Abfalltrennung #6: Restmüll

Die Tonne mit dem grauen Deckel

In diesem Artikel befassen wir uns mit einer Mülltonne mit sehr vielfältigem Inhalt. Es handelt sich um die Tonne mit dem grauen Deckel und der Aufschrift „Restmüll“. Nachdem der Begriff Restmüll allein jedoch nicht sehr aufschlussreich ist, schauen wir uns das Ganze hier ein wenig genauer an.

Was passiert mit dem gesammelten Restmüll?

Der Inhalt dieser Tonne wird von der Holding Graz eingesammelt und muss aufgrund der Uneinheitlichkeit der gesammelten Dinge sehr sorgfältig sortiert werden. Hierzu kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Beispielsweise wird der Müll gesiebt oder windgesichtet um kleinere, leichtere Gegenstände von größeren und schwereren zu trennen. Außerdem erfolgt eine Sortierung nach Eisen- und Nichteisenwaren. Schließlich werden die einzelnen Müllfraktionen unterschiedlichen Verwertungskreisläufen zugeführt. Einzig und allein das, was stofflich nicht verwertet werden kann, wird thermisch verwertet, also verbrannt.

Restmüll

Was gehört hinein?

Wir können aus diesem oben genannten Vorgang bereits schließen, dass der Inhalt der grauen Tonne bunt gemischt ist und im Prinzip das meiste an Dingen enthält, das nicht in eine der fünf anderen gängigen Haushaltsabfalltonnen (Altpapier, Kunststoff, Altmetall, Altglas und Biomüll) gehört, das frei von gefährlichen Inhaltsstoffen und nicht sperrig ist. Was das genau ist, zeigt die folgende Auflistung:

  • Gläser, wenn es sich dabei nicht um Gefäße wie Flaschen handelt, z.B. Spiegel, kaputte Vasen oder (alte) Glühbirnen (nicht aber Energiesparlampen!)
  • Geschirr
  • Katzenstreu, Kleintiermist und Knochen
  • Hygieneartikel wie zB
    • Damenbinden
    • Windeln
    • Taschentücher
    • Feuchttücher
  • Unbrauchbare Textilien, Putzlappen, Schuhe oder Tapeten
  • Kehricht und Asche
  • Eimer aus Kunststoff oder Metall und Blumentöpfe
  • Fotos, Röntgenbilder und CDs
  • Werkzeug und Kleinmetalle
  • Spielzeug

Auch stark verschmutzte Pizzakartons gehören zum Restmüll und nicht zum Altpapier.

Gefährliche Stoffe, sowie Sperrmüll und Altstoffe gehören dagegen nicht in den Restmüll. Dazu zählen auch:

  • Bauschutt – er muss im Recyclingcenter entsorgt werden
  • Batterien, Elektrogeräte, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren – sie gelten teilweise als Problemstoffe die ins Recyclingcenter oder zu den Problemstoffsammelstellen gebracht werden müssen; Batterien können jedoch auch in Geschäften abgegeben werden
  • Noch brauchbare Alttextilien – sollen in den Container für Alttextilien geworfen werden
  • Altmedikamente – kann man in der Apotheke oder im Recyclingcenter sowie den problemstoffsammelstellen abgeben

Laut einem Artikel der Kleinen Zeitung vom 18.6.2019 ist nur ein Drittel des Inhaltes von Restmülltonnen wirklich Restmüll. Rund ein Drittel gehört eigentlich in die Biotonne, knapp über 22 Prozent ist Papier- und Kunststoffverpackungsmüll, 13 Prozent Metall, Glas und Alttextilien. Und fast zwei Prozent sind sogar Elektroschrott und Problemstoffe – sei es aufgrund mangelnder Information oder aufgrund Bequemlichkeit.

Kosten – Achtung: Massives Einsparpotential!

Gerade beim Restmüll kann man Müllgebühren sparen, da jeder Haushalt entsprechend der Mülltonnengröße und dem jeweiligen Abholintervall Müllgebühren zahlen muss. Wenn du nun sagst, du wohnst in einem Mehrparteienhaus und du bist nur Mieter, da sei dies egal, müssen wir entgegnen, dass die Müllgebühren exakt abgerechnet werden. Eine Ersparnis wird den Mietern das nächste Jahr gutgeschrieben, von daher bietet Müllvermeidung und exakte Mülltrennung ein massives Einsparpotential!

Hier könnt ihr gut sehen, welche Kosten mit eurer Mülltonnengröße verbunden sind und wie viel ihr euch mit einer nächstkleineren ersparen würdet:

Was tun?

Abfallvermeidung & konsequente Abfalltrennung!!

  • Vermeidet Abfall so gut wie möglich, vor allem bei Verpackungen ist dies in Graz leicht möglich (viele Tipps findet ihr hier)! Wisst ihr, wie viel Restmüll ihr „produziert“?
  • Trennt euren Abfall perfekt – siehe dazu die anderen Beiträge aus unserer Reihe Abfalltrennung! Kunststoff, Altpapier, Metall und Altglas haben nichts im Restmüll verloren. Der Restmüll kann und sollte die kleinste Fraktion im Hause sein.
  • „Kümmert“ euch ein wenig um die Mülltonnen eures Hauses und informiert eure Mitbewohner*innen über diverse Fehlwürfe und die richtige Technik. Erklärt ihnen, dass Fehlwürfe bares Geld sind!
  • Falls eine kleinere Mülltonne oder ein selteneres Abholintervall möglich wäre, deponiert diesen Wunsch bei Hausverwaltung oder Vermieter.
  • Vielleicht ist eine weitere gelbe oder rote Tonne nötig, damit die schwarze kleiner werden kann? Ein wenig Arbeit, wir finden aber: es lohnt sich!
  • Wie gesagt: Ihr merkt es in der nächsten Betriebskostenabrechnung, da die Müllgebührenreduktion direkt an die Mieter anteilig weiter gegeben werden muss. Es gibt Häuser, die haben einige Tausend Euro durch exaktere Mülltrennung einsparen können.

Die fünf gängigsten Mülltonnen sowie deren bevorzugten Inhalt hast du nun kennengelernt. Bist du dir dennoch einmal unsicher, weil du eventuell etwas ganz Spezifisches entsorgen musst, das du nicht genau zuordnen kannst, kann dir eventuell der Abfallkompass der Stadt Graz behilflich sein. Dort sind unterschiedlichste Materialien und Produkte in alphabetischer Reihenfolge und mit Bekanntgabe des richtigen Entsorgungsortes gelistet. Du findest die Liste unter folgendem Link: https://www.graz.at/cms/beitrag/10331334/9575765/Abfall_ABC.html

Wenn du an weiteren Infos zur richtigen Entsorgung von Müll interessiert bist, dann lies doch auch die Folgebeiträge zu den Glasverpackungen, Alttextilien, Problemstoffen, Sperrmüll usw…

Quellen:

Unsere Serie im Überblick:

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