Lebensmittel-Haltbarkeits-Guide

Welche Lebensmittel sind ewig haltbar? Wie kann ich Lebensmittel länger haltbar machen?

Ist das noch gut, oder muss das schon weg?

Laut einer Studie werden 1/3 der genießbaren Lebensmittel nicht gegessen, sondern landen in der Mülltonne. Das sind jährlich allein in Österreich geschätzte 577.000 Tonnen an vermeidbarem Lebensmittel-Müll pro Jahr (Quelle: WWF, Kleine Zeitung 15.9.2018). Man könnte sich nun beruhigen und meinen, dass der Großteil der Verschwendung von den Produzenten und großen Konzernen ausgeht. Leider ist das nicht der Fall, ein großer Teil dieses Problems ist auch auf private Haushalte zurückzuführen. Umso wichtiger also, dass wir anfangen, etwas an unserem Verhalten zu verändern. Vor allem in Zeiten wie diesen, wo das Thema Klimawandel so präsent ist wie noch nie zuvor, stellt sich die Frage: „Was kann ich als Einzelperson eigentlich tun?“

Es gibt bereits einige tolle Initiativen wie zum Beispiel Foodsharing oder auch die App „Too good to go“ (wir berichteten), die sich diesem Problem annehmen. In Deutschland und online gibt es mit „Sirplus“ sogar den ersten Supermarkt, der es sich zur Aufgabe macht, genießbare Lebensmittel im Kreislauf zu halten. Das Anna-Café im Gramm ist als Zero-Waste-Café geführt und verkocht die im das Gramm übrig gebliebenen Lebensmitteln. Doch in unserem Beitrag hier soll es nur darum gehen, wie wir Lebensmittel haltbar machen können, um dadurch Verschwendung zu minimieren.

Mindesthaltbarkeitsdatum – Verbrauchsdatum

Zu allererst ein paar Worte zu dem Thema Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Verbrauchsdatum. Das MHD ist hierbei nicht mit dem Verbrauchsdatum gleichzusetzen! Beim MHD handelt es sich um einen Schutz der Produzenten, um Reklamationen zu vermeiden. Es ist quasi eine Absicherung, welche garantiert, dass Farbe, Geruch, Konsistenz und Geschmack ident sind wie am Tag der Produktion.

Viele nehmen das Mindesthaltbarkeitsdatum als Grund, die Lebensmittel sofort wegzuschmeißen, oft wäre das jedoch noch lange nicht nötig. Unser Tipp: nicht gleich verunsichern lassen, lieber mal alle Sinne einsetzen und checken, ob das Lebensmittel noch gut ist. Zum Beispiel Joghurt ist auch lange nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch völlig in Ordnung. Bei manchen Lebensmitteln ist dieser Check aber gar nicht notwendig, denn sie sind komplett unverderblich.

Das Verbrauchsdatum ist jedoch schon zu beachten, da es sich besonders auf leicht verderbliche Lebensmittel bezieht. Es findet sich vor allem bei faschiertem Fleisch, frischem Fleisch und Geflügel, Fisch, bereits vorgeschnittenen Salaten und frischer Rohmilch.

Ewig haltbare Lebensmittel

Hier eine kurze Auflistung der ewig haltbaren Lebensmittel:

  1. Zucker: Lagert man Zucker kühl, trocken und dunkel, wird er niemals schlecht. Das liegt daran, dass Zucker Schimmelpilzen aller Art Wasser entzieht und diese dadurch absterben.
  2. Honig: Im Prinzip ist Honig chemisch gesehen gleich wie Zucker. Lagert man Honig kühl und trocken und achtet darauf, dass keine Fremdkörper in das Glas gelangen, so kann man sich auch in 100 Jahren noch an einem Honigbrot erfreuen. Bereits kristallisierter Honig muss nur erwärmt und umgerührt werden.
  3. Ahornsirup: Indem er auch so einen hohen Zuckergehalt hat, wird Ahornsirup ebenfalls nicht schlecht.
  4. Maisstärke: Auch das Verdickungsmittel Maisstärke verdirbt – richtig gelagert – nicht.
  5. Weißer Reis und Wildreis: Achtung – nicht alle Reissorten können Generationen überdauern, das liegt daran, dass alle Reissorten unterschiedliche Fettgehalte haben. So kann Vollkornreis durchaus schlecht werden, weil er einen erhöhten Fettgehalt hat.
  6. Salz: Dieses alltägliche Würzmittel ist in reiner Form, sprich nicht aromatisiert oder mit Kräutern versetzt, ewig haltbar.
  7. Schnäpse: Auch geöffnete Flaschen werden nicht schlecht.
  8. Wasser in Glasflaschen: Dass es sich um Glasflaschen handelt, ist hierbei essentiell, denn Plastik enthält Weichmacher, die nach einer gewissen Zeit in das Wasser übergehen und es somit ungenießbar machen.
  9. Destillierter Weißweinessig: Der hohe Gehalt an Säure konserviert den Essig, so ist er ewig haltbar.

Um diese Lebensmittel müssen wir uns daher in Zukunft überhaupt keine Gedanken mehr machen. Jedoch wird der Großteil aller Lebensmittel doch irgendwann schlecht. Was können wir also tun, um deren „Lebensdauer“ zumindest stark zu erhöhen? Hier ein kurzer Überblick.

Haltbarmachen von Lebensmitteln:

Einkochen:

Eine wohl sehr geläufige Methode des Haltbarmachens ist das Einkochen. Es ist nicht nur super einfach gemacht, sondern bringt in Form von fruchtigen Marmeladen und Chutneys ein Stückchen Sommer in den kalten Winter. Wer nun interessiert ist, findet im Internet unzählige Anleitungen und Rezepte, oder man fragt einfach mal bei der eigenen Oma nach.

Einlegen:

Die zweite Methode ist das Einlegen. Hierbei werden Lebensmittel wie zB Gurken in Flüssigkeit haltbar gemacht. Eingelegt wird in Essig (sehr effektiv), Öl oder Alkohol.

Fermentieren:

Die Fermentation erfreut sich dank ihrer gesundheitsfördernden Wirkung derzeit sehr großer Beliebtheit. Gesunde, verdauungsfördernde Milchsäurebakterien bewirken, dass die Lebensmittel „kontrolliert verrotten“, dadurch werden schädliche Keime verhindert. Herstellen kann man zB Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha. Wer nun gerne mal selbst fermentieren würde, findet ein gutes Angebot an Kursen auf der Webseite vom Dekagramm.

Trocknen:

Eine weitere Möglichkeit ist das Trocknen von Obst oder Gemüse. Hierbei wird der Großteil der Feuchtigkeit, welche als Nährboden für Mikroorganismen und Enzyme dient, entzogen. Fehlt diese Feuchtigkeit, verderben Lebensmittel folglich deutlich langsamer als im frischen Zustand. Für das Trocknen von Lebensmitteln braucht man einen warmen, trockenen, luftigen Raum, der am besten noch sonnig ist bzw einen Dörrapperat. Das Trocknen im Backofen macht energietechnisch wenig Sinn.

Einfrieren:

Selbsterklärend und sicher am häufigsten praktiziert ist die Methode des Einfrierens. Ein Vorteil ist, dass man so ganze Mahlzeiten haltbar machen kann. 

Links & Buchtipps:

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