Nach Weihnachten – was tun?


Die Tage nach Weihnachten und zwischen Neujahr zählen für viele zu den ruhigsten Tagen des Jahres. Nichts muss sein, es versteht jeder, dass keine Mails bearbeitet werden oder das Handy ausgeschalten ist. Viele nützen diese Zeit, um sich zu erholen, aber auch im Äußeren und Inneren aufzuräumen, (sich) zu ordnen und Ideen zu schmieden. Für die Adventzeit und Weihnachten selbst finden sich in den Medien ja viele Anregungen zu einer nachhaltigen Gestaltung. Aber auch für die Zeit NACH dem Weihnachtsfest gibt es von uns ein paar Gedanken.

Allgemein

Falls ihr euch beim heurigen Weihnachtsfest oder -essen gedacht habt, ihr müsst euch unbedingt etwas für das nächste merken, dann schreibt euch das in den Kalender oder notiert es euch sonst irgendwie (zB Mengenangaben für das Weihnachtsmenü, Wünsche, etc). Was hat euch besonders gefallen? Was soll es das nächste Weihnachten nicht mehr geben? Wie kann das am besten gelingen? Man glaubt es nicht, aber innerhalb von einem Jahr ist vieles vergessen …

Weihnachtsessen

Ihr habt zu viele Lebensmittel eingekauft oder zu viel gekocht? Keine Sorge, ihr seid nicht allein! Aber man kann darauf achten, dass nichts weggeschmissen werden muss.

  • Reste kochen – geht auch über mehrere Tage.
  • Rechtzeitig einfrieren oder anders haltbar machen (siehe dazu auch unseren Lebensmittel-Haltbarkeits-Guide).
  • Den Gästen etwas mitgeben (aber nur, wenn ehrlich bestätigt wird, dass das in deren Haushalt verbraucht wird)
  • Noch einmal Extra-Gäste einladen? Macht ein gemeinsames, lustiges Reste-Essen (so es die Corona-Situation erlaubt)!
  • Foodsharing-Fairteiler: Gebt das Essen sauber verpackt in Gläser oder Dosen dort hinein – es gibt keinen Fairteiler, wo das Essen schlecht wird, der Bedarf ist groß.
  • Lebensmittel-Verschenk-Facebookgruppen verwenden.
  • Keks- und Schokoladenreste lassen sich auch gut verwerten. Im Internet gibt es viele Rezeptideen.
  • Beachtet: Das Mindesthaltbarkeitsdatum MHD gibt nur an, bis wann die Produzenten garantieren, dass Farbe, Geruch, Konsistenz und Geschmack ident sind wie am Tag der Produktion. Viele Lebensmittel sind daher auch noch länger gleich geschmackvoll genießbar und müssen nicht sofort „entsorgt“ werden. Mehr dazu hier: Lebensmittel-Haltbarkeits-Guide

Geschenke

Was tun mit Geschenken, die doch nicht das Wahre sind (und man sich nicht getraut hat, sie abzulehen bzw zurück zu geben)?

Was sollte man auf keinen Fall? Ein ungeliebtes Geschenk aufzuheben bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Ersetzt vielleicht ein Geschenk ein bereits im Haus befindliches Stück? Dann nicht beides weiter aufheben, sondern das alte möglichst bald „gehen lassen“ und einer neuen Verwendung zuführen. Wichtig: Nicht einfach wegschmeißen, sondern immer versuchen, es so gut als möglich weiterzugeben. Die Dinge müssen im Umlauf bleiben und werden durch die unbenützte Lagerung zuhause ja auch nicht besser.

Kommt ein Spielzeug herein, kann eventuell ein anderes gehen und ein anderes (kleineres) Kind erfreuen. Und es muss ein Stück weniger produziert werden. Siehe dazu auch unseren Beitrag zum Erdüberlastungstag.

Geschenkspapier, Schleifen und Bänder

Vorsichtig geöffnetes Geschenkspapier kann glatt gestrichen („gebügelt“) und wieder verwendet werden. Denkt nicht daran, mit dieser Aktion „knausrig“ zu sein, sondern ein Geschenk an Umwelt und Ressourcen zu leisten. So rückt diese sparsam anmutende Handlung gleich in ein anderes Licht. Seid stolz darauf, so weit zu denken. Auch alle Schleifen und Bänder können weitestgehend wieder verwendet werden. Falls ihr aber insgesamt schon zu viel in eurer Sammlung habt, dann gebt es weiter (es nützt auch nichts, wenn ihr drei Kisten im Keller habt und dieser Vorrat für 20 Familien reichen würde). In die Grazer Facebook-Verschenkgruppen mit Foto posten und es wird sich sicher jemand melden.

Weihnachts-Deko:

Die ganze Weihnachtsdekoration und den Christbaumschmuck durchsehen und schon lange nicht mehr Verwendetes sinnvoll weitergeben. Besser wäre dies natürlich vor Weihnachten, da fehlt allerdings meistens die Zeit dafür. Für das nächste Jahr notieren, was nachgekauft werden muss (Kerzen …). Weniger ist mehr! Mehr Natur, weniger Plastik! Was habt ihr schon ewig nicht mehr verwendet? Glaubt ihr, dass es euch irgendwann wieder einmal gefallen könnte? Falls nein, dann weg damit! Nur mehr wirkliche Lieblingsstücke aufheben. Aber auch hier bitte wieder unbedingt: Nicht wegschmeißen, sondern möglichst sinnvoll weitergeben. Falls ihr euch von Bastelarbeiten eurer Kinder schwer trennen könnt (ein paar Stücke, die es wert sind, natürlich unbedingt aufheben!), dann macht eventuell Fotos. So habt ihr zumindest eine Erinnerung.

