Nachhaltige Adventkalender


Adventkalender sollen bekanntlich das Warten auf Weihnachten verkürzen und sind ja nicht nur für Kinder eine aufregende Sache. Will man zuhause seinen Müll reduzieren und minimalistischer leben, kommt man aber zwangsläufig zur Frage: brauchen wir einen Adventkalender oder nicht? Wenn ja, dann welchen? Einen mit viel Müll und wenig Inhalt? Muss es wirklich immer mehr und jeden Tag ein neues Spielzeug sein?

24 kleine Marmeladegläser von Jamsession in einem großen Glas verpackt – erhältlich zB auch in der traum manu faktur! © traum manu faktur

Zumindest die Verpackung des Adventkalenders sollte eine sein, die man entweder selbst gut recyceln oder jedes Jahr wieder verwenden kann.

Unser erster selbst gemachter Adventkalender stammt aus dem Jahr 2003 und wurde nach Anleitung aus dem damaligen Zwergerltreff in einigen Abend- und Nachtschichten in 24 Stück nachgebastelt und jahrelang genützt, bis das Motiv „zu kindisch“ wurde. Dieser Kalender – noch immer so hübsch wie damals – wartet nun auf unsere Enkelkinder. 

Abgelöst wurde er schon vor einigen Jahren durch eine Upcycling-Variante – die Becher eines gewissen Grazer Cafés wurden über Jahre in Büro & Co eingesammelt, gereinigt und aufbewahrt. (Freudiger Pluspunkt: mittlerweile kommen auch kaum solche Becher in meine Arbeit … – hat doch eventuell ein Umdenken stattgefunden?) Gemeinsam mit buntem dünnen Seidenpapier aus der Bastelkiste, das nach dem 24.12. geglättet und immer wieder verwendet wird, bietet jeder Becher viel Platz. Bitte natürlich nicht extra To-Go-Becher kaufen (Alternativen: Coffee-to-stay, eigene Becher oder die Grazer BackCup-Becher)!

Beim Inhalt des Adventkalenders sind wir selbst leider noch nicht recht zero-waste unterwegs. Süßes mit Einwegverpackung ist da noch immer dabei. Was allerdings nicht mehr ins Haus kommt, sind sinnlose Kleinigkeiten.

Alternative Vorschläge für die 24 Hüllen:

  • WC-Papier-Rollen
  • Stoffsackerl
  • Streichholzschachteln
  • alte Marmeladegläser
  • Papiersackerl nähen
  • alte (Kinder-)Socken
  • im Verschenkladen findet sich unglaublich viel Bastelmaterial

Alternative Vorschläge für den Inhalt:

  • Zeit statt Zeug schenken: kleine Geschichten, Rätsel, etwas Nettes aufschreiben, eine Massage, Gutscheine für zB den Lieblingskuchen backen, Filmnachmittag, Märchenbahn, Christkindlmarkt, auf den Flohmarkt gehen, gemeinsam in den Wald und nebenbei Müll sammeln, Maroni essen gehen, Eislaufen gehen, Küche putzen, Frühstück im Bett, Picknick im Wohnzimmer, gemeinsam Kekse backen, Popcorn selbst machen, Salzteig basteln, Weihnachtsdeko aufhängen, …
  • Ein Spiel mit mehreren Teilen auf die einzelnen Tage aufteilen, man kann auch aus bereits vorhandenem Lego kleine Figuren bauen und reinstecken, …
  • „Sinnvolles bzw Nötiges“ schenken: Spitzer, Radiergummi, … – aber nur wenn wirklich nötig
  • 24 Bilderbücher aus der Bücherei ausborgen und an jedem Abend eines durchblättern …
  • Kleine gebrauchte Second-Hand-Dinge (zB zuhauf in unserem Verschenkladen zu finden) – können auch gerne wieder bei uns abgegeben werden
  • Selbstgebackene Kekse könnten täglich frisch eingefüllt werden – wer sagt denn, dass der Kalender zu Beginn für die ganzen 24 Tage gefüllt sein muss?
  • Süßigkeiten und Nüsse gibt es auch schon sehr einfach offen zu kaufen

Kennt ihr schon den „umgekehrten Adventkalender„?

Ab dem 1. Dezember jeden Tag ein Stück in eine Kiste packen und zu Weihnachten zu einer Sachspenden-Annahmestelle deiner Wahl bringen. Das Grazer Vinzidorf freut sich zum Beispiel immer über Hygieneprodukte für die männlichen Bewohner oder die Pfarre Ragnitz sammelt für bedürftige Mitbürger haltbare Lebensmittel, die dann laufend verteilt werden.

Welche Vorschläge habt ihr für den Adventkalender?

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