CO2-Äquivalente (CO2e)

Über den Treibhauseffekt hat unsere Johanna schon geschrieben, bitte lest daher hier das Wichtigste darüber noch einmal nach. Indem wir Menschen seit Beginn der Industrialisierung zu viel Treibhausgase ausstoßen, erwärmt sich unsere Erde immer mehr, was zu vielen Problemen führt und führen wird. Aktuell stehen wir global knapp unter + 1,5 Grad, in Österreich haben wir bereits + 2 Grad. Wir greifen dadurch massiv in den natürlichen Treibhauseffekt und Kohlenstoffkreislauf der Erde ein. Obwohl es verschiedene Treibhausgase gibt, wird der Begriff CO2 oft als Kurzform für alle Treibhausgase verwendet. De facto meint man aber CO2-Äquivalente * (CO2e), um eine bessere Vergleichbarkeit der einzelnen Treibhausgase zu haben, da sie

  • unterschiedlich stark zum Treibhauseffekt beitragen und
  • unterschiedlich lang in der Erdatmosphäre bleiben, bevor sie endgültig abgebaut sind.

Es kommt nämlich auf das einzelne Treibhausgas an, wenn es darum geht, wie sehr und wie lange es die Atmosphäre belasten wird. Denn nicht alle Treibhausgase eignen sich gleich gut, um die Wärme auf der Erde zu halten.

Treibhausgase

  • Wasserdampf (H2O): Zwei Drittel (66%) des natürlichen Treibhauseffektes werden durch Wassermoleküle verursacht. Ihr Anteil in der Atmosphäre schwankt sehr stark und auch ihre Verweildauer in der Atmosphäre beträgt nur wenige Tage – Grund dafür ist der ständige Kreislauf aus Niederschlag und Verdunstung. Wasserdampf trägt vor allem zum natürlichen Treibhauseffekt bei. Problematisch ist, dass bei zunehmenden Temperaturen auch Wasserdampf zunimmt und dies den Treibhauseffekt verstärkt. Wir sprechen hier von einer positiven Rückkopplung, die große Auswirkungen haben kann. Denn ein einziges Grad mehr bedeutet 7% mehr Wasserverdunstung, was allerdings durch zusätzliche (heftige) Niederschläge ausgeglichen wird und den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre zwar nicht nachhaltig beeinflusst, aber zu einer Zunahme von Extremwetterereignissen führen wird.
  • Kohlendioxid (CO2): COmacht zwar nur 0,04 % unserer Luft aus, ist aber für 29% des natürlichen Treibhauseffekts verantwortlich. Da es besonders klimawirksam ist und gleichzeitig sehr lange (bis zu 500 Jahre!) in der Atmosphäre bleibt, bevor es vor allem von den Ozeanen aufgenommen wird (Versauerung der Ozeane), gilt es als das „wichtigste“ Treibhausgas.
  • Die übrigen 5% werden von Spurengasen verursacht, zB:
    • Methan (CH4): Methan ist von der Wirkung her ungefähr 25-mal klimaschädlicher als CO2. Die Verweildauer in der Atmosphäre beträgt aber nur neun bis circa 12 Jahre (d.h. eine Änderung könnte hier in relativ kurzer Zeit Besserung liefern); Methan hat neben einigen natürlichen Quellen auch eine menschengemachte Ursache: Stark zunehmende Tierhaltung sowie den Reisanbau. Auch durch das Auftauen von Permafrostböden könnten enorme Mengen an Methan freigesetzt werden.
    • Lachgas (Distickstoffmonoxid, N2O): Findet seine Quelle v.a. in der konventionellen Landwirtschaft durch den übermäßigen Einsatz von stickstoffhaltigem Dünger.

CO2-Äquivalente:

CO2-Äquivalente (CO2e oder CO2-eq) oder auch „Globales Erwärmungspotential oder Global Warming Potential (GWP)“ ist somit eine Maßeinheit, die vom Internationalen Weltklimarat IPCC definiert wurde und die den Effekt aller verschiedenen Treibhausgase aufs Klima vergleichbar machen will. Die Wirkung der Treibhausgase wird innerhalb eines festgelegten Zeitraumes (in der Regel 100 Jahre) mit der Wirkung von CO2 verglichen und umgerechnet. Je geringer die CO2e-Werte, desto besser für das Klima.

Kohlendioxid (CO2): Kohlendioxid (CO2) ist das am häufigsten durch menschliche Aktivitäten freigesetzte Treibhausgas. Mit CO2 werden alle anderen Treibhausgase verglichen. CO2 hat somit ein GWP von 1.

Methan: Methan ist rund 25-mal klimaschädlicher als CO2. Ein kg Methan entspricht also circa 25 kg CO2-Äquivalenten (CO2e), ein kg Methan trägt somit in 100 Jahren 25-mal so stark zum Treibhauseffekt bei wie ein kg CO2.

Lachgas: Lachgas ist ca. 300-mal so klimaschädlich wie CO2. Ein kg Lachgas entspricht also circa 300 kg CO2-Äquivalenten (CO2e).

Hinweis: Warum orientiert man sich am CO2, wenn andere Treibhausgase viel schädlicher sind? Weil ihre Menge oft geringer ist, sodass von der Klimaschädlichkeit her CO2 in den Fokus rückt.

Für das CO2-Äquivalent vieler Substanzen und Aktivitäten gibt es unterschiedliche Zahlenwerte, da Unsicherheiten aufgrund schwer erfassbarer Einflüsse bestehen. CO2-Äquivalente von Aktivitäten sollten sämtliche Treibhauswirkungen umfassen. Durch eine Flugreise wird zB nicht nur CO2 freigesetzt, sondern auch Ozon und Wasserdampf in großen Höhen emittiert, was eine zusätzliche Treibhauswirkung verursacht.

*Äquivalent = Gleichwertigkeit

Unsere Reihe zum Klimawandel:

Quellen:

  • https://www.nachhaltiger-warenkorb.de/was-sind-co2-aequivalente/
  • https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/so-eine-grosse-wirkung-hat-so-wenig-co2/
  • https://www.tagesschau.de/faktenfinder/co2-emissionen-103.html
  • https://fridaysforfuture.at/blog/co2-aquivalente-109035
  • https://www.net4energy.com/wiki/co2-%C3%A4quivalent
  • https://www.energie-lexikon.info/co2_aequivalente.html


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