Greenwashing

Was bedeutet Greenwashing?

Auf Deutsch übersetzt bedeutet das Wort so viel wie „Grünwaschen“. Dahinter steht eine Strategie, die von vielen Unternehmen eingesetzt wird, um sich selbst und ihre Produkte als „grün“, bzw. nachhaltig darzustellen, obwohl sie es gar nicht sind. Produkte, das können Lebensmittel sein, Kleidung, Möbel, Kosmetik, Treibstoff oder auch Strom, bekommen durch gezieltes Marketing ein „grünes“ Image aufgedruckt. Das soll Konsument*innen davon überzeugen, sie tun etwas Gutes für die Umwelt, indem sie diese Produkte kaufen. Doch meist halten sie nicht, was sie versprechen. So können Unternehmen gegenläufig umweltschädigende Taten verschleiern.


Hierbei muss man Greenwashing vom Grünen Marketing/Ökomarketing unterscheiden. Grünes Marketing betreiben Unternehmen, die bewusst das Ziel verfolgen, ihre eigene Umweltbelastung zu verringern oder zu vermeiden. Sie werben mit einem ehrlichen Umweltgedanken, was in der Regel den Verkauf ihrer Produkte fördert. Viele Unternehmen rutschen aber in das Greenwashing ab, um mehr Umsatz machen zu können, ohne den Umweltgedanken weiter zu verfolgen.

Was sind die Vorteile von Greenwashing für Unternehmen?

Grünes Marketing ist gewinnbringend. Besonders jüngere Generationen legen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Generation Z (Personen geboren zwischen 1995 und 2010) macht einen großen Teil der Bevölkerung aus. Sie ist die erste Generation, die mit dem Internet und Social Media aufgewachsen ist, darum ist sie besonders interessant für moderne Unternehmen. Diese orientieren sich an dem umweltbewussten und ethischen Gedankengut der jungen Generation und entwickeln an die Jugend angepasste PR-Strategien.

Greenwashing kann auch ein Mechanismus sein, um die Umweltbelastung eines Unternehmens zu verschleiern. So kann dieses von anderen Problemen im Betrieb ablenken.

Was sind die „Grünen“ Tricks der Unternehmen?

Im 21. Jahrhundert ist vielen Menschen der Umweltgedanke sehr wichtig. Genau das nutzen Unternehmen auch aus. Es wird z.B. damit geworben, nachhaltige Windkraft als Energiequelle für den Betrieb zu verwenden. Dass dabei der Großteil der Energie von Kohlekraftwerken kommt, wird verschwiegen.

Hier sind ein paar Tricks aufgelistet, mit denen Unternehmen uns glauben lassen, sie verfolgen einen Umweltgedanken:

  • Ein umweltfreundliches Produkt macht das Image Grün

Manche Unternehmen, besonders größere Konzerne, bringen eine Kollektion, Marke oder Einzelprodukte raus, die als umweltfreundlich beworben werden. Dies soll den Kund*innen den Eindruck geben, das Unternehmen lege auch im restlichen Sortiment Wert auf Umweltbewusstsein. Es kann auch sein, dass ihre als „grün“ beworbenen Produkte gar nicht umweltfreundlich sind, sondern bloß weniger schädlich als der Rest der Produkte.

  • Unternehmen sprechen öffentlich über Greenwashing und Nachhaltigkeit

Durch Kampagnen über Umweltschutz „erkaufen“ sich Unternehmen ein grünes Image. Oft wird mit dem Versprechen geworben, das Unternehmen in ein paar Jahren „klimaneutral“ zu machen. So verspricht z.B. auch das Mega-Unternehmen Amazon bis 2040 die CO2-Neutralität. Bis 2040 vergehen aber noch ziemlich viele Jahre. Amazon wirbt außerdem damit, Geldbeträge von bis zu zwei Milliarden Dollar in den Klimaschutz zu investieren, ein Geldbetrag der nach außen hin als sehr viel erscheint, jedoch auf dem Konto des Amazon-Gründers kaum auffällt und dem „grünen“ Image des Unternehmens dient.

