Hitze-Tipps für heiße Sommertage

So lassen sich hohe Temperaturen besser ertragen

Durch den Klimawandel erleben auch wir in Mitteleuropa immer häufiger und immer länger Hitzesommer mit immer heißeren Temperaturen. Vor allem in Städten kühlt es auch nachts schwer ab. Anfang Juli 2023 haben wir im globalen Durchschnitt bereits die heißesten jemals gemessenen Tage gehabt. Um trotz der warmen und schwülen Luft einen kühlen Kopf bewahren zu können, haben wir praktische, geld- und energieschonende Hitze-Tipps für die heißen Sommertage gesammelt – auch ganz ohne Klimaanlage!

Was können wir gegen die Hitze tun?

Einsatz für Klimaschutz

Das für uns Wichtigste! Einsatz für Klimaschutz, gegen den Klimawandel und für Klimawandelanpassung! Nur so können wir verhindern, dass die Temperaturen weiterhin steigen!

Richtiges Lüften und Abdunkeln

Alle, die im Dachgeschoß wohnen, wissen bestimmt schon Bescheid, dass man die Wohnung (oder das Haus) am besten nachts, abends oder frühmorgens durchlüftet und dann tagsüber die Fenster schließt, bis die Sonne untergegangen ist. So verhindert man, dass die erhitzte Luft in die Räumlichkeiten gelangt. Wer die Möglichkeit hat, sollte während der Sonnenstunden die Räume mit außen liegenden Rollläden, Jalousien, Vorhängen usw. bestmöglich abdunkeln, so bleibt es auch ohne Klimaanlage oder Ventilator kühl.

Mit Wasser besprühen

Nicht nur die Pflanzen benötigen ab und zu eine kleine Wasserdusche, auch wir Menschen genießen die kleine Abkühlung mit Wassersprays. Wer keine eigene Sprühflasche dafür zuhause hat kann auch einfach ein leeres Parfumflascherl o.ä. mit Wasser befüllen und so wiederverwenden.

Feuchtes Tuch:

Ein feuchtes, kühles Tuch um die Beine oder den Nacken gewickelt, macht das Sitzen am Schreibtisch erträglich. Ab und zu ein kühles Fußbad? Ein aufgespanntes feuchtes Tuch liefert auch Verdunstungskälte.

Kaltes Kirschkernkissen oder „Wärme“flasche

Ein Kirschkernkissen wirkt nicht nur Wunder, wenn man es sich im Winter erhitzt – es funktioniert auch in die andere Richtung: Einfach tagsüber in den Kühlschrank legen und abends vor dem Schlafengehen mit ins Bett nehmen. Am besten wirkt es, wenn man es sich in den Nacken oder an die Füße legt. Man kann es aber auch auf den Kopfpolster oder die Decke legen, um diese zu kühlen. Wer kein Kirschkernkissen daheim hat, kann auch eine Wärmeflasche in den Kühlschrank legen, dazu muss man sie auch nicht ganz befüllen, um Wasser zu sparen.

Viel Wasser trinken!

Das sollte man weder im Sommer, noch in sonst einer Jahreszeit vernachlässigen! Der Körper benötigt genügend Flüssigkeitszufuhr, vor allem in den schweißtreibenden Monaten. Wichtig dabei: Verzichtet auf das abgefüllte Wasser in Plastikflaschen. Wir in Österreich sind gesegnet mit wunderbar sauberem Leitungswasser, ganz ohne Mikroplastik! Wem das Leitungswasser zu „fad“ ist, der kann auch zum Beispiel (Bio-)Gurkenschalen-Reste hinzugeben für ein bisschen mehr Geschmack.

Koffein- und alkoholhältige Getränke meiden

Pfefferminztee mit frischer Minze wirkt allerdings wahre Wunder und ist in afrikanischen Ländern schon seit jeher Alltagsgetränk.

Ernährung

Keine wärmenden Speisen zu sich nehmen, überhaupt kühlere Gerichte und auch keine Gerichte mit dem Backofen zubereiten, da dieser den Raum zusätzlich wärmt. Oder mehrere Portionen vorkochen, sodass nicht so oft gekocht werden muss. Es empfiehlt sich leichte Kost.

Ein Klassiker: die kühle (nicht kalte!) Dusche

Sie ist nicht nur gut für den Kreislauf und die Haut, sie hilft auch beim Energiesparen. Wichtig ist, nicht zu kalt zu duschen, da sich dabei die Gefäße zusammenziehen, um die Wärme im Körper zu behalten – die Folge ist erhöhtes Schwitzen nach dem Duschen.

„Richtige“ Kleidung und Bettwäsche verwenden

Naturfasern wie reine Seide, Leinen, Seersucker-Gewebe aus Baumwolle bringen einen kühlenden Effekt mit. Kopfbedeckung bei direkter Sonneneinstrahlung. Die Kleidung sollte leicht, weit und hell sein. Im Sommer reicht auch ein Leintuch (es gibt sie noch in diversen Second-Hand-Läden) zum Zudecken.

Drinnen bleiben

Bleibt bei Hitze – wenn ihr könnt – lieber indoor. Es nützt nichts, unsere Körper können mit den extrem heißen Temperaturen nicht gut umgehen.

Arbeitszeiten verkürzen/anders legen?

