Welterschöpfungstag – Earth Overshoot Day

Der Welterschöpfungstag fällt im Jahr 2018 bereits auf den 1. August. Dieser Tag markiert den Punkt, an dem wir mehr konsumieren, als die Natur sich selbst erneuern kann. Ab dem 1.8. leben wir den Rest des Jahres somit auf Kosten unserer Kinder und Enkelkinder.

Wir bräuchten derzeit 1,7 Erden, um die gesamte Nachfrage nach Ressourcen zu befriedigen und um alle Treibhausgase und Kohlendioxid aufzunehmen: wir verschwenden nämlich zu viele Rohstoffe, verwenden zu viel Plastik, fangen zu viele Fische, verschmutzen unser Wasser, holzen zu viel Wald ab, versiegeln und vergiften zu viele Böden und produzieren zu viel Kohlendioxid.

Noch nie war der Welterschöpfungstag früher als 2018!

Im Vergleich dazu (aufgrund verschiedener Berechnungsmethoden können sich leicht abweichende unterschiedliche Daten ergeben) hier einige Vorjahre:

Die Berechnungen der Welterschöpfungstage werden durch Global Footprint Network (GFN) durchgeführt. Dabei wird die Biokapazität der Erde (Fähigkeit, Rohstoffe zu erzeugen und Schadstoffe abzubauen) mit dem Ökologischen Fußabdruck verglichen.

Dass es heuer überhaupt bis zum 1. August reicht, haben wir den ökonomisch schwachen Ländern zu „verdanken“, weil der Ressourcenverbrauch ungleich verteilt ist. Würden alle Länder so leben wie in unserem reichen Land Österreich, läge der Erschöpfungstag nämlich schon am 15. April. Das heißt, wir leben nicht nur auf Kosten künftiger Generationen, sondern auch auf Kosten anderer Länder!

© Global Footprint Network National Footprint Accounts 2018

Was können wir tun?

Der Erschöpfung unserer Erde kann aber entgegen gewirkt werden – und zwar durch jedeN einzelnen. Der 1.8. lässt sich durch die Umsetzung folgender Tipps wieder um viele Wochen nach hinten verschieben (wir sollten uns aber wohl nicht mehr viel Zeit für diese Maßnahmen lassen):

  1. Weniger bzw anders/bewusster konsumieren – in jedem Konsumgut stecken Ressourcen und Energien:
    • Keine unnötigen Produkte kaufen! – Weniger ist mehr! Bewusster Nicht-Konsum!
    • Second-Hand statt Neu-Kauf!
    • Tauschen, leihen und Teilen!  Sharing-Tipps auf unserer Seite
    • Reparieren statt neu kaufen!
    • Nicht benutzte Dinge nicht lagern, sondern weiter geben! zB in unseren Verschenkladen
    • faire, regional aus ökologischem Material gefertigte Qualitätsprodukte kaufen, die langlebig und reparierbar sind – natürliche Ressourcen müssen im Kreislauf geführt werden.
  2. Lebensmittel/Nahrung: 
    • Lebensmittelverschwendung vermeiden!
    • Biologisch, regional, saisonal, fair kaufen!  Nachhaltig produziert
    • Weniger Fleisch konsumieren!
    • Mehr selbst kochen, weniger Fertigprodukte!
    • Mehr Unverpacktes kaufen, Mehrweg statt Einweg!
    • Selbst Gemüse und Obst anbauen (Garten, Balkon, Gemeinschaftsgärten)
  3. Mobilität:
    • Statt Auto, mehr zu Fuß, mit dem Rad und mit den Öffis!
    • Carsharing? Fahrgemeinschaften bilden?
    • Lastenrad anschaffen/ausleihen!  Förderungen und Gratisverleih
    • Urlaub: besser weniger und näher; besser mit Bahn, Bus, Rad, Auto statt Flugzeug oder Kreuzfahrt!
  4. Energie/Wohnen:
    • Strom sparen! Auf Ökostrom umsteigen!
    • Heizungswärme sparen! Häuser besser isolieren!
    • Näher wohnen, kleiner wohnen!
  5. Engagement:
    • Andere informieren und motivieren!
    • Wünsche laut formulieren: zB nein danke, kein Plastikstrohhalm …
    • Sich in Umweltorganisationen engagieren!
    • An Politik und Wirtschaft entsprechende Signale senden, je nach Typ: leiser oder lauter!

Habt ihr noch Tipps, um aus dem August wieder einen September, Oktober, November oder Dezember zu machen? Schreibt uns doch!

Weine, Mutter Erde,
vor lauter Gram über das Leben, das du hervorgebracht.
Du hast das Leben still und verborgen in deinem Schoß gewärmt. Du warst fruchtbar in Millionen Gewächsen. Millionen Tiere spielten auf deiner Haut, im Grün des Grases und in der Tiefe des Ozeans. Eine Unzahl von Vögeln, Faltern und Fliegen ließest du spielen in Wäldern und Wiesen und tanzen in allen Lüften.
Weine, Mutter Erde, vor lauter Gram über die Schande, die der Mensch dir angetan.
Sie haben Raubbau mit den Rohstoffen getrieben, die Jahrmillionen brauchen, um sich in deinem Schoß zu bilden. In gieriger Hast sind sie daran, dich bis zum letzten auszuplündern und den Reichtum ihrer eigenen Kinder und Kindeskinder zu verprassen.
Weine, Mutter Erde, vor lauter Gram über den Frevel, in den der Mensch verfallen.

Phil Bosmans (1922-2012), belgischer Ordenspriester und Schriftsteller

 

 

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