  • Die erfundenen Siegel

Es kann vorkommen, dass Unternehmen Gütesiegel auf ihre Produkte drucken, die es gar nicht gibt. Außerdem werben Unternehmen manchmal mit Selbstverständlichkeiten. Auf Spraydosen wird „FCKW-Frei“ gedruckt, obwohl das FCKW-Treibmittel schon seit 2001 in der EU verboten ist. Oder auch gerne gesehen: Auf Haarsprays oder Reinigungsmitteln steht „90 % Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs“. Haarsprays und Reinigungsmittel haben einen sehr hohen Anteil an Wasser, der fast die gesamten 90 % des „natürlichen Ursprungs“ ausmachen.

  • Große Wörter mit kleiner Bedeutung

Unternehmen werben manchmal mit Falschaussagen. Sie behaupten einen umweltbewussten Gedanken zu verfolgen, ohne Nachweise dafür bereitzustellen. Hier wird mit viel Verschleierungen und vagen Aussagen gearbeitet. Gern verwendete Begriffe, wie „grün“ oder „natürlich“ sind nicht geschützt und meist nur irreführend.

  • Grüne Verpackung und hübsche Bilder

Um Natürlichkeit und Naturschutz zu suggerieren, gestalten Unternehmen ihre Produkte in einem grünen Farbschema und werben mit Fotos von schönen Weizenfeldern und Co. Da kann man schnell in die Falle tappen, denn eine grüne Verpackung verrät nichts über den Inhalt.

Wie kann ich als Konsument*in Greenwashing erkennen?

Als erstes hilft es, sich die „grünen“ Tricks der Unternehmen immer vor Augen zu halten und bei jeder Behauptung rund um Umweltbewusstsein kritisch zu bleiben. Veröffentlicht das Unternehmen genügend Daten zur eigenen Umweltbilanz?

  • Achtung bei nicht geschützten Begriffen

Die EG-Öko-Verordnung von 2007 schützt die Begriffe Biologisch/Bio und Ökologisch/Öko. Wortkombinationen mit diesen Begriffen sind erlaubt, wie z.B. „aus kontrolliert biologischem Anbau“. Öko-Lebensmittel sind am EU-Logo zu erkennen. Jenes muss immer eine Codenummer enthalten, die für die Kontrollstelle steht, die das Produkt kontrolliert hat. Zu erwähnen ist hierbei, dass die Vorgaben, um das EU-Bio Siegel verwenden zu dürfen, recht leicht einzuhalten sind. Kritiker sprechen von einem „Bio-light-Siegel“.

Begriffe, die nicht geschützt sind und nicht viel Aussagekraft um die Umweltbilanz des Produktes haben, umfassen: Nachhaltig, natürlich, grün, kontrolliert, kontrollierter Anbau, regional, klimaneutral, umweltverträglich, umweltgerecht, unbehandelt, naturgedüngt, usw…

  • Unbekannte Gütesiegel hinterfragen

Wie schon erwähnt, werden Gütesiegel oft erfunden. Stößt man auf ein Siegel, dass man zuvor noch nie gesehen hat, besteht eine große Chance, dass es gar nicht existiert.

  • Apps als Hilfe verwenden

Wer sich ganz sicher sein will, was hinter einem Produkt steht, kann mit Apps, wie Ethik.Guide und CodeCheck einkaufen gehen. Hierbei scannt man den Code des Artikels ein und die App gibt Auskunft über den Inhalt und die Umweltbilanz des Produktes.

Fazit

Durch die Tricks der Unternehmen wird es Kund*innen schwer gemacht auf den ersten Blick Green Marketing von Greenwashing zu unterscheiden. In der Regel gilt: Auf zertifizierte Siegel achten!

Für alle, die sich intensiver mit dem Thema Greenwashing beschäftigen wollen, kommt ein Film-Tipp:

Im Dokumentarfilm Die Grüne Lüge beschäftigen sich Werner Boote und Kathrin Hartmann mit den grünen Werbestrategien von Konzernen anhand der Beispiele Elektroautos, Treibstoff und Palmöl.

Quellen:

  • https://www.studysmarter.de/magazine/greenwashing-erkennen-beispiele/
  • https://www.careelite.de/greenwashing/
  • https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/klimawandel-amazon-will-co2-neutralitaet-bis-2040-erreichen-16393660.html
  • https://www.krone.at/2178428
  • https://www.wir-essen-gesund.de/eu-bio-siegel-wirklich-bio/
  • https://www.careelite.de/greenwashing/
  • https://www.mckinsey.com/industries/consumer-packaged-goods/our-insights/true-gen-generation-z-and-its-implications-for-companies
  • https://verbraucherschutz.bio/aktuell/kennzeichnung-von-bio-produkten/

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