Wem es möglich ist, könnte über eine Verlegung der Arbeitszeiten nachdenken. Die Siesta aus südlichen Ländern hat schon ihre Berechtigung. Für Erledigungen und Sport eher den kühleren Morgen nützen. Nur das Notwendigste tun und sonst eher Ruhe geben. Ist das Homeoffice kühler als euer Büro? Besprecht die Möglichkeit, mehr von zuhause zu arbeiten. Arbeitgeber haben eigentlich dafür zu sorgen, dass ein gutes Arbeiten möglich ist.

Ruhe

Sorgt dafür, dass eure To-Do-Liste in den Sommermonaten kürzer ist. Erledigt lang planbare Wege bereits in den Übergangsmonaten. Der Körper hat bei Hitze schon genug zu tun. Nützt die Mittagspause wenn möglich für eine Siesta.

Raus aus der Stadt! Rein in den Wald, zum Bach, …

Die Hitze erscheint in Graz oft unerträglich, also am besten mit Rad und Öffis raus aus der Stadt und ab aufs Land, auf die Berge (am besten am Vormittag), in die Wälder und zu den Seen. Wir haben das Glück, die Natur direkt vor der Haustür zu haben, wo man sich super abkühlen kann.

Lass das Auto stehen

Der VCÖ hat auf Basis von Daten der Statistik Austria berechnet, dass im Jahr 2022 an Hitzetagen im Durchschnitt um 18% mehr Verkehrsunfälle mit Personenschaden verursacht wurden, als an kühleren Tagen. 2021 sogar um 25% mehr. An heißen Tagen von mehr als 30 Grad steigt das Unfallrisiko somit deutlich. Vermeide daher nicht unbedingt nötige Autofahrten, nimm genug Wasser mit und planen Pausen ein.

Pflanzen für frisches Raumklima

Die richtige Begrünung der Wohnräume kann nicht nur dabei helfen, die Luft zu filtern und zu reinigen, sondern auch abzukühlen. Auch wenn das Fenster geschlossen bleiben muss, sorgen gerade Pflanzen mit größeren Blättern für eine angenehme Atmosphäre, weil sie bis zu 90% des Gießwassers wieder an die Raumluft abgeben. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit und kühlt gleichzeitig ab. Am besten eignen sich folgende Pflanzen: Der gemeine Efeu (Hedera Helix), die Bambuspalme (Chamaedorea Seifrizii), die Grünlilie (Chlorophytum comosum), verschiedene Farnarten, Drachenbäume (Dracanea), der Bogenhanf (Sansevieria trifasciata), der Gummibaum und die Kentia-Palme.

Raumausstattung

Pölster, üppige Teppiche und Vorhänge speichern Wärme. Parkett- oder vor allem Fliesen- und Steinböden kühlen hingegen von unten.

Ventilatoren

Sind im Vergleich zur Klimaanlage eine günstigere und umweltschonendere Alternative. Aber achtet beim Kauf auf die Lautstärke. Viele sind im Betrieb so laut, dass man sie auf Dauer nicht aushält. Richtwert: unter 50 Dezibel (dB).

Bye zu Stand-by & Geräte-Wärmequellen

Elektronische Geräte produzieren auch im Ruhemodus ständig Wärme, deshalb sollte man sie vom Netz nehmen. Dabei spart man auch noch Energie 😉 Elektrogeräte, die warm werden, wie zB Staubsauger meiden bzw nur in kühleren Phasen benützen.

Geräte, die im eingeschaltenen Zustand warm, aber nicht unbedingt gebraucht werden, am besten während der größten Hitze abschalten. Sie strahlen permanent Wärme ab. Ein laufender PC kann den Raum je nach Größe schon um einige Grad erwärmen. Staubsaugen, Bügeln und Föhnen am besten in nicht so heißen Tageszeiten erledigen.

Fassaden, Vorgärten und Gärten begrünen

Pflanzen an den Außenwänden fangen die Sonneneinstrahlung optimal auf und schützen so die Wände vor der Wärme. Überall, wo mehr Natur ist, ist es spürbar kühler!

Dachgeschosse dämmen

Über die oberste Geschoßdecke kann im Winter nicht nur Wärme nach außen entweichen, sondern auch Hitze leichter eindringen. Eine gute Gebäudedämmung und Isolierung hilft und spart Kosten! Mehr dazu hier (Wärmeverlust über Dachflächen in Graz).

Weitere Hitze-Tipps:

  • Kümmert euch um ältere Menschen, nehmt ihnen Wege (Einkaufen, Behördengänge, etc) und Aufgaben ab. Bringt sie zu ihren Arztterminen (achtet auf Termine abseits der heißen (Nachmittags-)Mittagszeit) und sorgt dafür, dass sie ausreichend trinken.
  • Achtung bei folgenden Symptomen eines Hitzeschlags – siehe dazu auch unseren eigenen Beitrag (folgt in Kürze):
    • Erhöhte Körpertemperatur
    • heiße, trockene Haut
    • Krämpfe und Erbrechen
    • Beschleunigter Puls
    • Müdigkeit und Erschöpfung
    • Schwindel, Verwirrtheit und Halluzinationen
  • Notruf rufen, in den Schatten bringen, etwas zu trinken anbieten, feuchte Tücher in den Nacken, Oberkörper hochlagern

Welche weiteren Tipps habt ihr für uns? Was hilft euch bei dieser Hitze?

Dieser Beitrag erschien erstmals am 22.8.2020 [pizi] und wurde zuletzt aktualisiert am: 5.7.2024, 16.7.2023, 28.6.2022 und 27.6.2021 [bea].

Weitere interessante Beiträge auf unserer Website:

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