Klopapier, öKlo und Co

Heute geht’s um stille Örtchen und dem Drumherum …

„Wer von euch kackt regelmäßig ins eigene Wohnzimmer?“ – so blumig fragt Eckhart von Hirschhausen, Mediziner und Komiker, ganz gern sein Publikum. Klingt absurd, aber in unserem großen gemeinsamen Lebensraum (Wohnzimmer heißt im englischen ja „living room“) passiert dies im übertragenen Sinne doch tatsächlich. Es gibt jedenfalls Dinge, mit denen wir Menschen uns nicht so gern beschäftigen oder wir als streng privat ansehen, die aber wichtig sind. Denn am Ende des Tages geht es doch darum, was wir der Welt hinterlassen …

Frau die vor einem WC Zeigefinger an die Lippen hält

Beim Reflektieren ist es durchaus erlaubt und gut, alle Gewohnheiten zu hinterfragen – auch die im stillen Örtchen. Und für einige dieser Gewohnheiten habe ich wunderbare Alternativen gefunden:

Stofftücher statt Klopapier

Simpel und wirkungsvoll: statt Klopapier zumindest fürs kleine Geschäft Stoff(-Reste) verwenden, zur Schmutzwäsche geben und immer wieder waschen. So können uns auch etwaige pandemiebedingte Hamsterkäufe kalt lassen. Ob nun jede Person im Haushalt eine eigene Stofffarbe hat oder ob dafür alte Handtücher zerschnitten werden: hier gibt es reichlich Raum für Kreativität. Und der Klopapier-Bedarf lässt sich massiv reduzieren. Auch durch eine weitere Ergänzung:

Kleinkind vor einem Stapel mit Stoffwindeln
Müllberge reduzieren mit Stoffwindeln

Podusche statt Feuchttücher

Ein eigenes Bidet wäre natürlich eine feine Sache, aber alternativ ist auch die Podusche eine simple Möglichkeit den Klopapier-Bedarf zu verringern bzw. auf chemisch versetzte Feuchttücher zu verzichten (erhältlich in Drogeriemärkten als auch z.B. bei Das Dekagramm). Sie funktioniert nur mit Druck (ohne Strom) und ist für Umwelt, Geldbörse und vom Gewicht her absolut tragbar.

Stoffwindeln statt Einwegwindeln

Aus eigener Erfahrung: Stoffwindeln sind super! Sie sind billiger, reduzieren die Müllberge, riechen nicht nach Plastik o.ä. und werden finanziell gefördert.

Stoffwindeln gibt es in Graz zum Beispiel bei Popolini. Hier kann auch der Grazer Windelscheck – Förderung Stoffwindeln eingelöst werden.

Menstruationstasse statt Tampon

Produkte Frauenhygiene Stoffbinden, Menstruationstasse

Wenn schon Tampon, dann zumindest biologisch abbaubare. Aber ich muss sagen, ich möchte auf meine Menstruationstasse nicht mehr verzichten. Das tatsächlich einzige, das mich ärgert: dass ich darauf nicht schon viel früher gekommen bin! Und in Kombination mit Periodenwäsche komme ich sowieso ganz entspannt durch die „Erdbeerwoche“ (Mehr Infos auch im Beitrag Zero Waste Graz Stammtisch #7 – Nachhaltige Frauenhygiene). Es gibt auch noch Menstruationsschwämme oder das Prinzip der freien Menstruation, doch dazu habe ich keine Erfahrungswerte (gerne aber in den Kommentaren dazu äußern).

Hängende WC-Bürsten im Bürstenfachgeschäft
Bürstenauswahl bei W.A. Schmidt

Periodenwäsche und Stoffbinden statt Einwegbinden

Wer Periodenwäsche noch nicht probiert hat: unbedingt ändern! Es gibt so tolle Auswahl, sie sind unglaublich praktisch, bequem, sehen gut aus und sind eine extrem gute Investition, die langfristig viel Geld sparen kann. Wer lieber Binden verwenden möchte, kann auch hier extrem viel Müll sparen durch Stoffbinden. Ich habe auch schon mal eine aus Stoffresten genäht (hier gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung), aber natürlich kann man diese auch in verschiedenen Läden kaufen.

Kompostierbare Klobürsten statt Plastik

Endlich hab ich mir jetzt mal kompostierbare Klobürsten (aus Holz mit Naturborsten) zugelegt. Sicherlich Geschmackssache und mir fehlen jetzt noch die persönlichen Erfahrungswerte, aber soweit ich mich eingelesen hab, soll sie wegen Schimmelgefahr schnell trocknen können (ich hab mir dafür einen WC-Bürstenhalter aus Holz besorgt, wodurch die Bürste frei hängen kann). Wenn ich sie dann irgendwann durch eine neue ersetze, kann ich die alte einfach im Kompostmüll entsorgen (aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht auf dem Komposthaufen) sondern im Biomüll oder sie kann zum Verrotten auch einfach im Garten vergraben werden.

Die Bürsten sind im Fachgeschäft (zum Beispiel im Bürstengeschäft in der Rösselmühlstraße) oder auch im Das Dekagramm erhältlich.

öKlo statt Dixi-WC

Mit „sauber – nasenfreundlich – ökologisch“ wirbt öKlo, die „angenehmste mobile Komposttoilette aus Österreich“. Hier wurde wirklich für ein unangenehmes Problem eine großartig durchdachte Lösung gefunden. Ich denke da nur an Festivals, Baustellen, etc. Auch auf Grazer Spiel- und Sportplätzen ist schon immer öfter ein öKlo zu sehen – so zum Beispiel neuerdings beim Sportplatz in Ragnitz.

Mehr über das öKlo gibt es vorerst hier zu finden: https://oeklo.at/ – Ein eigener Bericht folgt!

Reflektieren, Wasser sparen, in Einklang kommen

Natürlich sprechen wir über diese Dinge nicht unbedingt beim Essen oder so, aber zumindest könnten wir mehrmals am Tag einfach daran denken und reflektieren, dass wir auch beim stillen Örtchen Möglichkeiten haben Müll und Ressourcen zu sparen. Allein beim Wasserverbrauch stehen wir durchschnittlich bei 40 Liter täglich pro Person und Tag (ein Drittel unseres täglichen Wasserbedarfs). Anstatt das Thema vom Tisch (oder Po) zu wischen, sollten wir mal ehrlich durch die (Klo-)Brille schauen und nicht dahinleben unter dem Motto „Die Sintflut hinter mir“. Vielleicht finden sich pipifeine Möglichkeiten Regenwasser für die Toilette zu nutzen? Bis das Duschwasser warm ist, könnten wir es in einem Kübel fürs WC auffangen. Und sollte es nicht ekelhaft sondern normal sein beim Duschen mal dem Harndrang nachzugeben bzw. sich in der Dusche auch die Zähne zu putzen? Klingt komisch, kann aber dazu beitragen, Wasser zu sparen und mit sich selbst, dem eigenen Körper und den vorhandenen Ressourcen in besserem Einklang zu leben. Es ist natürlich eine Überwindung für mich solche Themen anzusprechen, aber ich denke es ist nötig und an der Zeit.

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