Energiearmut

Der Begriff „Energiearmut“ beschreibt die Wechselwirkung von niedrigem Einkommen, geringer Energieeffizienz und hohen Energiepreisen. Kurz: Menschen können sich die Strom- oder Heizungsrechnung nicht mehr leisten, geraten in Zahlungsverzug … dies geht bis hin zu Abschaltungen!

In der Steiermark können rund 30.000 Menschen ihre Stromrechnung nicht mehr oder nicht regelmäßig bezahlen (Quelle: Kleine Zeitung, 27.1.2018). Diese Menschen sind auch im Winter nicht mehr in der Lage, ihre Wohnung in angemessener Weise zu wärmen.

Energiearmut – Merkmale:

  • häufig schwierige finanzielle Situation
  • hohe Energiekosten
  • unerwartete hohe Nachzahlungen
  • Angst vor Abschaltungen von Strom und/oder Heizung
  • schlechte Wohnbedingungen mit schlecht gedämmten Wohnungen aber auch energieineffizienten Geräten
  • veraltete oder nicht vorhandene Heizung etc

Energiearmut – verschiedene Definitionen: Quelle: Forschungsbericht 2013 Energiearmut in Graz

  • Haushalte, die mehr als 10% ihres Einkommens für Energiekosten aufwenden (Graz 2013: 11.000-14.000 Haushalte)
  • Armutsgefährdete Haushalte mit überdurchschnittlich hohen Energiekosten (Graz 2013: 3.000-4.000 Haushalte)
  • Haushalte, die es sich nicht leisten können, ihre Wohnung warm zu halten (Graz 2013: ca. 3.500 Haushalte)
  • Bezugsberechtigte für den Heizkostenzuschuss des Landes Steiermark (Graz 2013: ca. 14.000 Haushalte)
  • von Stromabschaltungen betroffene Haushalte (Graz 2013: ca. 1.500 Haushalte)

Im Durchschnitt zahlt ein österreichischer Haushalt rund € 800 bis 1.000,– pro Jahr für seinen Stromverbrauch, bei ärmeren Haushalten liegt der Durchschnitt allerdings bei € 1.000,– bis 1.200,– pro Jahr.

Was ist Energiearmut? http://energiearmut.com/?page_id=2049

 

 

Die Energie Steiermark und die Caritas haben im Herbst 2017 daher eine „Partnerschaft gegen Energiearmut“ gegründet. Mit dem von der Energie Steiermark zur Verfügung gestellten Fonds in Höhe von € 100.000,– kann die Caritas energiearmen Haushalten helfen und gezielt Beratungen durchführen. Ziel ist es, nicht nur kurzfristig zu helfen, sondern auch langfristig aus der Notlage zu gelangen.

Für die Beratungstätigkeit, wie am besten Energie gespart werden kann, werden Personen von der Caritas ausgebildet, die bereits längere Zeit arbeitslos waren. Die Caritas begleitet die betroffenen Haushalte, bis die Notsituation nachhaltig überwunden ist.

Die Aktion „Partnerschaft gegen Energiearmut“ wurde vorerst bis September 2018 anberaumt, eine Fortführung ist wahrscheinlich.

 

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