Repair-Cafés – Initiativen gegen das Wegwerfen

Wie oft werden Dinge als irreparabel abgestempelt oder man darf sich anhören, “Reparieren ist zu teuer – kauf es neu”, doch es ist das System, das nicht funktioniert und uns zu solchen Aussagen bringt. 2009 startete in Amsterdam daher eine Initiative gegen das Wegwerfen – sie nennt sich “Repair Café”.

Die Idee: Ehrenamtliche Helfer*innen stellen ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung, um zu versuchen, handliche Gegenstände gemeinsam mit den Besucher*innen zu reparieren. Der Erfolg des Repaircafés zeigt, dass Reparieren einfach sein kann und sogar Spaß macht. Die Idee ist mittlerweile weit über die Niederlande hinausgewachsen und 2013 auch in Graz angekommen. Die Räumlichkeiten und Infrastruktur wurden dafür vom „Spektral“ und „Traumwerk“ zur Verfügung gestellt (Lendkai 45, 8020 Graz).

Auf repaircafe-graz.at sind mittlerweile viele weitere Repaircafés in Graz und der ganzen Steiermark zu finden und die Community wächst laufend weiter.
Die nächsten Termine sind übrigens am 31.7.2021 in Weinitzen, am 7.8. in Premstätten sowie am 14.8. in Graz im Café Phönix

Repaircafé Graz Logo
seit 2013 gibt es das Repaircafé auch in Graz
Teamwork beim Repaircafé (Foto entstand vor der Pandemie)

Ich möchte Teil der Repaircafé-Community werden … was muss ich tun?

Das Tolle an Repaircafés: Es kann sich absolut JEDE*R einbringen. Es gibt organisatorische Helfer*innen als auch technische. Spenden für die kulinarische Versorgung sind genauso gefragt wie Helfer*innen mit Fachwissen bzw. kreativen Ideen oder Leute für die Organisation und Koordination des Repaircafés. Jedes Repaircafé hat auch die Möglichkeit, sich auf bestimmte Dinge zu spezialisieren (z.B. Textilreparaturen, Reißverschlüsse, bestimmte Elektrogeräte – Kaffeemaschinen sind z.B. bei fast jedem Repaircafé gefragt, multimediale Dinge wie Computer, Handys, aber auch Spielzeug, Messer schleifen, sonstige Kleingeräte, etc.).

Alle Mitarbeitenden arbeiten freiwillig und ehrenamtlich. Die freiwilligen Spenden der Besucher*innen, kommen dem Repaircafé selbst zugute (z.B. für diverses Material für Reparaturen, Mietgebühren, Büromaterial, etc.).

Wenn du nun noch nicht weißt, wo du dich einbringen kannst, schau am besten auf www.repaircafe-graz.at/veranstaltungen-alle/, um eine Veranstaltung in deiner Nähe zu finden.

Du findest kein Repaircafé in deiner Nähe?

Sollte es in deinem Ort noch kein Repaircafé geben: nur Mut und starte ein neues! Es gibt mehr freiwillige Leute, die ihren Beitrag leisten wollen, als man denkt. Fragt in eurer Nachbarschaft, bei der Gemeinde, bei der Pfarre, in Facebook-Gruppen etc., um Unterstützung zu bekommen und Gleichgesinnte zu finden. Besucht Repaircafés, die nun nach den Lockdowns langsam wieder in die Gänge kommen, und sprecht mit den Leuten vor Ort, um Tipps zu bekommen. Überlegt, welche Reparaturen ihr gerne anbieten könnt und möchtet und wo ihr Freiwillige dafür finden könntet. 

Für das Betreiben eines Repaircafés gibt es, falls es mindestens 2 Mal pro Jahr stattfindet, auch eine Förderung vom Grazer Umweltamt: Förderung Reparaturmaßnahmen

Win-Win-Situation

Wenn euch die Vermeidung von unnötigem Müll ein Anliegen ist, macht mit! Ihr ermöglicht dadurch die Weitergabe von wertvollem (und langsam in Vergessenheit geratenem) Reparatur-Wissen, schont Ressourcen durch die Verlängerung der Lebensdauer vieler Geräte und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung der Menschen. Außerdem traust du dir durch den Austausch selbst viel mehr Reparaturen zu und lernst, gute Qualität zu erkennen und wie du im Falle des Falles immer mehr selbst reparieren und instand halten kannst.

Nützliche Links zum Reparieren:

Dieser Beitrag wurde von Martina Anger verfasst – vielen Dank!
Martina Anger: Fotografin (Vorstadtfarben), Autorin, Nachhaltigkeitsbegeisterte und Gründerin des Repaircafé Premstätten. E-Mail: martina@vorstadtfarben.at, Website: www.vorstadtfarben.at
Fotocredit: © Martina Anger, Vorstadtfarben Fotografie

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(Mehr zum Sponsoring hier)

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