Warum eigentlich regional?

Regionales Einkaufen: Warum ist es gut für uns, für unsere Umwelt und unsere Wirtschaft?

Definition regional – lokal:

  • Regionaler Einkauf = Erwerb von Waren, die in der selben Region, im selben Gebiet erzeugt und auch verbraucht werden. Die Region ist dabei eine großräumigere Fläche und eine Größendefinition, die oft kulturell und historisch gewachsen ist oder auch politisch und sozial ausgehandelt sein kann. Sie muss nicht zwangsläufig von Staats- oder Bundeslandgrenzen begrenzt sein, sondern kann sich auch auf ein übergreifendes Gebiet, zB einen Natur- oder Landschaftsraum erstrecken.
    Der Begriff „regionale Lebensmittel“ ist rechtlich nicht geschützt. Auch deshalb gibt es verschiedene Vorstellungen davon, was nun als regional bezeichnet werden kann.
  • Lokaler Einkauf: Die Abgrenzung ist hier noch genauer, bezeichnet den Einkauf in einem kleineren, örtlich begrenzten bzw beschränkten geographischen Raum, wie zB einer bestimmten Stadt in einer Region.

Die zunehmende Globalisierung der letzten Jahrzehnte hat dazu geführt, dass wir jederzeit alles von überall beziehen können. Für viele ist es egal, ob sie ein Produkt aus Österreich oder aus China kaufen. Hauptsache genau dieses Modell, Hauptsache sofort, Hauptsache so billig wie möglich. Doch kann es uns wirklich gleichgültig sein? Gerade auch bei Lebensmitteln liegt es auf der Hand, dass sie, wenn sie im näheren Umkreis wachsen, klimafreundlicher sind als solche, die von weit her kommen. Wir stellen uns daher hier die Frage: „Warum sollen wir im Grunde ganz bewusst regional produzierte Waren bevorzugen?“

Vorteile des regionalen Einkaufs:

