Nachhaltige Ernährung

Wikipedia sagt, Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht. Wenn wir das auf unsere Nahrung umlegen, landen wir also bei Landwirtschaft und unserem Boden. Ein wichtiges Thema, denn der schlechte Zustand der europäischen Böden ist ständiges Thema in den Medien.

Momentan richtet sich die Landwirtschaft, auch die zertifizierte Biolandwirtschaft, nach dem Verbraucher. Dieser Trend nennt sich Farm-to-Table. Wir wollen Tomaten und wir bekommen Tomaten. Nachhaltige Landwirtschaft mit natürlicher Regeneration des Bodens bedarf aber auch unbeliebterer Pflanzen wie zB Buchweizen. Nachhaltige Ernährung bedeutet, ein Teil der umgebenden Umwelt zu sein und damit auch das zu essen, was der Bauer zur Bodenpflege anbaut.

Nachhaltig essen bedeutet auch, sich nicht nach einer bestimmten Ernährungsphilosophie zu richten, sondern nach dem, was die Umgebung bietet. Nachhaltige Ernährung sieht je nach den Gegebenheiten überall auf unserem Planeten anders aus. Das beste Beispiel dafür sind die Inuit. Beheizte Gewächshauser für Gemüse in Grönland fänden wir seltsam, die Jagd von ansonsten schützenswerten Meeressäugern gilt als nachhaltig.

Im Einklang mit der Natur zu leben und zu essen bedeutet auch Teil einer Gemeinschaft zu sein. Die beste Möglichkeit das zu leben sind die Foodcoops, Solawis (Solidarische Landwirtschaften) und Gelawis (Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaften). Selbst anpacken schafft Befriedigung und Achtung vor der Natur.

So entsteht eine Verknüpfung von Natur mit Kultur. Herkömmliche Tierhaltung wie auf den österreichischen Almen oder traditionelle Fischzucht wie der Steirische Karpfen verursachen selten biologische Probleme. Erst Großbetriebe mit Massentierhaltung oder flächendeckender Anbau mit nur einer Sorte, um alle mit dem ‚Filetstück‘ der Nahrung zu versorgen, bringt unsere Natur ins Ungleichgewicht.

Die Bio-Kokosmilch aus Thailand und der Bio-Quinoa aus Peru können wohl kaum als nachhaltig gelten. Die Beliebtheit solcher Produkte führt meist zu Veränderungen in der dortigen Landwirtschaft. Bauern konzentrieren sich auf den lukrativen Anbau der Exportschlager und vernachlässigen ihre eigene Nahrung und den Boden.

Ein guter Platz, um sich mit wirklich nachhaltigen Lebensmitteln zu versorgen sind die Bauernmärkte, die Ab-Hof Verkaufsläden, die Milchautomaten und die Foodcoops, Solawis und Gelawis.  (Unsere Liste dazu: Nachhaltig produziert) Hier gibt es wirklich regionale und saisonale Ware. Die kleinen Bauern und die Biobauern dort sind vermutlich die besten Landschaftsschützer.

 

6 Kommentare:

  1. Ein interessanter Anstoß. Frag mich öfter ob ich Quinoa kaufen soll oder nicht. Bei Waschnüssen ist es ja mittlerweile bekannt…

  2. Hallo Mädls,
    hab in Graz an der PH ÖKOLOG studiert, komme aus dem Burgenland und bin so stolz und positiv verblüfft, was bei euch in Graz alles auf die Füße gestellt wird. Gestern lief ein Bericht im Landesstudio Burgenland über euch, gratuliere dazu sehr herzlich und wünschte mir viel mehr nachhaltige Multiplikatoren, wie euch.
    Daumen hoch und weiter so!

    • Danke für die Blumen! Graz ist ein tolles Pflaster für nachhaltiges Leben, wir tauschen uns mit vielen Initiativen aus und das Interesse hier ist auch groß! Vielleicht verschlägt es dich ja wieder mal nach Graz… oder hast eventuell Lust etwas über den Lehrgang (und die Praxis) zu schreiben, den du gemacht hast?

  3. Hallo!
    Ich war bei Nyeleni Herbsttreff in Graz! Gut gemacht! Super. ich bin noch einmal geimpft gegen Essen ohne Leben, unendliche Prozesierungen und lange Ketten bis zum Endkonsument. Ich bin gegen Food Waste und Food Los.
    Und genau darum werbe ich wieter die fermentierte Gemüse Seminar am 19.03. im Graz:
    http://www.bio-austria.at/event/die-welt-des-fermentierens/

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