EXKURSION: Landwirtschaftliche Kompostieranlage Dobl-Zwaring

Nach der Gemeinschaftskompostieranlage Tannhofweg in Graz-Mariatrost ging es am 13.10.2017 mit der Abfallberater light-Ausbildung weiter zur landwirtschaftlichen Kompostierung der Fa. Pongratz nach Dobl-Zwaring. Danke für die interessante Führung!

12 Kompostierer gibt es derzeit in der Steiermark und die Familie Pongratz aus Dobl, die selbst eine biologische Landwirtschaft betreiben, ist eine davon. Sie erhalten den Biomüll aus Dobl, aber das meiste stammt aus Grazer Haushalten.

Alle 3 Monate kommt eine Anlieferung von ungefähr 2.000 Tonnen Kompostmaterial. Es gibt sogenannte Hauptrotten und Nachrotten. In der Hauptrotte befindet sich das Material rund 3 Monate. Die Reifezeit in der Nachrotte beträgt nur mehr rund 1 Monat.

Je perfekter die Bedingungen, umso schneller reift der Kompost. Sowohl die Ausgangsmischung an Biomüll (Haushaltsbiomüll, gehäckselter Baum- und Strauchschnitt und Laub) als auch das Mischungsverhältnis zwischen CO2 und Stickstoff muss passen.

In den Mieten der Hauptrotte erhöht sich die Temperatur auf rund 70 Grad. Das ist wichtig, damit alle Keime abgetötet werden. Das Material wird auch immer wieder umgesetzt, damit genug Sauerstoff enthalten ist. Auch eine kontrollierte Bewässerung ist nötig, dass möglichst schnell reifer Kompost aus dem Biomüll entsteht. Die Rotten werden mit einem Kompostvlies abgedeckt.

hier sieht man den Dampf aufsteigen …

In der Nachrotte hat der Kompost bereits eine erdige Struktur und keine hohe Temperatur mehr. Hier darf er noch etwas nachreifen.

Leider gibt es – vor allem aus dem Grazer Raum – auch viele Störstoffe im Biomüll. Im gelben Container werden diese gesammelt. Bioplastik kann leider nicht von normalem Plastik unterschieden werden und wird aussortiert, selbst dann, wenn es eigentlich in der nötigen Zeit kompostiert werden könnte (einiges an Bio-Plastik verrottet allerdings auch zu langsam). Daher bitte kein Bioplastik zum Biomüll (eigener Kompost: ja)! Dies macht eigentlich schon die Hauptarbeit der Kompostierung aus: Ungefähr 500 bis 600 Stunden pro Jahr und einen Mehraufwand von € 16.000,– kosten diese Störstoffe im Biomüll.

Störstoffsammlung

Der fertige, gesiebte Kompost wird untersucht und wenn die Qualität passt, dann geht er ins Eigentum der Firma Pongratz über. Diesen Kompost kann man dann um € 25,–/m³ erwerben. Für die eigene Biolandwirtschaft (momentan werden Getreide, Mais, Soja, Sonnenblumen, Kürbis, Buchweizen, Käferbohnen, Kartoffel, … angebaut) wird dieser Kompost, da er eine sehr hohe Qualität hat (A+ und A), auch verwendet.

Fertiger, reifer Kompost – ideal zum Düngen!

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