Luftballons

Erst heute Morgen habe ich in einem Post in meiner Facebook-Timeline gesehen, dass beim Kindergarten-Abschiedsfest des Kindes Luftballons steigen gelassen wurden. Schockiert, dass dies tatsächlich noch vorkommt, habe ich mich hingesetzt und diesen Beitrag hier verfasst.

Das Steigenlassen von Luftballons: Eine sicher nur nett und liebevoll gemeinte Geste bei entsprechenden Anlässen wie Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Ehrentagen: „Mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen!“ oder auch „Euch steht alles offen!“

Und sicher ist es schön, einen Luftballon beim Aufsteigen zu beobachten, solange, bis man ihn nicht mehr sieht. Aber: Was passiert mit ihm? Er löst sich nicht auf, sondern zerplatzt irgendwann in der Luft und kehrt – als Plastikmüll – irgendwo zur Erde zurück. Dies kann mitten im Stadtgebiet sein, mitten im Wald, im See, auf Äckern oder in einem Fluss. Ein Ballon kann kilometerweit fliegen und auch absolut geschützte Bereiche verschmutzen. Die Ballons werden zur Gefahr für Tiere – sie können nämlich oft nicht zwischen Futter und Abfall unterscheiden. Landet ein Ballon (über Flüsse) im Meer, können sie von Meeresschildkröten mit Quallen verwechselt werden. Die Bänder von Ballons verheddern sich, im Gestrüpp oder – noch schlimmer – auch an und in Tieren! Es kann ewig dauern, bis ein Ballon aus der Natur wie auch immer „verschwindet“: Der Kunststoff der Luftballons braucht nämlich bis zu 500 Jahre, bis er verrottet ist.

Hochzeitsluftballons

Ist es wirklich nötig, für das – vermeintliche – Vergnügen eines kurzen Augenblicks dieses Risiko und eine Umweltverschmutzung einzugehen? Vermutlich wären die Kindergartenkinder, hätte man ihnen die Konsequenzen erklärt, entsetzt und traurig gewesen, was sie hier mit verursachen. Einerseits lehren wir sie, keinen Müll in die freie Natur zu schmeißen, andererseits dann das! Leider werden Luftballons bei diversen Events auch oft als Werbung steigen gelassen. Manche Länder haben das Steigenlassen von Luftballons schon gesetzlich untersagt, so zum Beispiel Australien, Großbritannien und einige Staaten der USA.

Kurzzusammenfassung: Luftballons (samt ihren langen Schnüren) …

  • … können sehr weit fliegen;
  • … kommen als Plastikmüll wieder auf die Erde runter;
  • … sind gefährlich für Tiere, weil sie sich darin verheddern können;
  • … sind gefährlich für Tiere, weil sie sie fressen können;
  • … sind gefährlich für uns Menschen, weil wir die Tiere essen und Mikroplastik über die Nahrungskette aufnehmen;
  • … sind auch dann ein großes Problem, wenn sie „abbaubar“ sind;
  • … sollten auch nicht mit dem Mund aufgeblasen werden, weil sie giftige Inhaltsstoffe, wie zB krebserregende Nitrosamine haben können;

Dieses YouTube-Video ist auch für Kinder gut geeignet:

Abbaubare Luftballons aus Naturkautschuk?

Auch vermeintlich biologisch abbaubare Luftballons, zB aus Latex bzw Naturkautschuk statt aus herkömmlichem synthetischen Plastik, lösen sich nicht innerhalb kurzer Zeit auf und zerfallen rückstandsfrei. Latex ist zwar ein ursprünglich natürliches Material, es braucht allerdings auch einiges an Zeit, um sich abzubauen. Der Müll kann über Jahre in der Umwelt verbleiben. Auch diese Luftballons werden von Tieren mit Futter verwechselt und gefressen. Daher ist auch das keine umweltfreundliche Alternative!

Alternative Ideen statt Luftballons: Es geht auch ohne!

  • Bäume pflanzen (und Wünsche auf Zetteln auf den Baum hängen)
  • Kräuter und Blumen pflanzen
  • Wünsche auf Saatpapier schreiben – zB von Seedpap – und in Erde vergraben
  • Wildblumen-Saatbomben (am besten selbstgemacht)
  • Vogelhäuser bauen
  • mit Seifenblasen Wünsche wegpusten? (Bitte auch hier an den Müll denken – winzige Seifenblasenfläschchen von Hochzeiten landen – als Einwegartikel – immer wieder bei uns im Nachhaltigkeitsladen, leider auch hier: kurze Freude, lange negative Wirkung)
  • frische Blüten, selbst hergestelltes Konfetti aus Laub
  • die Wünsche in Briefform mitgeben
  • ein Erinnerungsbuch gestalten
  • Deko: Wimpelketten aus Stoff oder Pompoms aus Papier statt Luftballons
  • Hier noch viele weitere gute Ideen: https://balloonsblow.org/environmentally-friendly-alternatives
  • Kennt ihr schon das green child magazine? Auch hier lassen sich tolle Tipps für Eltern und Lehrpersonal finden: Umweltfreundliche Ideen für alle Anlässe, zB hier

Selbst wenn man Luftballons nicht steigen lässt, sondern „nur“ als Dekoration benützt, könnte man sich auch hier mit einer gewissen Kreativität weniger umweltschädliche und weniger müllproduzierende Alternativen überlegen. Luftballons halten nur kurze Zeit und sind dann leider einfach Abfall. Mit Luftballons gefüllte Schlafzimmer anlässlich einer Hochzeit würden mich zB sehr traurig machen. An Schulen und Kindergärten rate ich sowohl Lehrer*innen als auch Eltern, ein kleines Handbuch festzulegen oder anzuregen, in dem gewisse Umweltstandards formuliert sein sollten. So könnte hier auch festgehalten sein: „Statt Luftballons überlegen wir uns bei Feiern und Festen umweltfreundliche Alternativen, die einen möglichst kleinen Fußabdruck hinterlassen!“. Genau das ist es, was wir jetzt unseren Kindern (mit)geben können: Dass auch wir Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen.

Welche Alternativen kennt ihr zu Luftballons? Schreibt uns doch! Dann ergänzen wir eure Vorschläge an dieser Stelle. Und verbreitet diese Informationen doch bitte in eurem Bekanntenkreis, damit das Steigenlassen von Luftballons bald wirklich zur Vergangenheit zählt.

Quellen:

  • https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/luftballons-bunt-froehlich-giftig
  • Die Umwelt-Organisation Sea Shepherd macht immer wieder auf dieses Problem aufmerksam: https://sea-shepherd.de/news/deutschland/1416-luftballons-gefahr
  • http://balloonsblow.org/
  • https://balloonsblow.org/environmentally-friendly-alternatives
  • https://neue-etage.de/muellfreier-mittwoch-umweltverschmutzung-durch-luftballons/
  • https://www.curioctopus.de/read/12767/warum-man-niemals-luftballons-im-freien-steigen-lassen-sollte
  • https://www.wur.nl/upload_mm/d/4/4/8569935e-329c-44bb-8755-d7a2a649e2a2_5_Fakten_luftballons.pdf

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