Adventkranz

Der Adventkranz gehört nicht als Ganzes in den Müll, sondern ordentlich getrennt. Grünzeug darf in den Biomüll, Kerzenreste – siehe unten – nicht einfach wegschmeißen. Der Rest der Adventkranzdekoration kann als Deko das nächste Jahr wieder verwendet werden, auch der gleiche Draht kann wieder zum Einsatz kommen. Why not? Und der Strohkranz in der Mitte ist soundso kein Wegwerfprodukt.

Kerzenreste

Aus Wachsresten können ganz einfach neue Kerzen entstehen. Entweder dieses DIY selbst ausprobieren, die Kerzenreste an bekannte Kerzengießer weitergeben oder in den Nachhaltigkeitsladen in der Leonhardstraße 38 bringen. Eine Anleitung zum Kerzengießen aus Wachsresten findet sich hier: Gibt es nachhaltige Kerzen?

Oder ihr verwendet die Kerzenreste gleich fürs heurige Silvester-Wachsgießen?

Korken

Wein- und Sektkorken sind viel zu wertvoll, um im Restmüll zu landen. Wir sammeln im Nachhaltigkeitsladen daher auch Korken. Wir wissen zwar nicht, ob es noch aktuell ist, aber auch im Recyclingcenter (Sturzplatz) war einmal eine Abgabe möglich. Mehr Informationen zu Korken im Allgemeinen findet ihr hier: Korkenrecycling

Christbaum

Klein geschnitten hat der traditionelle Christbaum sicherlich auch in der Biotonne oder am eigenen Kompost Platz. Bequemer sind aber die Christbaumsammelstellen, die von jeweils 25.12. bis 23.01. quer durch Graz von der Holding Graz bereit gestellt werden. Achtung: Lametta (wenn das furchtbare Zeug schon sein muss) und sonstige Deko natürlich unbedingt entfernen!

Vielleicht ist euer Bäumchen heuer aber auch gemietet (zum Beispiel ein Miet-Christbaum vom Gartenbau Wilhelm)? Oder ihr habt einen alternativen Christbaum? Dann bleibt euch die Entsorgung erspart!

Wer vom weihnachtlichen Basteln noch nicht genug hat: Aus der Christbaumspitze kann zum Beispiel ein Holzquirl gebastelt werden. Anleitungen findet man im Internet.

Ungespritztes Bio-Tannenreisig (zB aus dem eigenen Wald oder von Bio-Christbaum Gogg) kann auch als Badezusatz verwendet werden. Rezepte haben wir folgende gefunden:

  • Ca. 100 bis 150g Tannennadeln in einem Topf mit einem halben Liter Wasser 10 Minuten zugedeckt leicht kochen lassen. Abgießen und den Sud ins Badewasser geben.
  • Erkältungsbadesalz (nur für Erwachsene): 500g Meersalz, jeweils 2EL getrockneten Rosmarin und relativ frische Tannennadeln (beides ganz klein gehackt bzw. gemörsert), 2 EL Mandelöl, ätherische Öle: jeweils 10 Tropfen von Weißtannenöl, Eukalyptusöl und Orange; alle Öle miteinander vermischen und mit Salz und Rosmarin und Tannennadeln sehr vermischen. In ein verschließbares Gefäß geben und ca. 3 Tage durchziehen lassen. Anschließend nochmals gut durchrühren. Anwendung: ca. 5EL des Salzes ins Badewasser geben (falls die Nadeln stören, Badesalz in einem Beutel ins Badewasser hängen).*

Abfall

Das Abfallaufkommen steigt zur Weihnachtszeit enorm (Restmüll 10-15% mehr, Altglas 25-30% mehr). Achten wir darauf, bereits entstandenen Müll perfekt zu trennen und einem Recycling zuzuführen. Jede recycelte Glasverpackung spart so viel Strom, wie zB ein PC in 25 Minuten verbraucht.¹ Große Kartons gehören nicht in die normale Altpapiertonne, sondern zum Recyclingcenter – zu schnell verstopfen sie auch an sich leere Container. Kartons natürlich immer nur gefaltet zum Altpapier, um eine zu rasche Überfüllung und überquellende Altpapiercontainer zu vermeiden. Vielleicht kann aber auch noch jemand die Kartons gebrauchen – überlegt und fragt!

Geschenkspapier wie bereits erwähnt glatt streichen, ordentlich falten und für die nächste Gelegenheit aufheben. Auch bei anderen Verpackungen ist das möglich. Re-Use geht immer vor Re-Cycling!

Viele erhalten neue batteriebetriebene Geräte zu Weihnachten. Die alten ordnungsgemäß zu entsorgen ist Pflicht. Alles, was noch funktioniert bitte dem Re-Use zuführen: verkaufen, verschenken. Alles andere: Batterien trennen und in die Sammelboxen geben.

By the way: „Laut einer 2017 durchgeführten Befragung vom Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe achten 84% der über 50-Jährigen auch in der Weihnachtszeit auf Mülltrennung, aber nur die Hälfte der unter 30-Jährigen. Vor alle Frauen ist der richtige Umgang mit Müll wichtig. Interessant: 50% der befragten Frauen heben gebrauchtes Geschenkspapier auf, um es wieder zu benützen, aber nur 30% der Männer.“

Altglassammlung nach Weihnachten

Genuss

Last but not least: Genießt die Weihnachtsfeiertage, die doch etwas eingekehrte Ruhe. Reflektiert über das vergangene Jahr: Was war gut, was darf bleiben?

Quellen:

  • ¹ http://wien.orf.at/news/stories/2885015/
  • * https://www.mitliebegemacht.at/blog/erkaeltungsbadesalz-selber-machen-endlich-wieder-gut-durchatmen/

Weitere interessante Links zu Weihnachten & zur Adventszeit

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