Prosit Neujahr! Nachhaltig Silvester feiern …

Mit manchen Vorsätzen muss man gar nicht auf das Neue Jahr warten. Die Silvester-Nacht wollen wir heuer nachhaltiger feiern, denn manche Traditionen, die sich in den letzten Jahrzehnten oder Jahren (so lange gibt es Feuerwerk und Bleigießen nun auch noch nicht) entstanden sind, müssen einfach überdacht und geändert werden. Denn mittlerweile wissen wir, dass sie uns und unserem Planeten nicht gut tun.

An Silvester feiert die ganze Welt, weil sich das Datum ändert. Ich hoffe, dass wir irgendwann das Datum feiern, an dem sich die Welt ändert. – Unbekannt


Essen
Beim Kauf der Lebensmittel für das Silvesterbuffet, -raclette, -fondue etc achten wir heuer noch mehr auf Regionalität sowie saisonale und biologische Lebensmittel. Wir kaufen verpackungsfrei ein und kochen möglichst fleischarm. Die Bauern auf den Grazer Bauernmärkten freuen sich über wertschätzende Kundschaft.

Wenn jeder Gast eine Speise mitnehmen soll, kann man durchaus Wünsche hinsichtlich dieser Vorgaben äußern (wir wollen heuer ein „müllarmes, regionales, … Silvester“). Wer weiß, vielleicht initiiert man ja gleich einen Neujahrsvorsatz?

Heimische Getränke in Mehrweggebinden sowie Sektflaschen mit Korkverschluss bevorzugen. Die Korken von den geleerten Sektflaschen sind ein wertvoller Rohstoff. In unserem Verschenkladen & Vereinslokal in der Leonhardstraße 38 können diese abgegeben werden: wir werden sie einem sinnvollen Recycling zuführen. Dazu dann mehr in einem unserer nächsten Beiträge.

Nicht zu viele Lebensmittel einkaufen – zu Weihnachten und Neujahr werden die meisten Lebensmittel weggeschmissen. Sollte etwas vom Silvesterbuffet übrig bleiben, die nächsten Tage innovative Restlverwertung betreiben bzw teilen oder rechtzeitig in die Foodsharing-Fairteiler füllen. Einkaufs-Erfahrungswerte für das nächste Jahr notieren (Mengen- und Personenangaben).

© traum manu faktur

Dekoration
Weniger ist mehr, selbstgemacht, upgecycelt, geliehen, gefunden, aus der Natur, wiederverwendbar … alles viel besser als gekaufte Papierschlangen, Luftballons, Konfetti, Glitter und sonstige Deko.

Stoffservietten sind nicht nur schön, sondern sparen auch Müll. Plastikstrohhalme müssen auch bei Drinks nicht sein.


Glücksbringer
Viele Menschen lassen es sich nicht nehmen, Glücksbringer zu schenken. Warum heuer nicht essbare oder verbrauchbare (zB Seifen, faire Schokoladen oder Tees) Glücksbringer schenken, zero waste und keine Staubfänger? Im Netz findet man auch viele verschiedene Tipps, Rezepte und Bastelanleitungen für selbstgemachte Glücksbringer. Bei den Grazer Bäckern gibt es verpackungsfreie Hefe-Schweinderl – verbrauchbar und zero waste! Alte Glücksbringer kann man uns gerne in den Verschenkladen bringen, wir heben sie für nächstes Jahr auf und bieten diese dann rechtzeitig an.


Feuerwerk nein danke!
Raketen sind zwar zugebenermaßen schön anzusehen, müssen aber gemeinsam mit Krachern wirklich nicht sein – sie kosten viel Geld und belasten die Umwelt auf vielfältige Weise: sie verursachen jede Menge Feinstaub und Schwefeldioxid, hinterlassen giftige Schwermetalle im Boden sowie viel Müll wie Karton, Kunststoff, Ton und Holz in der Umgebung. Die Grazer Luft ist – milde ausgedrückt – ohnehin nicht die beste. Aber am 1.1. erreichen die Feinstaubwerte regelmäßig Höchstwerte. Besonders schädlich sind auch Wunderkerzen und sogenannte Confetti-Bomben, die unglaublich viele Einzelteile in die Umgebung abgeben. Außerdem werden durch das Feuerwerk Wild- und Haustiere verängstigt sowie die Nachtruhe von Menschen gestört, die auch in dieser Nacht schlafen wollen oder müssen.

