Abfalltrennung #3: Leichtverpackungen

Die Tonne mit dem gelben Deckel

Nachdem wir uns das letzte Mal mit dem Altstoff Papier auseinandergesetzt haben, wollen wir dieses Mal einen Blick darauf werfen, wie es um den Plastikmüll steht.

Stimmt, die Bezeichnung Plastikmüll ist eigentlich nicht ganz richtig. Die Tonne mit dem gelben Deckel trägt die etwas undurchsichtige Beschriftung „Leichtverpackungen“. Um Klarheit zu schaffen, welche Verpackungen denn nun leicht und welche nicht ganz so leicht sind, schauen wir uns das Ganze hier nun ein wenig genauer an. Zunächst schweifen wir jedoch wieder kurz ab, um herauszufinden, was mit dem Inhalt der Tonne in Graz gemacht wird. Dasselbe wie für die Tonne mit dem gelben Deckel gilt im Übrigen auch für den gelben Sack, der „am Land“ aber auch in manchen Grazer Bezirken statt der gelben Tonne ausgegeben wird und einmal im Monat abgeholt wird.

Was passiert mit den gesammelten Leichtverpackungen?

Genauso wie dies auch beim Altpapier der Fall ist, werden auch die Leichtverpackungen verwertet. Dafür müssen sie in einer Sortieranlage aber zunächst nach verschiedenen Verpackungsarten sortiert werden. Die so sortierten Mengen an Kunststoffabfall werden schließlich in Recyclingbetrieben verwertet und zu neuen Produkten verarbeitet. Eine solche Recyclingmöglichkeit ist jedoch nicht für den gesamten Leichtverpackungsabfall gegeben, dennoch wird auch die kleine Menge an nicht recyclebarem Müll weiterverwendet und zwar in der Zement-Industrie als Ersatzbrennstoff. Der Abfall aus der gelben Tonne ist also gar nicht so bedeutungslos, wie er einem beim Wegwerfen vielleicht scheinen mag.

Was gehört in die gelbe Tonne?

Grundsätzlich gehören alle VERPACKUNGEN aus Kunststoff, Verbundstoff, textilem Material, Styropor, Holz und Keramik in den Leichtverpackungsmüll. Was genau, zeigt die folgende Auflistung:

  • Einweggetränkeflaschen, -Becher und -Geschirr
  • Tetrapacks (Milch, Säfte, etc)
  • Kunststoffkanister
  • beschichtete Tiefkühlverpackungen
  • Kunststofftuben
  • Folien
  • Styroporverpackungen
  • Kunststoffsackerl
  • Medikamenten- und Blisterverpackungen
  • Holzsteigen
  • und ähnliche Produkte aus den oben angeführten Materialien

Man beachte: Hierhin gehören auch die Getränkekartons (Tetrapacks), die eben nicht in der Altpapiertonne landen sollen. Auch ist es wichtig, dass alles, was in die Tonne geworfen wird, leer bzw. relativ sauber („löffelrein“) ist. Und um Platz zu sparen, sollen auch hier die Dinge vor dem Wegwerfen zusammengedrückt, die Luft entleert oder gefaltet werden.

Oft bestehen Schwierigkeiten bei der Unterscheidung, ob etwas in die gelbe oder in die blaue Tonne (Metallverpackungen) darf, wie zB bei Chipspackungen, Tabletten- und Kaffeeverpackungen: Hier hilft folgender Test: Die Verpackung zusammenknüllen – geht sie wieder auf, dann in die gelbe Tonne, bleibt sie zusammengeknüllt, dann gehört sie zu den Metallverpackungen und in die blaue Tonne.

Was gehört NICHT in die gelbe Tonne?

