EU-Waldschutzgesetz

Produkte am europäischen Markt dürfen nicht mehr mit Entwaldung und Waldschädigung in Verbindung stehen

Im Dezember 2022 hat sich die EU auf ein EU-Waldschutzgesetz geeinigt. Die Verordnung ist die erste weltweit, die gegen globale Entwaldung vorgeht und bedeutet einen riesigen Schritt für den Schutz von Ökosystemen und Regenwäldern wie dem Amazonas.

So funktioniert es

Laut der neuen Verordnung darf ein Produkt nur noch importiert werden, wenn die Produktion nicht im Zusammenhang steht mit auf nach Dezember 2020 abgeholzten Waldflächen. Unternehmen geben eine Sorgfaltserklärung ab und müssen künftig genaue geografische Informationen zu den Anbauflächen bereitstellen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen. Auch die Umweltschutzorganisationen freuen sich über diese Verordnung, allerdings sehen sie auch Verbesserungsbedarf.  Man hat beispielsweise verabsäumt, auch waldähnliche Ökosysteme aufzunehmen, wie Savannen und Feuchtgebiete, damit sich der Anbau und somit das Problem der Entwaldung nicht einfach in diese Gebiete verlagert. Die Aufnahme dieser Ökosysteme soll ein Jahr nach dem Inkrafttreten der gesetzlichen Regeln neu verhandelt werden. Auch Maßnahmen für einen besseren Schutz der lokalen Bevölkerung und indigener Gruppen fehlen in der Verordnung.

Zerstörung von Regenwald für Palmölproduktion, Borneo Bild: David Gilbert-RAN

Produkte, die den Wald zerstören

Vor allem für den Anbau von Kaffee, Kakao, Rindfleisch, Palmöl oder Soja als Tierfutter werden große Waldflächen oder andere Ökosysteme zerstört. Weltweit ist die EU laut WWF der zweitgrößte Verbraucher und Händler von Waren, die zur Entwaldung beitragen. Außerdem gehen 16 Prozent der globalen Tropenwaldabholzung auf das Konto von Europäer*innen. Neben Holz wird auch Gummi als „Treiber der Entwaldung“ genannt.

Die neuen Vorschriften gelten auch für weiterverarbeitete Stoffe, aus denen Waren wie Leder, Schokolade oder Möbel entstehen. In zwei Jahren soll überprüft werden, ob weitere Artikel in das Importverbot einbezogen werden müssen.

Quellen:

  • www.zeit.de/wissen/umwelt/2022-12/eu-importverbot-rohstoffe-abholzung-waldschutz
  • wwf.at/einigung-auf-eu-waldschutzgesetz-wichtiger-durchbruch/

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