Weihnachtsbeleuchtung & Lichterketten

Eigentlich ist es sonnenklar: Wir müssen, um unseren CO2-Ausstoß wirksam zu senken, nicht nur fossile Energieträger durch erneuerbare ersetzen, sondern auch unseren Energieverbrauch drosseln. Was liegt da näher auf der Hand, als jeden unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden? Lichterketten dienen weder unserer Sicherheit, noch haben sie einen sonstigen dringenden Nutzen. Darauf zu verzichten sollte daher relativ leicht fallen. Und dennoch: Viele lieben es, dadurch auch im Außenbereich weihnachtliche Stimmung zu verbreiten.

Energieverbrauch

Der Stromverbrauch kann vor allem bei älteren Lichterketten enorm sein. Jedes kleines Lichtlein verbraucht Energie. Die Beleuchtung eines großen Rentierschlittens zum Beispiel hat einen ähnlichen Energieverbrauch wie ein Kühlschrank. Außerdem: Wenn man Lichterketten im Garten oder am Balkon verwendet, dann nur wenn man im Außenbereich auch einen Stromanschluss hat. Durch einen Fenster- oder Türspalt können über längere Dauer hinweg zudem große Mengen Heizungswärme entweichen.

Kosten

Eine ältere Lichterkette, die 5 Wochen lang täglich 12 Stunden leuchtet, verursacht rund € 5,- bis 15,- Stromkosten. Viele denken sich, sie können sich diesen zusätzlichen Energieverbrauch ohnehin leisten, das heißt, mit dem Kostenargument ist schwer eine Änderung zu erreichen. Aber: Diese Energie muss ja erst hergestellt werden und dies geschieht nur zu einem Bruchteil durch erneuerbare Energieträger. Energieverschwendung ist Ressourcenverschwendung – in unserer Zeit daher ein No-Go!

Zeitschaltuhr

Lichterketten nur dann einschalten, wenn sie auch jemand sieht und man sich an ihnen „erfreuen“ kann. Ab 22 Uhr sollten Lichterketten im Freien abgeschalten werden, eine Zeitschaltuhr leistet hier gute Dienste. Sowohl Nachbarn als auch Tiere können durch das Licht außerdem in ihrer Ruhe gestört werden (Stichwort Lichtverschmutzung*). Dazu fällt noch ein, dass ein blinkendes, blaues, rotes oder grellweißes Licht ebenso mehr störend als heimelig wirkt.

Größe & Menge der Lichterketten

Die Menge macht das Gift. Kleinere Beleuchtungen verbrauchen weniger Strom als größere. Könnte eventuell eine Kette auch genügen? Müssen wirklich alle 3 Bäumchen beleuchtet werden? Reduktion ist das Zauberwort – weniger tut es auch! Mit mehr Beleuchtung wächst die Weihnachtsstimmung auch nicht unbedingt – denn dazu sind ganz andere Faktoren nötig, wie zB Ruhe und Zufriedenheit. By the way: Weniger Lichterketten aufhängen und abhängen zu müssen, spart auch viel Zeit und führt dazu, mehr Zeit für seine Lieben zu haben.

LED-Lichterketten

Mittlerweile werden fast nur noch LED-Lichterketten verkauft. Diese haben nicht nur eine längere Lebensdauer als herkömmliche Lichterketten, sondern verbrauchen auch weit weniger Energie, obwohl sie deutlich mehr Lämpchen nutzen. Man sagt 80 Prozent weniger Stromverbrauch als bei Glühbirnen. Bei LED-Beleuchtungen sollte auf das Sicherheitssymbol „GS“ (Geprüfte Sicherheit) geachtet werden. Und dennoch: Trotz sparsamerer LED-Technik steigt der Stromverbrauch, weil immer mehr Lichterketten angeschafft werden (Rebound-Effekt).

Batterien & Akkus

Wer auf Lichterketten nicht verzichten möchte, sollte – falls keine Steckdose in der Nähe ist und die Kette dort angesteckt werden kann – statt Batterien Akkus verwenden. Diese können nämlich zwischen 500 und 1000 Mal aufgeladen werden und ersetzen damit eine riesige Menge an Einwegbatterien. Zu entsorgende Batterien sind übrigens ein Fall für die Batteriensammlung, den Giftmüllexpress oder das Recyclingcenter. Bitte nicht in den Restmüll!

Tipps

Wie für alle elektronischen Geräte gilt auch hier: Lichterketten solange als möglich verwenden und nicht regelmäßig austauschen. Kaputte Ketten können auch repariert werden (Repair Café). Willst du dich von Lichterketten endgültig trennen, dann versuche sie weiter zu geben, zu verschenken, … Tipp für Graz: Carla, Nachhaltigkeitsladen, …

Alternative: Eine Kerze in einer Laterne an besonderen Abenden in der Adventzeit. Aber Achtung: Kerze ist nicht gleich Kerze – Mehr dazu hier: Wissenswertes zu Kerzen

Zahlen

Laut einer Umfrage von www.lichtblick.de leuchteten in der Adventszeit 2020 allein in Deutschland rund 18,8 Milliarden Lämpchen, die 532 Millionen Kilowattstunden verbrauchen und rund 168 Millionen Euro kosten. Dieser Stromverbrauch entspricht dem Jahresverbrauch einer mittleren Stadt mit rund 177.000 Haushalten. Dabei werden 187.000 Tonnen CO2 ausgestoßen, eine Menge, die mehr als 9 Millionen Bäume im Jahr aufnehmen.

© 10. LichtBlick-Weihnachtsumfrage – LichtBlick SE 2020

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Quellen:

  • https://praxistipps.focus.de/strom-fuer-lichterkette-so-viel-kostet-die-weihnachtsdeko_56752
  • https://www.verivox.de/strom/nachrichten/stromverbrauch-lichterkette-braucht-mehr-strom-als-kuehlschrank-64932/
  • https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/strom-sparen/energiesparende-lichterketten-leds-sind-die-beste-wahl-10902
  • https://www.nachhaltigleben.ch/wohnen/weihnachtsbeleuchtung-led-lichterketten-891
  • https://www.lichtblick.de/presse/weihnachts-rekord-in-corona-zeiten-fast-19-milliarden-laempchen-erhellen-die-festtage
  • https://wastelandrebel.com/de/weihnachtsbeleuchtung-und-stromverbrauch-was-kostet-der-spass-eigentlich/
  • https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/28695.html

*Lichtverschmutzung bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht. Das kann negative Auswirkungen auf Flora und Fauna sowie die Gesundheit von Menschen haben.

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