  • Produkte aus Kunststoff, Holz, Styropor oder Stoff, die NICHT als Verpackung dienen, wie zB Spielzeug, Blumentöpfe, Textilien (auch wenn sie aus Plastik sind)
  • Plastikgeschirr, das nicht Einweggeschirr ist

Eine gute Eselsbrücke für die gelbe Tonne bildet also schon mal das Wort „Verpackung“. Wenn du dir aber doch einmal unsicher bist, schau doch vor dem Wegwerfen einfach kurz auf das Abfalltrennblatt der Stadt Graz. Dort findest du natürlich auch Hinweise zu den Metallverpackungen, die wir in unserem nächsten Artikel beleuchten werden.

Hinweise:

  • Muss der Joghurtbecher ausgewaschen werden? Nein, es reicht dass er „löffelrein“ entleert wurde.
  • Aludeckel von Joghurtbechern sollte man allerdings zuvor trennen und zum Alumüll entsorgen.
  • Um Platz zu sparen, Flaschen zusammendrücken.
  • Bioplastik: Bioplastik ist ein eigenes, sehr schwieriges Thema. Von der Industrie als Alternative zu herkömmlichen Plastik, erfüllt dieses Plastik meistens weder alle Voraussetzungen, um tatsächlich am heimischen Kompost zu landen (weil sie entweder zu lange zum Verrotten benötigen oder vom Landwirt dennoch als Störstoff erkannt wird), noch um in die gelbe Tonne zu gelangen (weil sie dort eher „verkleben“ würden). Der richtige Entsorgungsort dieser Sackerl und Folien ist daher meistens der Restmüll, wo sie verbrannt werden.
    Sehr interessant:
    => Landwirtschaftliche Kompostierung Dobl
    => Bio-Plastik-Sackerl
  • Kunststoffsortieranlage Saubermacher in Graz
  • Kleines Detail: Die Hülle von Eis kann auch mit den Holzstäbchen gemeinsam in der gelben Tonne landen.
  • Sehr dunkle Verpackungen (zB schwarze Shampoo- oder Duschgel-Flaschen) werden von den Scannern beim Recycling nicht richtig erkannt (reflektieren das Prüflicht nur schlecht) und können gar nicht wieder verwertet werden. Daher am besten: Wenn schon, dann hellere oder sogar transparente Verpackungen wählen!
  • Auch Verbundverpackungen sind problematisch, das sind Verpackungen, die aus zwei oder mehr unterschiedlichen Stoffen bestehen (zB Fleischschale und dünne Abdeckfolie), die miteinander verschweißt sind. Die Recyclingquote ist hier sehr gering.

Kosten – Mit Mülltrennung bares Geld sparen!

Werden Leichtverpackungen nicht getrennt, sondern im Restmüll entsorgt, dann zahlt man für diese Entsorgung doppelt. Der Konsument zahlt nämlich beim Einkauf von Waren in Leichtverpackungen für die Entsorgung der Verpackung mit. Der Hersteller, Importeur, Vertreiber des Produktes zahlt ein Lizenzentgelt an das Sammel- und Verwertungssystem. Diese zahlen wiederum die Gemeinden, Entsorger und Verwerter. Für die Entleerung des Restmülls zahlt hingegen der Hauseigentümer und wir Mieter und Mieterinnen – in Abhängigkeit der zu entleerenden Menge. Hält man diese so gering wie möglich, dann kann man damit viel Geld sparen. mehr dazu aber beim Beitrag über den Restmüll. Restmüllanalysen des AWV Deutschlandsberg ergaben, dass rund 40% des Restmüllinhaltes in der gelben Tonne entsorgt hätte werden können.

Quellen:

Vermeidung von Plastikmüll:

  • Eigenes (Stoff-)Sackerl zum Einkaufen mitnehmen
  • Mehrwegglasgebinde kaufen
  • Leitungswasser statt Mineralwasser in Kunststoffflaschen
  • Mehr selbst kochen, statt Fertigprodukte
  • In Plastik verpackte Produkte meiden => Viele Tipps konkret für Graz finden sich hier: verpackungsarm einkaufen
  • Eventuell kann jemand anderer die Kunststoffverpackung noch verwenden – zB Obstkörbe bei Bauernmärkten?
  • usw.

Unsere Serie im Überblick:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.