April 2021: CO2-Konzentration 420 ppm – so hoch wie noch nie!

Wir müssen handeln!

Der Trend zeigt leider stark nach oben und wir beschleunigen ihn immer weiter: Die Kohlendioxid (CO2)-Konzentrationen in der Atmosphäre sind Messungen zufolge derzeit auf einem traurigen Rekordwert: 420 ppm – exakt 421,36 ppm*! Das bedeutet, auf eine Million Moleküle in trockener Luft kommen 420 Moleküle CO2. Dies ist Wissenschaftlern zufolge der höchste Stand seit Millionen von Jahren.

Gemessen wurde dieser Wert am 8. April 2021 am Mauna Loa Observatorium auf der Insel Big Island auf Hawaii. Es ist die älteste Kohlendioxid-Messstation der Welt: Bereits 1958 wurde dort mit Messungen der CO2-Konzentration begonnen, da lag diese aber noch bei rund 315 ppm.

© CIRESvideos (aus dem Jahr 2014, also nicht aktuell)

Die folgende Grafik von Marcus Wadsak zeigt die CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre über einen Zeitraum von rund 800.000 Jahren. Sehr lange (das konnte man durch Eispanzerbohrungen in der Antarktis erforschen) war die CO2-Konzentration unserer Atmosphäre auf kontinuierlichem Niveau. Seit Beginn der Industrialisierung (rund 1850) steigt diese aber massiv, seit 1970 sogar sprunghaft an.

© Marcus Wadsak

Im Jahresverlauf unterliegt die CO2-Konzentration zwar natürlichen Schwankungen. Im Sommer, wenn die Pflanzen grün sind und mehr CO2 durch Photosynthese binden, sinkt der CO2-Anteil. Der kontinuierliche generelle Anstieg von Jahr zu Jahr macht aber nicht nur Klimaforschern Sorgen. Die steigenden Treibhausgase sind, vor allem das CO2, die Hauptursache für die derzeitige menschengemachte globale Erwärmung (siehe dazu auch unseren Artikel Treibhauseffekt. Das CO2 ist sehr langlebig (verbleibt dort über 150 Jahre), verteilt sich gleichmäßig in der ganzen Atmosphäre (daher ist es auch egal, wo gemessen wird) und speichert eben Wärme. Wir emittieren durch die Verbrennung fossiler Energieträger so viel, dass Ozeane und Biosphäre nur 50 Prozent dieser anthropogenen (menschengemachten) Emissionen aufnehmen können. Darum kann auch eine kurzfristige Reduktion, wie zB derzeit während der Covid19-Maßnahmen (2020 rund 8%) nichts daran ändern: Unser Planet erwärmt sich noch weiter, selbst wenn die CO2-Emissionen abnehmen würden, eine Reduktion wirkt nicht kurzfristig. Es gilt aber dringend die Erwärmung einzuschränken!

Um bis zum Jahr 2050 mit den CO2-Emissionen auf netto Null zu kommen, muss unser Emissionsverhalten drastisch geändert werden, ansonsten können die Pariser Klimaziele von 2016 (Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf möglichst 1,5 Grad, mindestens aber weniger als 2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter) nicht eingehalten werden, was dramatische Folgen für die ganze Welt haben wird.

Die Grenze von 450 ppm sollten aber auf keinen Fall überschritten werden, so der Weltklimarat IPCC. Dieser geht davon aus, dass bei diesem Wert von 450 ppm CO2eq (CO2-Äquivalente – mehr dazu in einem nächsten Beitrag) die kritische 2-Grad-Grenze erreicht oder sogar überschritten wird.

© Steve Bowen

CO2 ist aber nicht das einzige Treibhausgas mit beunruhigenden Trends. Auch die Emissionen von Methan und Schwefelhexafluorid sind in die Höhe geschnellt. Obwohl Methan mit etwa zehn Jahren nicht so lange in der Atmosphäre verbleibt wie CO2, absorbiert es Wärme viel effektiver, was bedeutet, dass es die Klimakrise stark verschärft. Andererseits würde eine Reduktion des Methanausstoßes zB durch eine Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums die Methankonzentration in der Atmosphäre aufgrund der kürzeren Verweildauer beträchtlich senken und dadurch die Klimakrise etwas entschärfen.

© Beitragsbild – Grafik: Marcus Wadsak

Unsere Reihe zum Klimawandel:

Abkürzungen:
– CO2 = Kohlendioxid, ein Treibhausgas
– *ppm = parts per million, Anteile pro Million

Quellen:
– https://science.orf.at/stories/3205818/
– https://de.wikipedia.org/wiki/Parts_per_million
– Buch: Marcus Wadsak – Klimawandel – Fakten gegen Fake & Fiction

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