Bericht – „Is schon g’essen? Wie wir uns in Zukunft ernähren wollen!“

Bericht über die Veranstaltung vom 15.10.2019 im Afro-Asiatischen Institut (AAI)

Am Podium:
Uli Klein (Die KLEINE FARM)
Auguste Maier (Steirischer Bauernbund)
Ulrike Seebacher (FH Joanneum)
Sigrun Zwanzger (Welthaus Graz)
Moderation: Anna Thaller (Bildungshaus St. Martin)
Kooperation des AAI-Graz mit der KFB und der KHG-Graz

Die Veranstaltung fand vor vielen interessierten Besuchern statt. Kurze einleitende Statements sollten zunächst in die Grundthematik einführen. Die Begriffe Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität spielen hier eine große Rolle. Was bedeuten diese Begriffe?

Ernährungssicherheit bedeutet, dass eine ausreichende Versorgung mit Nahrung gewährleistet ist. Ernährungssouveränität „legt zusätzlich den Fokus auf das Recht der Menschen auf gesundes Essen, das nachhaltig produziert wird unter der Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen und der Umwelt“. Dafür ist eine demokratische Lebensmittelversorgung unumgänglich.

Doch wie ernähren wir uns aktuell? Sind wir ernährungssouverän und ist es ein erstrebenswertes Ziel? In welche Richtung entwickelt sich die Lebensmittelproduktion? Diesen und anderen Fragen stellten sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion.

  • Weltweit stellen großteils Klein- und Familienbetriebe die Lebensmittelversorgung sicher. Während in Ländern wie Tansania 80% der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten, sind es in Österreich aber nur mehr 3%.
  • 11% der Weltbevölkerung hungern, während 11% stark übergewichtig sind!
  • Erschreckend auch andere Zahlen. 1,5 Millionen Eier werden täglich!!!  importiert. Und hier sprechen wir größtenteils nicht von biologischen Produkten (Käfighaltung). Im Gegenteil, die strengen österreichischen Regeln gelten für Importgüter nicht. Ein Ei aus Polen kostet 4 Cent, während ein heimisches Ei erst bei 11 Cent kostendeckend produziert wird.
  • Der Klimawandel wird die Produktivität der heimischen Landwirtschaft weiter um 25-35% verringern.
  • Täglich werden 22,4 ha Land versiegelt!
  • Auch der Fleischkonsum ist viel zu hoch. Nur 2% des in Österreich konsumierten Fleisches ist biologisch. Die Tiere werden mit gentechnisch verändertem Soja aus Südamerika gefüttert.

Welche Auswege gibt es?

  • Weg von der industriellen Erzeugung hin zur kleinteiligeren Landwirtschaft, die biologisch erzeugt und mehrheitlich direkt vermarktet wird (zB Kleine Farm).
  • Weg vom übermäßigen Fleischkonsum hin zu einer zumindest großteils vegetarisch/ veganen Ernährung.

Anschließend an die Diskussion wurde zu einem sehr guten Benefizsuppenessen zu Gunsten der Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung geladen.

Danke an Bernhard für diesen Vortragsbesuch und -bericht!

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