  • Wirtschaft & Landwirtschaft:
    Wir geben heimischen Unternehmer*innen und Landwirt*innen Aufträge und Umsätze und sichern ihren Fortbestand in der Region. Dadurch kann die Wertschöpfung innerhalb der Region erhalten bleiben.
  • Steuersystem:
    Diese lokalen Unternehmen leisten mit Steuern einen Beitrag in unser Abgabensystem, womit wiederum Maßnahmen finanziert werden, die uns allen zugute kommen.
  • Arbeitsplätze:
    Wir sichern mit unserem Einkauf bestehende Arbeitsplätze in unserer Nähe oder schaffen sogar neue, verhindern Arbeitslosigkeit, was wiederum zu mehr Chancen der Menschen in der Umgebung sowie zu mehr Steuereinnahmen im eigenen Land führt. Sorge ich mit meinem regionalen Einkauf in der Region für zusätzliche Arbeitsplätze, werden die dahinter stehenden Menschen mit ihrem verdienten Geld auch dafür sorgen, dass ich hier weiter Arbeit habe, weil sie entweder bei mir einkaufen oder meine Dienstleistung benötigen. Es hängt somit alles zusammen!
    Werden nur um ein Prozent mehr heimische Lebensmittel gekauft, schafft das 3.100 Arbeitsplätze und eine zusätzliche Wertschöpfung von 140 Millionen €. (Quelle: Woche Graz, 18.8.2021)
    Österreich hat zudem strenge arbeitsrechtliche Vorschriften. Es ist damit gesichert, dass die Arbeitnehmer*innen gut behandelt und fair entlohnt werden. In fernen Ländern werden viele Produkte billig produziert. Dies ist vor allem dadurch möglich, dass die Arbeitskräfte unzureichend entlohnt werden, sie keinerlei Rechte haben, sie ausgebeutet und vielleicht sogar Kinder zur Arbeit gezwungen werden. Wollen wir das?
  • Ernährungssouveränität:
    Das Wichtigste in unserem Leben? Lebensmittel, Wasser und ein Dach über dem Kopf. Wir sollten darauf achten, dass wir uns mit den Landwirten aus der Region versorgen können und nicht von fernen Ländern abhängig sind.
  • Wir-Gefühl:
    Werden kulturelle Traditionen, regionale Spezialitäten und handwerkliche Fertigkeiten gewahrt und aktiv gestärkt, stärkt dies das Miteinander der Bewohner*innen in der Region. Damit bleiben auch ländliche Gebiete sowohl für junge Bewohner*innen als auch für Tourist*innen interessant. Durch die globale Lebensmittelproduktion wurden immer mehr alte Sorten oder Schmankerl einer Region verdrängt. Mit dem Kauf regionaler Erzeugnisse leistet man daher einen wichtigen Beitrag zur regionalen Identität und Entwicklung.
  • Attraktivität der Städte & Dörfer:
    Nur belebte Städte und Dörfer sind attraktiv. Es muss gute Gründe geben, um nicht in andere Regionen abzuwandern.
  • Qualität:
    In Österreich gibt es in den meisten Bereichen hohe Qualitätsstandards einzuhalten. Auch kompetente Mitbewerber erhöhen den Druck Richtung hohe Qualität. Ein österreichisches Unternehmen kann sich minderwertige Produkte kaum oder zumindest „nicht lange“ leisten, da es schnell auf Dauer in Verruf gerät. Hochwertige Produkte halten länger und können oft auch vor Ort repariert werden. Über die Lebensdauer gerechnet spart man sich damit sogar Geld. Ein online gekauftes Produkt muss hingegen zuerst mühsam zurückgeschickt werden, eine Reparatur ist oft ungewiss.
  • Service:
    Nicht nur Reklamationen oder Reparaturen sind ein Pluspunkt, sondern die Auswahl und Beratung vor Ort. Man kann die Ware anfassen, live vergleichen und kann individuelle und kompetente Beratung genießen.
  • Transparenz:
    Unternehmen aus der Region genießen unser Vertrauen, wir kennen die Menschen hinter dem Produkt. Denn gerade bei Lebensmitteln, die wir täglich konsumieren, wollen wir wissen, woher sie kommen. Die regionalen Produzent*innen schätzen auch den Kontakt mit ihren Kund*innen (im Unterschied zu Großkonzernen).
  • Umweltstandards:
    Natürlich garantieren regionale Produkte nicht zwangsläufig auch eine ökologisch bessere Alternative zu nicht regionalen Produkten. In Österreich sind allerdings – im Unterschied zu vielen Ländern der Erde – auch die Umweltauflagen sehr streng. Unsere Unternehmen sind dadurch gezwungen, diese Gesetze einzuhalten. Wird allerdings in Bangladesch oder Indien produziert, gibt es dort fast keine Umweltauflagen. Von Inhaltsstoffen, die Flüsse und Böden vergiften bis zur Müllentsorgung – es ist kein Wunder, dass dort produzierte Waren so billig sein können.
  • Kürzere Transportwege & Kühlbedarf:
    Die Waren müssen nicht um die halbe Erdkugel transportiert und gekühlt werden, um zu uns zu gelangen. Viele Tonnen CO2 werden so eingespart. Regionale Lebensmittel sind dabei viel frischer. Fällt euch auch auf, wie viele LKWs auf unseren Autobahnen unterwegs sind? Erschreckend! Daher: Transport durch LKWs, Frachtschiffe oder sogar Flugzeuge vermeiden, denn diese weisen eine besonders schlechte Ökobilanz auf.
  • Verpackung
    Regionale Lebensmittel können zB auf Bauernmärkten und direkt ab Hof auch quasi unverpackt gekauft werden. Gerade der unverpackte Einkauf sorgt auch dafür, nur genau die benötigte Menge einzukaufen und keine Großpackungen.
  • Besserer Geschmack und höherer Nährstoffgehalt bei Lebensmitteln:
    Heimische Kleinbauern produzieren viel bewusster, bevorzugen Qualität vor Quantität. Pflanzen können erntefrisch verkauft werden, können voll ausreifen, da kein langer Transport zu überstehen ist. Daher sind sie geschmacklich unübertroffen. Viele Gemüsesorten reifen nach dem Ernten nämlich nicht mehr nach. Aber erst wenn Obst und Gemüse die volle Reife erreicht hat, enthält es das Maximum an Vitaminen und Aromastoffen. Importierte Ware kann aufgrund nötiger Transportzeiten nicht zum optimalen Zeitpunkt geerntet werden, sie sieht dann zwar vielleicht optisch gut aus, ist aber relativ geschmacksarm.

Daher:

  • Achten wir doch ganz bewusst darauf, woher die Produkte kommen, die wir kaufen und wem wir unser Geld geben. Es bedeutet vielleicht anfangs etwas Mehraufwand, wird allerdings schnell zur Gewohnheit.
  • Wenn wir sie wirklich online bestellen müssen, dann nur bei inländischen Händlern.
  • Wenn wir vorwiegend regionale Produkte kaufen und nur ab und zu Waren aus Übersee, dann ist auch bereits ein entscheidender Schritt gemacht.
  • Regionale Lebensmittel sind nicht nur klimaschonender, nachhaltiger und gesünder, sondern schmecken einfach besser!

Wo kann man in Graz am besten regional einkaufen?

  • Auf den vielen Grazer Bauernmärkten (die auch wunderbar mit dem Rad, zu Fuß oder mit den Öffis erreichbar sind),
  • über Bio-Kisterl,
  • direkt ab Hof,
  • in den kleinen Grazer Läden,
  • in einzelnen Regalen der Supermärkte,
  • … für mehr Details kann man hier nachlesen: Nahrungsmittel aus der Region

Weitere interessante Links auf unserem Blog:

Quellen:

Liebe Leser*innen! Legt ihr Wert darauf, regional einzukaufen? Wenn ja, warum? Was ist euer Beweggrund dahinter? Lasst es uns doch in den Kommentaren wissen!


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