Trüffel in Graz

Im Grazer Stadtgebiet sorgen rund 2,25 Millionen Bäume auf 640 Hektar Wald für ein gesundes Klima. Gerüchte über Trüffelvorkommen gab es in diesen Gebieten immer wieder. „Mehrere Baumstürze nach Unwettern, bei denen die Wurzelballen freigelegt worden sind, haben uns gezeigt, dass tatsächlich Trüffel vorkommen“, bestätigt der Grazer Stadtförster Peter Bedenk.

In den österreichischen Wäldern gibt es mehr Trüffel als angenommen. Durch umweltschonende, nachhaltige Waldbewirtschaftung werden auch in den Grazer Stadtwäldern gute Wachstumsbedingungen für die Trüffel geschaffen.

Trüffelfestival Graz (c) Harry Schiffer

Voraussetzung dafür sind eine nachhaltige Bewirtschaftung, eine entsprechende Bodenqualität und ein funktionierendes Ökosystem.

Der reife Trüffel lockt mit seinem Geruch Tiere an, die ihn ausgraben und fressen. Hirsche, Wildschweine und Greifvögel schätzen den Leckerbissen. Die unverdaulichen Sporen werden wieder ausgeschieden. Treffen diese auf eine geeignete Pflanze, entstehen im Boden wieder Mykorrhiza und in Folge der knollenförmige Pilzkörper.

Auf Schatzsuche

Heute setzen die Trüffelsucher*innen lieber Hunde statt Schweine für die Suche ein, da sie leichter zu trainieren sind und ihren Fund nicht gleich auffressen. Mit genügend Zeit kann grundsätzlich jeder Hund zur Trüffelspürnase ausgebildet werden.

Trüffelfestival Graz (c) Graz Tourismus Harry Schiffer

Das Mensch-Hund-Team sollte sich allerdings umsichtig in der Natur bewegen, bei der Entnahme der Trüffel möglichst wenig Spuren im Wald hinterlassen und sich an die erlaubten Zeiten und Gebiete halten. Mancherorts sind auch elektronische Trüffeldetektoren im Einsatz. Andere hingegen schwören auf ein geschultes Auge. Sie halten im Wald Ausschau nach den Fliegen, die sich oberhalb der Trüffel zusammenrotten, oder auch nach „Hexenkreisen“. Der Pilz breitet sich nämlich kreisförmig aus und bildet kleine Erhebungen. Dadurch können sich Boden und Grasart über den Trüffeln etwas verändern. Um so etwas zu erkennen, braucht es viel Erfahrung.

Trüffelwanderungen

Auch diesen Herbst geht es mit „Waldschule Graz“ und eigens ausgebildeten Trüffelhunden auf Schatzsuche in den Leechwald. Dabei erfahren die Teilnehmer*innen Wissenswertes rund um die steirischen Trüffel und den nachhaltigen Umgang mit dem Wald. Die gefundenen Trüffel werden nach dem Wandern gemeinsam verkostet. Der Trüffel gilt zwar als Delikatesse, doch nicht alle Trüffelsorten eignen sich für den Verzehr.

Trüffelfestival Graz (c) Graz Tourismus_Werner Krug

Achtung: Auf eigene Faust nach Trüffeln zu graben, ist verboten. Nicht nur im Wald der Stadt Graz, auch in anderen Wäldern, insbesondere Schutzgebieten und Nationalparks.
Wer übrigens selbst im Garten Trüffelbäume kultiviert, kann mit einer ersten Ernte nach vier bis zehn Jahren rechnen.
Beim Kauf von Trüffelöl ist auf die Zutatenliste zu achten. „(Naturidentes) Aroma“ bedeutet, dass synthetisch hergestelltes Trüffelaroma den Geschmack verleiht.

In Graz wurde nun sogar die bei Feinschmeckern begehrte Burgundertrüffel geerntet. Aus diesem Anlass findet auch 2020 wieder ein Trüffelfestival statt.

Hier der Folder zum Trüffelfestival: Trüffelfestival-Folder


Quelle Text: https://www.lebensart-reisen.at/graz-schaetze-im-waldboden
Fotos: (c) Harry Schiffer; Werner Krug

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