Keep cool – Tipps für heiße Sommertage

Her mit den Ideen, um die Hitze erträglicher zu machen!

Mittlerweile ist Sommer – und wir hatten heuer schon einige Hitzetage (30 Grad oder mehr) und Tropennächte (zwischen 18 und 6 Uhr nicht unter 20 Grad). Durch den Klimawandel erleben auch wir in Mitteleuropa immer häufiger Hitzesommer und Rekordtemperaturen, etwas, an das unsere Körper sich erst gewöhnen müssten – es sei denn, der Klimawandel kann gestoppt bzw. verzögert werden.

Um trotz der warmen und schwülen Luft einen kühlen Kopf bewahren zu können, haben wir ein paar umweltbewusste und nachhaltige Tipps für die Sommermonate – ganz ohne teure und umweltbelastende Klimaanlagen! Konventionelle Klimaanlagen haben aus mehreren Gründen eine sehr schlechte Umweltbilanz: Sie benötigen nicht nur viel Strom und sind damit am CO2-Ausstoß mitverantwortlich, sondern verschieben im Prinzip warme Luft vom Innen- in den Außenbereich und heizen die Atmosphäre noch weiter auf. Außerdem wirken sich die verwendeten Kältemittel klimaschädlich aus. Urs Harnik-Lauris, Sprecher der Energie Steiermark: „Mittlerweile wird übers Jahr fürs Klimatisieren mehr Strom verbraucht als fürs Heizen!“ Das kostet natürlich auch, eine 2.000-Watt-Klimaanlage, die 24 Stunden läuft, verursacht rund € 10,- Mehrkosten.*

Übrigens: Mehr als 6 Grad Unterschied zwischen Innen- und Außenbereich belastet unser Herz-Kreislaufsystem und ist daher gesundheitsschädlich.

Was können wir gegen die Hitze tun?

  • Das für uns Wichtigste: Einsatz für Klimaschutz, gegen den Klimawandel und für Klimawandelanpassung! Nur so können wir verhindern, dass die Temperaturen weiterhin steigen!
  • Richtiges Lüften und Abdunkeln:
    Alle, die im Dachgeschoß wohnen, wissen bestimmt schon Bescheid, dass man die Wohnung (oder das Haus) am besten nachts, abends oder frühmorgens durchlüftet und dann tagsüber die Fenster schließt, bis die Sonne untergegangen ist. So verhindert man, dass die erhitzte Luft in die Räumlichkeiten gelangt. Wer die Möglichkeit hat, sollte während der Sonnenstunden die Räume mit Jalousien, Vorhängen usw. abdunkeln, so bleibt es auch ohne Klimaanlage oder Ventilator kühl.
  • Mit Wasser besprühen:
    Nicht nur die Pflanzen benötigen ab und zu eine kleine Wasserdusche, auch wir Menschen genießen die kleine Abkühlung mit Wassersprays. Wer keine eigene Sprühflasche dafür zuhause hat kann auch einfach ein leeres Parfumflascherl o.ä. mit Wasser befüllen und so wiederverwenden.
  • Feuchtes Tuch:
    Ein feuchtes, kühles Tuch um die Beine oder den Nacken gewickelt, macht das Sitzen am Schreibtisch erträglich. Ab und zu ein kühles Fußbad? Ein aufgespanntes feuchtes Tuch liefert auch Verdunstungskälte.
  • Kaltes Kirschkernkissen oder „Wärme“flasche:
    Ein Kirschkernkissen wirkt nicht nur Wunder, wenn man es sich im Winter erhitzt – es funktioniert auch in die andere Richtung: Einfach tagsüber in den Kühlschrank legen und abends vor dem Schlafengehen mit ins Bett nehmen. Am besten wirkt es, wenn man es sich in den Nacken oder an die Füße legt. Man kann es aber auch auf den Kopfpolster oder die Decke legen, um diese zu kühlen. Wer kein Kirschkernkissen daheim hat, kann auch eine Wärmeflasche in den Kühlschrank legen, dazu muss man sie auch nicht ganz befüllen, um Wasser zu sparen.
  • Viel Wasser trinken!
    Das sollte man weder im Sommer, noch in sonst einer Jahreszeit vernachlässigen! Der Körper benötigt genügend Flüssigkeitszufuhr, vor allem in den schweißtreibenden Monaten. Wichtig dabei: Verzichtet auf das abgefüllte Wasser in Plastikflaschen. Wir in Österreich sind gesegnet mit wunderbar sauberem Leitungswasser, ganz ohne Mikroplastik! Wem das Leitungswasser zu „fad“ ist, der kann auch zum Beispiel (Bio-)Gurkenschalen-Reste hinzugeben für ein bisschen mehr Geschmack.
  • Ernährung:
    Keine wärmenden Speisen zu sich nehmen, überhaupt kühlere Gerichte und auch keine Gerichte mit dem Backofen zubereiten, da dieser den Raum zusätzlich wärmt. Oder mehrere Portionen vorkochen, sodass nicht so oft gekocht werden muss.
  • Ein Klassiker: die kühle (nicht kalte!) Dusche
    Sie ist nicht nur gut für den Kreislauf und die Haut, sie hilft auch beim Energiesparen. Wichtig ist, nicht zu kalt zu duschen, da sich dabei die Gefäße zusammenziehen, um die Wärme im Körper zu behalten – die Folge ist erhöhtes Schwitzen nach dem Duschen.
  • „Richtige“ Kleidung und Bettwäsche verwenden: Reine Seide, Leinen, Seersucker-Gewebe aus Baumwolle bringen einen kühlenden Effekt mit. Kopfbedeckung bei direkter Sonneneinstrahlung.
  • Raus aus der Stadt!
    Die Hitze erscheint in Graz oft unerträglich, also am besten mit Rad und Öffis raus aus der Stadt und ab aufs Land, auf die Berge (am besten am Vormittag), in die Wälder und zu den Seen. Wir haben das Glück, die Natur direkt vor der Haustür zu haben, wo man sich super abkühlen kann.
  • Drinnen bleiben:
    Bleibt bei Hitze – wenn ihr könnt – lieber indoor. Es nützt nichts, unsere Körper können mit den extrem heißen Temperaturen nicht gut umgehen.
  • Arbeitszeiten verkürzen/anders legen?
    Wem es möglich ist, könnte über eine Verlegung der Arbeitszeiten nachdenken. Die Siesta aus südlichen Ländern hat schon ihre Berechtigung. Für Erledigungen und Sport eher den kühleren Morgen nützen. Nur das Notwendigste tun und sonst eher Ruhe geben.

