Bio-Müll-Sackerl

Bioplastik-Säcke – verrotten nicht schnell genug

Leider wird der Grazer Bio-Müll oft gemeinsam mit einem Plastiksackerl entsorgt. Dass dies bei herkömmlichen Plastiksackerl nicht in Ordnung ist, wissen wahrscheinlich die meisten. Was aber viele nicht ahnen: auch die an und für sich verrottbaren Bio-Kunststoffsackerl sind für die Grazer Kompostierung ein Problem.

Nach der Zerkleinerung und optimalen Vermischung in der Bioabfallbehandlungsanlage der Holding Graz Services in Graz wird der Biomüll zu einer von derzeit 3 steirischen landwirtschaftlichen Kompostieranlagen transportiert, wo die Kompostierung in Form der offenen Mietenkompostierung für die Dauer eines Jahres stattfindet.


Landwirtschaftliche Kompostierung Graz – mit Störstoffen

Auch Bio-Plastik verrottet in dieser landwirtschaftlichen Kompostierung nicht so schnell wie zum Beispiel in einer Biogasanlage. Darum müssen ALLE Störstoffe – inklusive dem Bio-Plastik-Sackerl – händisch und kostenintensiv aus dem Biomüll aussortiert werden! Falls man daher Plastik- oder Bio-Plastik-Sackerl zum Sammeln des Bio-Abfalles verwendet, sollten diese bitte getrennt entsorgt werden.

Das BIO-Plastiksackerl stört derzeit allerdings auch noch beim Plastikrecycling (verklebt!) – sollte daher laut Grazer AbfallberaterInnen zum Restmüll gegeben werden.

Was ist Bioplastik überhaupt? Global2000


Nicht schädlich sind dagegen Behälter aus Papier – diese sind komplett biologisch abbaubar und verbessern zudem auch noch die Qualität des Kompostes. Die Stadt Graz hat gemeinsam mit der SERVUS ABFALL Dienstleistungs GmbH & Co KG ein neues Papiersackerl kreiert, das seit Juni 2017 um € 2,- pro Rolle mit 20 Stück in allen Servicestellen der Stadt Graz aber auch im Recyclingcenter der Holding Graz (Sturzgasse) erhältlich ist.

Auch aus Zeitungspapier kann man sich schnell umweltfreundliche Mülltüten basteln (die Druckerfarben sind angeblich heutzutage frei von Schwermetallen, vielleicht sollte man aber trotzdem nicht zu viel Zeitungspapier zum Biomüll geben?). Hier gibt es einen Link zu einem DIY-Video: http://www.smarticular.net/muelltueten-und-einkaufstueten-ohne-kleben-aus-zeitungspapier-falten/


Landwirtschaftliche Kompost-Mieten Ost-Stmk. – mit restlichen Störstoffen

Ich persönlich sammle den Biomüll, der nicht auf den Kompost in unserem Garten kommt, in einer Schüssel und entleere diese immer direkt ohne zusätzliches Sackerl in die braune Tonne. Falls etwas „mehr Schutz“ bedarf, wickle ich eventuell – sehr selten – ein Zeitungspapier herum. Gegen die Geruchsbelastung hilft ein Schattenplatz für die Tonne.

Seite vom Umweltamt zum neuen Bio-Abfall-Sackerl aus Papier:  http://www.umwelt.graz.at/cms/beitrag/10290841/4851364/

Hier ergänzend eine Info-Broschüre, wie man den Bio-Abfall richtig sammelt – mehr dazu kommt einmal in einem Extra-Beitrag auf unserer Homepage:
http://www.umweltservice.graz.at/infos/abfall/Bioabfall_richtig_sammeln.pdf


Die beiden Fotos über die landwirtschaftliche Kompostierung stammen vom Abfall-Info-Nachmittag anlässlich der „Viertelmeisterschaften“ im Büro der Nachbarschaften am 18.5.2017.


4 Kommentare:

  1. Arnold Neckermann

    Eine Frage zu den Papiersackerln die in Graz ausgegeben werden: Werden diese nur an Grazer oder auch an nicht Grazer ausgegeben?

  2. Warum gibt dann Siegel TÜV Austria Home S0563 mit OK Compost
    Certified, und auf dem Produkt 100% compostable?
    Dann soll das abgeschafft werden .
    Bitte um die Antwort.

    • Hallo Josip,
      weil leider angeblich hier nicht viel gesetzlich geregelt werden kann, höre ich von Experten der Abfallwirtschaft immer wieder – sie finden es selbst sehr mühsam. Und für die Wirtschaft ist es ja ein gutes Geschäft, wenn wir glauben, wir tun dabei etwas Gutes. Die kompostierbaren Sackerl sind aber auch zu einem Großteil kompostierbar, entweder über mehrere (!) Jahre im eigenen Kompost oder in einer industriellen Kompostierung ginge es auch schneller. Nur ist bei uns (und generell häufig) eine landwirtschaftliche Kompostierung vorhanden, die das eben nicht schafft. Und die Verwechslungsgefahr mit „normalem“ Plastik, das ja leider auch zuhauf im Biomüll landet, ist außerdem weiterhin gegeben. Ein weiterer Grund, der gegen „Bioplastik“ im Kompost spricht, ist, dass die Inhaltsstoffe unbekannt sind, nicht angegeben werden müssen (da ja kein Nahrungsmittel) und oft ein – wenn auch geringer – Anteil von Problemstoffen dabei ist. Wer mag so etwas in der Erde haben, die dann unsere gesunden Nahrungsmittel hervorbringen soll? Also, falls man irgendwie die Möglichkeit hat, auf diese Sackerl ganz zu verzichten, sollte man das machen. Warum auch Geld ausgeben für etwas, das dann auf dem Müll landet? Es wird sich allerdings in den nächsten Jahren sicher viel an Forschung und Entwicklung in diese Richtung ergeben, vielleicht gibt es dann bessere Lösungen.
      Liebe Grüße, Beatrix

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