Was bedeutet eigentlich „Kreislaufwirtschaft“?

Kreislaufwirtschaft – circular economy

Die Kreislaufwirtschaft ist eines der wichtigsten Modelle für eine nachhaltige Zukunft, bei dem die vorhandenen Rohstoffe effizienter genutzt und Abfall minimiert werden soll. Die Europäische Union setzt seit ein paar Jahren auf dieses Modell und möchte so Schritt für Schritt weg von der bisher bestehenden Linearwirtschaft. Im Dezember 2015 wurde hierfür das sogenannte Kreislaufwirtschaftspaket veröffentlicht.

Doch was genau bedeutet Kreislaufwirtschaft überhaupt und welche Vorteile hat dieses System?

Seit der Industriellen Revolution (19. Jahrhundert) ist unsere Wirtschaft so aufgebaut, dass die erzeugten Güter ein Ablaufdatum haben und auf dem Müll landen, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben. Damals schien das Überschreiten der planetaren Grenzen unmöglich, weshalb man sich keine Gedanken um die Umweltfolgen eines solchen nur linearen (und nicht circularen) Prozesses machte.

Linearer Prozess

Mittlerweile (Welterschöpfungstag) ist es aber höchste Zeit, sich wieder auf die Spuren der traditionellen Landwirtschaft zu machen, bei der sehr wohl Kreislaufwirtschaft praktiziert wurde. Dabei flossen nämlich sämtliche Abfälle erneut in den Produktionsprozess mit ein und fanden einen neuen Nutzen. An diesem Prinzip orientiert sich die neue Kreislaufwirtschaft, die 1990 vom britischen Wirtschaftswissenschafter David W. Pearce ins Leben gerufen wurde.

Bei der Kreislaufwirtschaft handelt es sich um ein regeneratives System, in dem man die produzierten Güter – anders als in der Wegwerfgesellschaft üblich – so lange wie möglich am Leben hält und durch verschiedene Methoden das Wegwerfen, Verbrennen oder Deponieren vermeidet oder verzögert. Die benötigten Rohstoffe werden innerhalb eines Kreislaufs wiedergenutzt und recycelt, sodass am Ende kaum Abfälle entstehen.

Ein ewiger Kreislauf: Bereits existierende Materialien und Produkte sollen so lange wie möglich geteilt, geliehen, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden, sodass sich der Lebenszyklus dieser Produkte bestenfalls bis ins Unendliche verlängert.

Wichtige Vokabel, die die Wiederverwertungsprozesse beschreiben, sind:

  • langlebige Konstruktion: Umfasst das intelligente und nachhaltige Design von Produkten und Wertstoffen
  • Instandhaltung: Je besser die Instandhaltung funktioniert, desto weniger Schäden treten auf
  • Reparatur: Sollten Schäden auftreten, werden diese behoben und repariert
  • Wiederverwendung: Eine an einer Stelle nicht mehr benötigte Ressource kann an einer anderen Stelle verwendet werden
  • Remanufacturing: Ein bereits gebrauchtes Gerät wird so umgebaut, dass es für auf dem Qualitätsstandard eines Neugerätes ist
  • Refurbishing: Überholung und Instandsetzung eines Produktes für die Wiederverwendung bzw. den Wiederverkauf
  • Recycling: Abfallprodukte werden wiederverwertet bzw. deren Bestandteile werden zu Sekundärrohstoffen. Das Recycling sollte der letzte Schritt sein.
  • Inertisierung: Die Abfälle, die entstehen, werden unschädlich (inert = reaktionsträge) gemacht.
Zirkularer Prozess

Vorteile für Umwelt und Wirtschaft

Dass die Kreislaufwirtschaft eine große Entlastung für die Umwelt darstellt, steht außer Frage. Es ist damit nicht nur möglich, die Abfallmenge zu reduzieren, sondern auch der Verbrauch an Rohstoffen und Ressourcen wird deutlich gesenkt, und Geld spart man sich obendrein auch. Für die Wirtschaft wirkt sich ein solches Modell insofern positiv aus, als dass die Abhängigkeit der Unternehmen von den teuren Rohstoffimporten abnimmt. 2020 konnte man bei großen Konzernen beobachten, wie problematisch die Abhängigkeit sein kann, wenn wegen einer Pandemie die Lieferkette durchbrochen wird. Mit der Wiederverwertung von Rohstoffen kann man solchen Situationen vorbeugen. Auch die Kosten für die Abfallentsorgung sinken deutlich.

Nochmal kurz und knackig in einem Video erklärt:

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