österreich und Tschechien, bietet mit ihren großflächigen Überschwemmungswiesen einen wichtigen Lebensraum für selten gewordene wiesenbrütende Vogelarten dar. Die am Greenbeltcamp teilnehmenden Ehrenamtlichen übernehmen die jährlich notwendigen Pflegemaßnahmen.

Dieses Jahr war ich selbst Teilnehmerin dieses Lagers und setzte mich gemeinsam mit anderen Freiwilligen für den Erhalt der Nistplätze für heimische Wiesenbrüter ein. Wir waren 12 Personen aller Altersklassen. Ziel des Camps war es, Wiesenflächen zu mähen, um sie so vor Verbuschung zu bewahren, sowie Pflanzen, welche sich übermäßig verbreiten und somit schützenswerte heimische Arten verdrängen, zu entfernen. Für das Projekt errichteten wir unser eigenes Zeltlager, welches uns als Schlafstätte diente. Dort bereiteten wir auch unser Essen gemeinsam über dem Lagerfeuer zu.

Am Montag starteten wir in unser Abenteuer, aufgrund des ausgiebigen Regens an den ersten zwei Tagen gab es allerdings ein Alternativprogramm. Es bestand aus einem Besuch im Greenbeltcenter, wo wir viel über das Greenbelt Naturschutzgebiet, welches sich durch ganz Europa zieht, erfuhren. Zudem hatten wir etwas Zeit, die Umgebung zu erkunden und die Artenvielfalt live zu erleben. Dabei konnten wir unter anderem Vögel, Kröten und Insekten beobachten. Am dritten Tag ging dann die geplante Arbeit los und wir starteten mit einem Kurs, bei dem wir den Umgang mit der Sense erlernten. Wir übten das Dengeln sowie das richtige Mähen. Sämtliche Wiesen in diesem Gebiet müssen per Hand gemäht werden, sodass wir nach der Theorie sofort in die Praxis übergingen und uns selbst im Sensen erprobten.

Alle waren hochmotiviert und hatten trotz der harten Arbeit sehr viel Spaß. Nicht nur während dem Arbeiten, sondern auch in der Freizeit gab es stets gute Unterhaltung. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, wo immer es nur möglich war. Jeder werkte entsprechend seiner Stärken und Vorlieben, konnte sich seine Pause nehmen, wie er wollte und die Aktivität wählen, die am besten passte. Mittwoch und Donnerstag konnten wir die eigentlich angedachten Aufgaben bearbeiten. Durch unsere tolle Zusammenarbeit konnten wir, trotz wetterbedingt eingeschränktem Zeitraum, alle Aufgaben erledigen.

Am Freitag war es dann auch schon zu Ende, es wurde nur noch der Zeltplatz abgebaut. Die fünf Tage sind wie im Flug vergangen. Es hat mir ein tolles Gefühl gegeben zu sehen, was man als Team erreichen kann. Es ist schön zu erfahren, wie viele Menschen sich mit Begeisterung für den Schutz unserer Natur einsetzen.

Ich kann jedem die Camps und Einsätze des Naturschutzbundes von ganzem Herzen empfehlen. Es ist ein Projekt, welches nicht nur der Natur, sondern auch einem selbst zugutekommt. Da man seine Umwelt mit neuen Augen betrachtet und man Bewusstsein dafür bekommt, welche Vielfalt es allein auf unserer Erde gibt und wie wichtig es ist, diese zu erhalten.  Darum auf jeden Fall einmal anschauen (www. naturschutzbund.at) und vielleicht sieht man sich ja auf dem ein oder anderen Camp.

Naturschutzbund Österreich
Webseite: https://naturschutzbund.at/startseite.html
Infos zu Aktionen zum Grünen Band: https://naturschutzbund.at/gruenes-band.html
Projekte und Aktionen des Naturschutzbundes: https://naturschutzbund.at/projekte-aktionen.html

* Green Belt: Als das Grüne Band Europas wird der rund 12.500 km lange Grenzstreifen des Eisernen Vorhanges quer durch Europa bezeichnet. Es reicht vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze. Aufgrund des Kalten Krieges wurde dieses Gebiet weitgehend naturnah belassen und konnte sich über 40 Jahre ohne menschliches Zutun entwickeln. Das Gebiet wurde dadurch zur Heimat seltener und andernorts bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Mit fast 1.300 km hat Österreich einen großen Anteil am „Grünen Band“.
Quelle: http://www.greenbeltcenter.eu/das-gruene-band-europas/

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