Initiative „Pro Bim Graz“

Seit 1878 gibt es in Graz Straßenbahnen. Aber auch in heutiger Zeit ist das Thema Straßenbahn für eine nachhaltige Stadtplanung wichtig. Zurzeit werden in Graz zwar der Stadtverkehr in Richtung Reininghaus und Smart City ausgebaut, viele andere Teile der Stadt und schon längst überfällige Projekte werden jedoch weiterhin nach hinten geschoben. Viele Teile der Stadt sind nach wie vor „schwarze Flecken“ und mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer bis gar nicht erreichbar. Die Initiative Pro Bim hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Thema an die Öffentlichkeit zu tragen.

Pro Bim Graz

Anfang 2013 wurde Pro Bim von Mitgliedern der Internetplattform „Styria Mobile“ und „Fahrgast Graz/Steiermark“ (Links gibt’s unten) ins Leben gerufen. Die Idee war simpel: Mehr öffentliche Verkehrsmittel bzw. großflächiger und effizienter Ausbau dieser, sowie weniger Individualverkehr – sprich PKWs. Obwohl auch andere öffentliche Verkehrsmittel (wie Zug oder Bus) behandelt werden, fokussiert sich die Initiative auf das Thema Straßenbahn. Die Forderungen sind äußerst realistisch und auch praktisch umsetzbar, als positive Beispiele werden immer wieder andere österreichische und europäische Städte genannt, in welchen diverse Projekte bereits umgesetzt wurden.

Forderungen

Die Metaebene und das große Ziel der Initiative ist der großflächige Ausbau des Straßenbahnnetzes in Graz. Längere Wägen, eigene Trassen für die Straßenbahn, sowie weitere Ideen zur Beschleunigung der Straßenbahn stehen im Vordergrund. Im Detail stehen folgende Forderungen auf der Agenda der Initiative Pro Bim:

  • Errichtung von Neubaustrecken zur Erschließung neuer Stadtteile und Stadtentwicklungsgebiete
  • Beseitigung von Störungen und Behinderungen im Bestandsnetz
  • Beschleunigungsmaßnahmen zur Verkürzung der Fahrzeiten
  • Vergrößerung der Kapazität und Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge durch den Einsatz längerer Fahrzeuge (40 Meter)
  • Integration der Straßenbahn in städtebauliche Gestaltungskonzepte

© pro bim graz

Vorteile der Straßenbahn

  • Eine Straßenbahn, an der richtigen Route gebaut, hat aufgrund der Fahrzeuglänge die doppelte bis dreifache Kapazität einer Buslinie. Sobald eine Buslinie daher ausgelastet ist, ist die Umstellung auf eine Straßenbahn der logische Schritt.
  • 218 Personen = 1 Straßenbahn = 2 Gelenkbusse = 145 PKWs
  • Bei hohen Fahrgastzahlen ist eine Straßenbahn aber auch im Betrieb wirtschaftlicher als eine (überlastete) Buslinie.

Aktuelle Lage in Graz

Mit Stand 2019 ist das Grazer Straßenbahnnetz etwas 34 Kilometer lang. Durch die derzeitigen Bauarbeiten (insbesondere im Bereich Reininghaus/Wetzelsdorf) könnte der Schein erweckt werden, dass sich die Stadt Graz ausgiebig mit dem Ausbau des Straßenbahnnetzes auseinandersetzt. Doch laut Pro Bim, werden „ältere“ Projekte, wie das „Straßenbahnpaket II“ (u. A. Südwestlinie und Nordwestlinie) nicht zeitgerecht behandelt.  Die Süd- und Nordwestlinie, welche viele der „dunklen Flecken“ mit Straßenbahnanbindungen ausfüllen würden, wurden bereits in den 1970er (!) Jahren angekündigt. Obwohl es seitdem verschiedene Beschlüsse gab, kam es bis heute noch nicht zur Umsetzung des Projektes.

Und dies obwohl der Bund 300 Millionen Euro für den regionalen Schienenverkehr (150 Millionen davon für Infrastruktur) bereitstellt. Diese Gelder könnten effizient genutzt werden, um das Straßenbahnnetz in der immerhin zweitgrößten Stadt Österreichs auszubauen. Anscheinend stehen jedoch Projekte wie „Moderne Urbanität 2030+“ im Vordergrund. Das spiegelt sich dadurch wider, dass eben das Straßenbahnnetz in Richtung Reininghaus, sowie die Zugverbindung Richtung Köflach, weiter ausgebaut werden, andere Teile der Stadt aber völlig ignoriert werden.

Positiv zu vermerken ist wiederum, dass für die erweiterte Linie 4 (über Reininghaus) auch ein multifunktionaler Knotenpunkt für Fahrräder geplant ist. Hier wird vermutlich eine Servicebox sowie die Möglichkeit zu Aufladung von E-Bikes in die Haltestelle integriert – eine gute Idee!

Was können wir tun?

Das Wichtigste ist die Verbreitung von Informationen. Viele Grazer*innen wissen oft wenig über die Projekte, Baustellen und Grabungen, etc., welche buchstäblich vor ihrer Haustür durchgeführt werden. Daher ist es wichtig, dass es Initiativen gibt, welche sich klar zum Ziel setzen, gewisse Ungereimtheiten anzusprechen und auch Lösungsvorschläge zu präsentieren. Wichtig ist, dass diese Initiativen auch gehört werden. Wenn ein großer Teil der Grazer Bevölkerung informiert ist und sich aktiv für einen effizienten Ausbau der Straßenbahnlinien ausspricht, kann die Stadt Graz das Problem nicht mehr ignorieren. Darüber hinaus ist es wichtig, das Denken weg vom Individualverkehr und hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln (oder auch Fahrrädern) zu relativieren.  Daher ist es in erster Linie wichtig, weitere Personen zu informieren. Nur so kann eine nachhaltige Stadtentwicklung für alle umgesetzt werden.

Pro Bim Graz

Website: http://www.probimgraz.info
E-Mail: office@probimgraz.info
Tel.:  0660/2744277 
Facebook: facebook.com/Probimgraz

© Fotocredits: Initiative Pro Bim/chr

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