Ein weiteres Argument gegen Feuerwerkskörper ist, dass diese hauptsächlich durch Kinderarbeit in Indien und China unter unmenschlichen und gefährlichen Bedingungen hergestellt werden. Es gibt kein nachhaltiges Feuerwerk – daher bitte einfach darauf verzichten!

Außerdem verletzen sich jedes Jahr Menschen mit der unsachgemäßen Verwendung von Feuerwerkskörpern. Will man das alte Jahr unbedingt mit Krach austreiben, dann kann man dies auch mit anderen Mitteln, zB Trommeln, Rasseln oder Klappern machen.

Eine zentrale Musik-Laser-Show wäre eine Alternative zum herkömmlichen Feuerwerk, allerdings ist auch hier der Stromverbrauch sicher nicht zu vernachlässigen.

Gesellschaftsspiele
Ein netter Brauch ist es, die Zeit bis Mitternacht auch mit Gesellschaftsspielen zu verbringen. Nicht alle müssen aber gekauft werden, man kann sie sich auch ausleihen und hat so weniger Dinge zuhause. Spiele gibt es zB in den Grazer Stadtbibliotheken (vor allem in der Hauptbibliothek), aber auch in der Ludothek.

Müll
Solltet ihr unterwegs sein, nehmt euren eigenen Müll und eventuell sogar noch mehr mit nach Hause und entsorgt ihn entsprechend.

Zu Neujahr ein kleiner Spaziergang, um den Kopf auszurauchen? Dann nehmt ein Sackerl mit und sammelt herumliegenden Abfall ein. Nach der ersten Scheu wird man immer mutiger und gemeinsam geht es überhaupt besser.


Den angefallenen Müll bitte richtig trennen und entsorgen. Ins Weißglas gehört nur das durchsichtige, klare Glas, alles andere ins Buntglas. Ein einziger Fehlwurf ruiniert das Recycling von Weißglas und es kann nur noch Buntglas daraus gemacht werden.

Die Kosten der nötigen Beseitigung vom Silvestermüll werden von uns allen getragen. Daher: weniger ist mehr!


Bleigießen
Ab dem Jahr 2018 ist Bleigießen verboten – Blei ist ein giftiges Metall und somit Sondermüll. Stattdessen eignet sich auch (Bienen)Wachs – und man kann erraten, was das Neue Jahr so bringen mag …


Neujahrsvorsätze
Warum für 2019 nicht gemeinsam und ganz laut nachhaltige Neujahrsvorsätze formulieren, die nicht nur einem selbst, sondern auch unseren Kindern & Enkelkindern und unserer Umwelt gut tun?
Also: Was können wir 2019 verändern, damit es uns UND unserer Umwelt nachhaltig gut geht?
Wir haben hier einige Vorsätze für euch (und wollen diese natürlich auch selbst umsetzen):

  • Mehr selbst kochen mit regionalen Lebensmitteln.
  • Direkt beim Bauern einkaufen.
  • Eine Gemüsekiste abonnieren & weniger Fleischprodukte essen.
  • Weniger Müll produzieren, mehr verpackungsfrei einkaufen, auch wenn es mehr Zeit in Anspruch nimmt und vielleicht auf den ersten Blick teurer erscheint.
  • Einen Reiniger oder ein Kosmetikprodukt auch mal selbst herstellen
  • Lebensmitteln retten: zaubere etwas mit den vorhandenen Resten und mach mit bei Foodsharing Graz!
  • Mehr Fahrrad oder mit den Öffis fahren.
  • Ein Urlaub kann auch in der Nähe wunderschön und erholsam sein – Flüge und Kreuzfahrten müssen nicht sein.
  • Weniger Neues shoppen, wenn dann regional & fair und nicht online, auch wenn es bequemer oder günstiger ist.
  • Mit Kindern lieber mal was Kreatives machen, als ein neues Spielzeug zu kaufen.
  • Zuhause ausmisten und das Zeug weitergeben, zB in unseren Verschenkladen – minimalistischer leben.
  • Second-Hand-Läden aufsuchen – es gibt fast alles gebraucht.
  • Den nachhaltigen Lebensstil genießen.
  • Engagement im Umweltbereich starten, verstärken und Umweltinitiativen wie auch immer unterstützen (Geld & Zeit) – es ist so wichtig!
  • Die Vorsätze laut äußern, denn eventuell steckt man damit auch andere an.

Erzähl uns doch in den Kommentaren, welche Vorsätze du dir für 2019 vorgenommen hast? Wir wünschen dir dabei viel Erfolg und überhaupt ein gutes, gesundes, postives Neues Jahr, in dem es uns allen gelingen möge, das Ruder rumzureißen!

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