  • Pflanzen für frisches Raumklima
    Die richtige Begrünung der Wohnräume kann nicht nur dabei helfen, die Luft zu filtern und zu reinigen, sondern auch abzukühlen. Auch wenn das Fenster zu bleiben muss, sorgen gerade Pflanzen mit größeren Blättern für eine angenehme Atmosphäre, weil sie bis zu 90% des Gießwassers wieder an die Raumluft abgeben. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit und kühlt gleichzeitig ab. Am besten eignen sich folgende Pflanzen: Der gemeine Efeu (Hedera Helix), die Bambuspalme (Chamaedorea Seifrizii), die Grünlilie (Chlorophytum comosum), verschiedene Farnarten, Drachenbäume (Dracanea), der Bogenhanf (Sansevieria trifasciata), der Gummibaum und die Kentia-Palme.
  • Raumausstattung:
    Pölster, üppige Teppiche und Vorhänge speichern Wärme.
  • Ventilatoren:
    Sind im Vergleich zur Klimaanlage eine günstigere und umweltschonendere Alternative. Aber achtet beim Kauf auf die Lautstärke. Viele sind so im Betrieb so laut, dass man nichts daneben tun kann.
  • Bye zu Stand-by
    Elektronische Geräte produzieren auch im Ruhemodus ständig Wärme, deshalb sollte man sie vom Netz nehmen. Dabei spart man auch noch Energie 😉
    Elektrogeräte, die warm werden, wie zB Staubsauger meiden bzw nur in kühleren Phasen benützen.
  • Fassaden, Vorgärten und Gärten begrünen: Pflanzen an den Außenwänden fangen die Sonneneinstrahlung optimal auf und schützen so die Wände vor der Wärme. Überall, wo mehr Natur ist, ist es spürbar kühler!
  • Dachgeschosse dämmen: Über die oberste Geschoßdecke kann im Winter nicht nur Wärme nach außen entweichen, sondern auch Hitze leichter eindringen. Eine gute Gebäudedämmung und Isolierung hilft und spart Kosten! Mehr dazu hier.

Weitere Hinweise:

  • Kümmert euch um ältere Menschen, nehmt ihnen Wege (Einkaufen, Behördengänge, etc) und Aufgaben ab. Bringt sie zu Ärzten und sorgt dafür, dass sie ausreichend trinken.
  • Achtung bei folgenden Symptomen eines Hitzeschlags:
    • Erhöhte Körpertemperatur
    • heiße, trockene Haut
    • Krämpfe und Erbrechen
    • Beschleunigter Puls
    • Müdigkeit und Erschöpfung
    • Schwindel, Verwirrtheit und Halluzinationen
  • Notruf rufen, in den Schatten bringen, etwas zu trinken anbieten, feuchte Tücher in den Nacken, Oberkörper hochlagern

Welche weiteren Tipps habt ihr für uns? Was hilft euch bei dieser Hitze?

Dieser Beitrag erschien erstmals am 22.8.2020 und wurde zuletzt am 27.6.2021 sowie am 28.6.2022 aktualisiert.

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Quellen:

  • *Kleine Zeitung, 23.6.2021

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